Auf der Olympiade in Paris wurden unzählige Momente unvergesslich festgehalten. Und das ist heutzutage zum Glück ganz einfach, denn fast jeder eine Kamera bei sich, die bessere Fotos und Videos schießen kann, als die meisten Kameras der letzten Jahrzehnte – das Smartphone.
Der Beweis dafür ist ein viraler Clip von BBoy Hiro10. Das Video zeigt das letzte Set gegen seinen Kontrahenten Viktor, bei dem er nochmal alles gab. Obwohl seine Moves kaum spektakulärer sein konnten, fragten sich die meisten:
Mit was für einer Kamera wurde der Clip aufgenommen?
So wurde das Video geschossen
Der Clip stammt von »Stanceelements«, die auf YouTube und Instagram Breaking und andere Movement-Arts präsentieren. Hier könnt ihr den viralen Clip selbst ansehen:
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Das Video wurde überraschenderweise nicht mit einer Systemkamera mit Wechselobjektiven aufgenommen, sondern mit einem Handy. Einem iPhone 15 Pro Max um genau zu sein.
Zuerst wurde der Tänzer mit der Fünffach-Zoomstufe des Handys aufgenommen. Weil der Zoom optisch und nicht digital erreicht wird, ist die Bildqualität entsprechend hoch. Auch die Videostabilisierung kann beeindrucken.
Am Ende des Clips wird bis in den Ultraweitwinkel-Bereich herausgezoomt und die jubelnde Menge aufgenommen.
Genau diese Sequenz wirkt so beeindruckend. Selten sehen wir eine Aufnahme, die vom Tele- nahtlos in den Ultraweitwinkel-Bereich zoomen kann.
Übrigens: Auch andere Handys beherrschen diesen »Trick«. Ob es mit eurem funktioniert, könnt ihr ganz einfach ausprobieren.
- Startet eine Videoaufnahme mit aktivierter Bildstabilisierung und wählt die höchste Zoomstufe aus. Haltet euch am besten von den digitalen Zoomstufen fern, wenn euch eine gute Videoqualität wichtig ist.
- Zoomt das Video mit der Pinch-Geste bis in den Ultraweitwinkel-Bereich heraus.
- Ihr könnt die Geschwindigkeit der Zoomfahrt mit euren Fingern kontrollieren.
Mit einer System- oder Spiegelreflexkamera ist eine solche Zoomfahrt nur sehr schwer reproduzierbar.
Mit einer Systemkamera (fast) unmöglich
Bei dem Videoclip wechselt die Aufnahme von einer Brennweite von 120 mm zu 13 mm. Das ist möglich, weil das Handy während der Zoomfahrt zwischen den verschiedenen Kameralinsen umschaltet. Die Übergänge sind dabei nahezu nahtlos und kaum sichtbar.
Um einen so großen Zoombereich mit einer Systemkamera abzudecken, müsste man während der Zoomfahrt Objektive wechseln – und das geht nahtlos und ohne Verzögerung nicht.
Es gibt zwar Objektive, die große Zoomstufen abdecken können (zum Beispiel das Tamron 18 bis 400 mm für Canon- und Nikon-DSLRs), mit denen ihr weit entfernte Objekte fotografieren könnt, aber es gibt keine, die sowohl den Tele- als auch den Ultraweitwinkel-Bereich abdecken können.
Link zum YouTube-Inhalt
Ein Zoom-Objektiv mit einer Brennweite von 13 bis 120 mm existiert schlicht und einfach nicht. Am nächsten kommen Objektive wie das Sony SEL FE 20-70 mm F4 G. Und selbst das kann den Brennweitenbereich des iPhone 15 Pro Max nicht komplett abbilden.
Um eine solche Zoomfahrt mit einer Systemkamera zu simulieren, müsstet ihr das Video mit einem 13mm-Objektiv aufnehmen, am besten mit 8K-Auflösung, und dann digital zoomen. Je höher die Videoauflösung ist, desto mehr Spielraum habt ihr.
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Objektiv: Ein Objektiv ist der Teil der Kamera, der das Licht einfängt und auf den Sensor oder Film projiziert, um ein Bild zu erzeugen.
Brennweite: Die Brennweite gibt an, wie stark ein Objektiv das Licht bündelt und bestimmt somit den Bildausschnitt und die Vergrößerung. Einfach ausgedrückt zeigt sie euch an, welche »Zoomstufen« das Objektiv abdecken kann.
Zoomfahrt: Eine Zoomfahrt ist das stufenlose Verändern der Brennweite während der Aufnahme, um den Bildausschnitt zu vergrößern oder zu verkleinern.
Ultraweitwinkel: Ein Ultraweitwinkel ist ein Objektiv mit sehr kurzer Brennweite, das besonders breite Bildausschnitte einfängt.
Tele-Bereich: Der Tele-Bereich bezieht sich auf Objektive mit langer Brennweite, die entfernte Motive stark vergrößern.
Ausblick in die Zukunft
Obwohl es Bereiche gibt, bei denen Smartphones traditionelle Kameras wohl nie übertrumpfen können, zeigt sich hier ein Szenario, bei dem aktuell das Gegenteil der Fall ist – bis jetzt.
Zwar ist es extrem unwahrscheinlich, dass ein 13-120 mm-Objektiv erscheinen könnte, das zudem unbezahlbar sein dürfte, aber es könnten immer mehr Kamerahersteller sich eine Scheibe von Smartphones abschneiden.
Digitalzooms können dank hochauflösender Bildsensoren und generativer KI immer besser werden. Was Smartphones heute schon für sich nutzen, ist vielleicht die Zukunftsmusik der Kameras von morgen.

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