Wenn Plattformen Nutzerinhalte für KI-Training verwenden, will die zugehörige Community vorher selbstredend um Erlaubnis gefragt werden – idealerweise im Opt-in- und nicht im Opt-out-Verfahren. Bei Twitch wird jetzt letzteres umgesetzt, was für einige weiterführende Diskussionen sorgt.
Über den offiziellen Support-Kanal kündigte die Amazon-Tochter einen Schalter an, mit dem Streamer das KI-Training mit ihren Kanalinhalten verhindern können. Da es aber wie erwähnt ein Opt-out-Konzept ist, bedeutet das auch, dass jeder bestehende Account eingeschrieben war, bevor er widersprechen konnte. Wie es dazu kam, erklärt Twitchs Chefetage inzwischen recht unverblümt.
Ihr müsst selbst aktiv werden
In den Einstellungen zum Twitch-Kanal findet sich unter dem Reiter »Sicherheit und Privatsphäre« der Bereich »Training für generative KI« mitsamt zugehörigem Schalter. Vor der Ankündigung war sie bei jedem bestehenden Account automatisch aktiv, wie 404media mutmaßt (dazu gleich mehr).
Der Twitch-Support-Seite zufolge erfasst das KI-Training folgende Kanalinhalte:
Dein Stream und der dazugehörige Chat, deine VODs (Videos-on-Demand), Clips, Highlights sowie alle Texte oder Bilder auf deinem Kanal können dazu genutzt werden.
Zwei Ausnahmen bleiben indes:
- Automatische Untertitel dürfen laut Twitch weiterhin auf Kanalinhalte zugreifen – unabhängig vom neuen Schalter. AutoMod speichert laut Twitch dagegen ohnehin keine Nutzerdaten für solche Zwecke.
- Wer im Chat eines fremden Kanals chattet, unterliegt der Einstellung des Kanalinhabers. Die eigene Entscheidung gilt nur für den eigenen Kanal.
Das war schon vor anderthalb Jahren Debatte: Nutzt KI ungefragt Gaming-Content zum Training? Aufregung um OpenAIs Sora und Twitch
Eine ungewohnt direkte Ansage
Ob vergangene Streams schon in Amazons KI-Modelle eingeflossen sind, bleibt offen. Auf die Nachfrage in einem Livestream antwortete Chief Product Officer Mike Minton (via TechCrunch), dass er selbst nicht wisse, was Amazon bereits getan habe.
Warum die Einstellung nicht von Anfang an als Opt-in-Option konzipiert war, beantwortete Minton hingegen deutlich direkter: Wäre die Funktion Opt-in gewesen, hätte sich niemand dafür entschieden.
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