Er kaufte eine SSD, die er für neu hielt, doch als er sie anschloss, fand er 800 GByte Daten im Wert von mehreren hundert Euro [Best of GameStar]

Wenn man sich eine neue SSD kauft, geht man davon aus, dass sie leer ist. Was dieser Spieler dagegen darauf fand, kostete viel mehr, als die SSD selbst.

Eine vermeintlich neue SSD der eher unbekannten Marke Gigastone überraschte ihren Käufer mit unerwarteten Daten. Eine vermeintlich neue SSD der eher unbekannten Marke Gigastone überraschte ihren Käufer mit unerwarteten Daten.

Es gibt so manche Überraschungen im Leben, die man sich lieber erspart hätte. Das dürfte auch für den Fall gelten, um den es hier geht – obwohl dazu ein Fund von potenziell sehr teuren Daten gehört.

Was genau ist passiert?

  • Ein Spieler hat sich in einem nicht näher benannten Geschäft eine externe SSD mit einer Größe von 1.000 GByte zugelegt, wie er bei Reddit berichtete. Genauer gesagt geht es um das Modell Gigastone P1000.
  • Obwohl die SSD als Neuware verkauft wurde, war sie randvoll mit etwa 800 GByte an Daten, hinter denen teils teure Programme stehen.
  • Konkret geht es um Musik-Software wie Superios Drummer, Kontakt und EZdrummer, die beim Neukauf zusammen mit mehreren hundert Euro zu Buche schlägt.

Doch die Sache hat mindestens zwei große Haken.


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Das erste Problem am SSD-Kauf

Die Daten auf der SSD machen deutlich, dass sie vorher bereits im Besitz einer anderen Person war. Ein vermeintliches neues Produkt entpuppt sich also als gebrauchte Ware.

  • Solche Fälle kommen zwar vermutlich öfter vor, als wir sie bemerken. Derart eindeutig damit konfrontiert zu werden, dass die Neuware schon in Benutzung war, dürfte aber doch eher die Ausnahme sein. Schließlich hätte man die Daten vor dem Verkauf einfach löschen können.
  • Es empfiehlt sich in einem solchen Fall, die Ware nicht zu nutzen und sofort beim Händler zu reklamieren.
  • Grundsätzlich muss die Funktionsfähigkeit der SSD nicht negativ beeinflusst worden sein, wenn sie noch nicht lange oder unter starker Belastung im Einsatz war. Das lässt sich mit Tools wie CrystalDiskInfo bei Bedarf überprüfen. Es kommen aber weitere Risiken hinzu (siehe unten).

Was den Fall noch problematisch macht

Der Käufer der SSD kann mit der darauf befindlichen Software gleich aus mehreren Gründen vermutlich nichts anfangen.

  • Die Nutzung solcher Programme ist an Lizenzen gebunden und in der Regel nur auf den Systemen möglich, auf denen sie mithilfe dieser Lizenz installiert wurden.
  • Sollten sich die Programme dennoch ohne Weiteres auf dem neuen Rechner starten lassen, dürfte es sich um Raubkopien handeln.
  • Außerdem könnten die Daten auf der SSD Viren oder andere Schadsoftware enthalten.
  • Zu guter Letzt nicht zu vergessen: Es handelt sich um sehr spezielle Tools, die ohnehin nur eine relativ kleine Zielgruppe überhaupt sinnvoll nutzen kann.

Immerhin ist die SSD so groß, wie auf der Verpackung beworben. Dass das beim Neukauf teilweise auch ganz anders aussehen kann, beweist dieser Fall:

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Habt ihr schon mal eine neue Festplatte oder SSD gekauft, die noch Daten enthalten hat? Und wie würdet ihr generell mit einem solchen Fall umgehen? Die SSD ohne weitere Umschweife beim Händler zurückgeben? Sie formatieren und nach einem Funktionscheck wie gewünscht einsetzen? Oder etwas ganz anderes? Schreibt eure Erfahrungen und Meinungen gerne in die Kommentare!

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