Von allen Spielen bleiben die Fighting Games meine Favoriten. Ganz besonders Tekken, Street Fighter und Guilty Gear haben es mir angetan. Wenn ihr eine ähnliche Vorliebe habt, dann werdet ihr früher oder später über die »Fightsticks« stolpern. Das sind Controller, die die Bedienelemente von Arcade-Automaten übernommen haben. Mit diesen habt ihr einen digitalen Joystick und acht oder mehr große Aktionstasten.
Es gibt jedoch eine Variante der Fightsticks, die immer beliebter wird: All-Button-Controller. Ich habe vier davon getestet und verrate euch, warum ich nur noch mit solchen spiele und warum mein Favorit nicht der teuerste ist.
All-Button-Controller: Was sind sie und welche Vorteile bieten sie?
Dabei handelt es sich um Fightsticks, bei denen kein Arcade-Joystick eingebaut ist. Stattdessen kommen vier Richtungstasten zum Einsatz. In der Fighting Game Community sind sie auch als »Hitbox« oder »Leverless« bekannt.
Was für viele gewöhnungsbedürftig ist – mich eingeschlossen –, ist die Platzierung der Oben-Taste. Diese ist nämlich unten und wird mit dem Daumen betätigt. Das Layout orientiert sich damit an Tastaturen, bei denen ihr in vielen Spielen mit der Leertaste springt.
Die wichtigsten Vorteile von All-Button-Controller:
- Präzisere Eingaben
- Komplexe Befehle sind damit einfacher und konsistenter
- Schnellere Reaktionen als mit Joysticks
- Kompakter als konventionelle Fightsticks
Es gibt aber auch Nachteile:
- Einige Eingaben sind mit einem Joystick dennoch leichter, wie etwa Kreise
- Es gibt eine gewisse Lernkurve
Welche vier All-Button-Controller habe ich getestet?
Ich habe insgesamt vier All-Button-Controller getestet. Inzwischen gibt es eine große Auswahl auf dem Markt und alle vier, die ich euch hier vorstelle, sind bei uns in Deutschland verfügbar.
Wenn ihr sofort wissen wollt, welche dieser vier mein Favorit ist, dann könnt ihr hier klicken/tippen: Mein Favorit.
Haute42 S16 für 50 Euro
Der günstigste All-Button-Controller in meiner Liste ist besonders kompakt und besitzt trotzdem die meisten Tasten von allen, die ich getestet habe: ganze 16 Stück.
- So kompakt wie kein anderer
- 16 Tasten
- Zwei USB-C-Anschlüsse
- Hohe Kompatibilität
- Hotswap-Schalter
- RGB-Beleuchtung
- Eingebautes OLED-Display
- Sehr scharfe Kanten
- Nicht für den Schoß geeignet
- Kein Headset-Anschluss
Was den Haute42 S16 besonders macht: Er ist kaum größer als ein DIN-A5-Blatt und sehr flach, was ihn ideal für Reisen macht, sei es zu Freunden oder lokalen Turnieren. Mit 16 Tasten übertrifft er sogar alle teureren Modelle in meiner Liste. Neben den standardmäßigen vier Richtungs- und acht Aktionstasten bietet er vier zusätzliche, frei belegbare Tasten.
Ein praktisches Detail sind die zwei USB-C-Anschlüsse: einer oben und einer an der Seite. Ich suche mir einfach selbst aus, wo das Kabel angesteckt wird. Die Kompatibilität ist zudem außergewöhnlich hoch: Der Controller funktioniert mit Windows, SteamOS, PlayStation, Nintendo Switch, Android, Raspberry Pi, macOS und iPadOS.
Für individuelle Anpassung lassen sich die verbauten linearen Low-Profile-Kailh-Hotswap-Schalter ohne Löten austauschen. Mir gefallen die eingebauten schon einwandfrei.
Optisch punktet der Haute42 S16 mit einer ansprechenden RGB-Beleuchtung der Tasten, die durch transparente Button-Caps gut zur Geltung kommt. Ein eingebautes OLED-Display liefert zudem nützliche Informationen, wie beispielsweise das aktuelle aktive Profil.
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Den Razer Kitsune konnte ich leider noch nicht testen
Welche Abstriche gibt es? Das Gehäuse aus Acrylglas hat sehr scharfe Kanten und die extreme Kompaktheit macht das Spielen auf dem Schoß schwierig, was bei Turnieren ohne Tisch zum Problem werden kann. Ein weiteres Manko ist das Fehlen eines Headset-Anschlusses, sodass Headsets direkt mit der Konsole oder dem PC verbunden werden müssen.
Hori Nolva für 150 Euro
- Sehr leicht und komfortabel
- Drei zusätzliche Tasten
- Tastensperre
- Kabelverriegelung
- Headset-Anschluss
- Keine Software notwendig
- Fühlt sich etwas billig verarbeitet an
- Keine Beleuchtung
- Die Haupttasten sind nicht leicht austauschbar
Was der Hori Nolva besonders macht: Der Hori Nolva ist mit einem Preis von 150 Euro eine größere Alternative zum Haute42 S16. Seine Bauweise macht ihn zwar etwas unhandlicher im Transport, bietet dafür aber einen deutlich höheren Komfort – vor allem beim Spielen auf dem Schoß. Mit einem Gewicht von nur 710 Gramm ist er für seine Größe ziemlich leicht. Für den Einsatz am Tisch sorgen zwei Anti-Rutsch-Pads aus Gummi auf der Rückseite für Stabilität.
Ein wichtiges Feature sind die drei zusätzlichen Tasten, die frei mit weiteren Funktionen belegt werden können. Bei Bedarf können diese Tasten sogar entfernt und durch Abdeckungen ersetzt werden, um unbeabsichtigte Eingaben zu verhindern. Die Schalter dieser drei Zusatztasten (Kailh Silver) sind zudem Hotswap-austauschbar, und das Remapping kann bequem direkt am Controller vorgenommen werden, ohne dass eine zusätzliche App benötigt wird.
Für Turnierumgebungen bietet der Hori Nolva eine praktische Tastensperre, mit der die Option- (Start), Create- (Select) und die PlayStation-Taste gesperrt werden können, um versehentliches Pausieren, was bei Turnieren oft zum Verlust einer Runde führt, zu vermeiden. Eine Kabelverriegelung im Gehäuse sorgt außerdem dafür, dass das USB-Kabel während des Spiels nicht versehentlich getrennt wird.
Welche Abstriche gibt es? Der Controller besteht fast ausschließlich aus sehr leichtem Kunststoff, was ihm ein etwas billig verarbeitetes Gefühl verleiht. Auch eine Tastenbeleuchtung fehlt bei diesem Modell, was beim Spielen in dunklen Umgebungen als störend empfunden werden könnte. Ein weiterer Nachteil ist, dass sich nur die drei zusätzlichen Tasten einfach per Hotswap modifizieren lassen; die vier Richtungs- und acht Aktionstasten können nicht auf diese Weise ausgetauscht werden.
Victrix KO Leverless für 250 Euro
- Hochwertige Verarbeitung mit Aluminium-Frontplatte
- Kompakt, leicht und transportabel
- Unterstützt verschiedene Tastenlayouts
- Hot-Swap-fähige Cherry MX Silver-Schalter
- Tastensperre für Turniere
- RGB-Beleuchtung
- Headset-Anschluss
- Kein Software notwendig
- Keine kabellose Verbindung möglich bei diesem Preis
Was den Victrix KO Leverless besonders macht: Der Victrix KO Leverless von Turtle Beach ist ein echtes Highlight unter den All-Button-Controllern. Mit einer UVP von rund 250 Euro gehört er zur gehobenen Mittelklasse, überzeugt aber mit einer Verarbeitungsqualität, die fast an das doppelt so teure Pro-Modell heranreicht.
Das Aluminium-Kunststoff-Gehäuse ist angenehm flach, die Handballenauflage ergonomisch geneigt und die gummierte Unterseite sorgt für rutschfesten Halt, sowohl auf dem Tisch als auch auf dem Schoß. Trotz der Robustheit ist der Controller erstaunlich leicht und kommt mit einem praktischen Stoffbeutel für den Transport.
Ein besonderes Highlight ist die Unterstützung verschiedener Tastenlayouts. Ihr könnt nicht benötigte Tasten einfach entfernen und durch Metallkappen ersetzen. Das alles funktioniert ohne Werkzeug, was den KO Leverless besonders moddingfreundlich macht. Die verbauten Cherry MX Silver-Schalter fühlen sich präzise und direkt an und gehören für mich zu den besten auf dem Markt.
Für Turnierspieler- und Spielerinnen bietet der Controller wie der Hori Nolva eine Tastensperre, die versehentliche Pausen verhindert. Über einen Schiebeschalter lässt sich zwischen PS5-, PS4- und PC-Modus wechseln. Praktisch ist auch der 3,5-mm-Klinkenanschluss für Headsets.
Welche Abstriche gibt es? Der Controller ist wie alle anderen in dieser Liste ausschließlich kabelgebunden nutzbar. Das ist bei den günstigen Modellen verkraftbar, aber bei den teuren Controllern wünsche ich mir wenigstens die Option dafür.
Victrix FS12 Pro für 400 Euro
- Exzellente Verarbeitung mit Aluminiumgehäuse
- Sehr robust und langlebig
- RGB-Beleuchtung und edles Design
- Werkzeugloser Zugang für Modding
- Integrierte Tragegriffe
- Sehr teuer
- Hohe Lautstärke der Sanwa-Tasten
- Nur 12 Tasten, keine Zusatzbuttons
- Kein kabelloses Spielen möglich
Was den Victrix FS13 Pro besonders macht: Der Victrix FS12 Pro ist ein Flaggschiff unter den All-Button-Controllern und das merkt man ihm an. Das Gehäuse besteht vollständig aus Aluminium, liegt wertig in der Hand und ist durchdacht designt: abgerundete Kanten, angenehme Handballenauflage und ein Eigengewicht von über drei Kilogramm (!) sorgen für hohen Komfort und maximale Stabilität.
Die verbauten Sanwa Denshi-Tasten sind extrem empfindlich und reagieren blitzschnell. Das macht sie ideal für schnelle Reaktionsspiele wie Street Fighter oder Tekken.
Optisch setzt der FS12 auf RGB-Streifen an der Seite und ist in vielen Farben und Editionen erhältlich. Dank praktischer Griffe lässt er sich trotz des hohen Gewichts gut transportieren. Auf der Rückseite findet ihr ein durchdachtes Klappsystem, mit dem sich die Tasten einfach austauschen lassen. Ideal für Modding-Fans.
Welche Abstriche gibt es? Für eine UVP von 400 Euro hätte ich eine kabellose Option erwartet (aktuell ist der Controller für 224 Euro im Angebot bei Amazon). Außerdem sind die verbauten Sanwa-Tasten sehr laut und überempfindlich. Wenn ihr beim Spielen gern eure Finger auf die Tasten ablegt, kann es zu unbeabsichtigten Eingaben kommen. Der Austausch gegen andere Tasten ist allerdings sehr einfach.
Es gibt jedoch nur 12 davon. Das ist zwar sehr puristisch und für alle Fighting Games ausreichend, aber den Vorteil von zusätzlichen frei belegbaren Tasten gibt es hier nicht.
Für mich ist der FS12 vor allem für Leute geeignet, die einen besonders langlebigen und hochwertigen Controller suchen und bereit sind, dafür tief in die Tasche zu greifen.
Mein Favorit: Der Victrix KO Leverless
Von allen vier getesteten All-Button-Controllern ist der Victrix KO Leverless mein Favorit.
Die Kombination aus hochwertiger Verarbeitung, cleverem Layout-System und Cherry MX Silver-Schaltern macht ihn für mich zur perfekten Mischung aus Leistung, Komfort und Preis-Leistungs-Verhältnis. Trotz der Größe ist der Controller noch kompakt und leicht genug, um problemlos mitgenommen zu werden.
Wenn ihr gern Fighting Games spielt, ist dies einer der besten Controller, den ihr euch kaufen könnt.
Trotzdem kann ich euch auch die anderen Modelle empfehlen:
- Haute42 S16: Wenn ihr Geld sparen wollt und ihr auf einem Schreibtisch spielen werdet.
- Hori Nolva: Wenn euch der Victrix KO Leverless zu teuer ist und es euch nichts ausmacht, dass die Verarbeitung schlechter ist.
- Victrix Pro FS12: Wenn ihr ausschließlich zu Hause spielt und der Controller viele Jahre halten soll.






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