Das Unternehmen gab es für 158 Jahre und es hatte 700 Mitarbeiter: Ein schwaches Passwort reichte aus, um es in die Knie zu zwingen

Die Schließung des Transportunternehmens KNP nach einem Hackerangriff macht deutlich, wie ernst Cybersecurity ist.

Schon ein schwaches Passwort kann ungeahnte Folgen haben. (Bild: Pete Linforth auf Pixabay) Schon ein schwaches Passwort kann ungeahnte Folgen haben. (Bild: Pete Linforth auf Pixabay)

Cybersecurity wird als Thema immer wichtiger. Die Zahl der Hackerangriffe steigt sowohl im privaten als auch im Business-Bereich. Welche Auswirkungen ein einziges, leicht zu erratendes Passwort haben kann, zeigt ein aktueller Fall aus Großbritannien.

Firma muss nach Hackerangriff schließen

Dort musste ein in Northamptonshire ansässiges Transportunternehmen schließen, nachdem es Opfer einer Attacke einer wurde. Knapp 700 Angestellte verloren dabei ihren Job.

Die betroffene Firma namens KNP hatte es seit über 158 Jahren gegeben, 2023 waren offenbar mehr als 500 LKWs der Firma auf den Straßen Englands und Großbritanniens unterwegs.

Bei dem Angriff handelte es sich um eine Attacke mit sogenannter Ransomware: Schadsoftware, die Daten auf dem attackierten System verschlüsselt. Um die Daten wieder zu entsperren, wird in der Regel ein Lösegeld gefordert. Quasi eine digitale Entführung und Erpressung.

Bei KNP hatten die Hacker das Passwort eines einzelnen Mitarbeiters erraten und konnten über seinen Zugang die komplette Firma lahmlegen.

Solche Angriffe sind keine Seltenheit. Alleine im Vereinigten Königreich sollen im vergangenen Jahr knapp 19.000 solcher Attacken stattgefunden haben, auch Deutschland gilt als eines der beliebtesten Ziele für Angreifer. Tatsächliche Zahlen sind schwer zu ermitteln, da viele Unternehmen gar nicht melden, dass sie angegriffen wurden oder sogar ein Lösegeld bezahlt haben.

Im Fall von KNP bleib eine konkrete Lösegeldforderung aus, einer Analyse-Firma zufolge hätte diese aber gut und gerne bis zu 5 Millionen britische Pfund betragen können – Geld, das KNP nicht hatte.

Der Fall zeigt, wie gefährlich derartige Angriffe sein können. Das Unternehmen war nämlich sogar in einem gewissen Rahmen gegen Cyber-Kriminalität versichert, die Sicherheitsmaßnahmen hätten dem Industriestandard entsprochen.

Am Ende konnte das Transportunternehmen sein Geschäft dennoch nicht weiterführen und musste die Tore schließen.

Über das tragische Ende der Firma hat Vorstand Paul Abbott dann aber doch noch eine überraschende Anekdote zu berichten: Er habe dem Mitarbeiter, dessen Passwort erraten wurde, bis heute nichts davon erzählt.

Bringen würde ihm das nämlich eh nichts mehr, im Gegenteil stellt er die Frage: Würdet ihr wissen wollen, dass das wegen euch passiert ist?

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