Volkswagen setzt wie Stellantis auf einen Zahnriemen im Ölbad – doch es gibt einen entscheidenden Unterschied

Volkswagen nutzt in bestimmten EA288-TDI-Motoren einen im Ölbad laufenden Zahnriemen – der allerdings nicht den Ventiltrieb antreibt.

Volkswagen verwendet bei bestimmten TDI-Modellen mit EA288-Motor einen ölgeschmierten Zahnriemen. (Bildquelle: Volkswagen) Volkswagen verwendet bei bestimmten TDI-Modellen mit EA288-Motor einen ölgeschmierten Zahnriemen. (Bildquelle: Volkswagen)

Wenn ihr an PureTech-Motoren denkt, fallen euch vermutlich sofort die bekannten Probleme rund um den im Ölbad laufenden Zahnriemen ein. Das ist keineswegs nur ein subjektiver Eindruck: Selbst Stellantis räumt ein, dass es bei früheren Generationen der 1,0- und 1,2-Liter-PureTech-Triebwerke zu vorzeitigem Verschleiß dieses Riemens und daraus resultierenden Problemen mit dem Öldruck kam.

Diese Lage veranlasste den Konzern schließlich dazu, Garantieleistungen auszuweiten und ein Entschädigungsprogramm für betroffene Kundschaft unter bestimmten Bedingungen einzurichten.

Die konstruktive Besonderheit dieser Motoren liegt darin, wo der Riemen arbeitet: Statt wie ein herkömmlicher Zahnriemen trocken und isoliert vom Schmiermittel zu laufen, rotiert er direkt im Motoröl.

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Das Problem entsteht, wenn sich das Riemenmaterial zersetzt: Abgelöste Partikel sammeln sich im Ansaugsieb der Ölpumpe, drosseln den Schmierstofffluss und führen letztlich zum Zusammenbruch des Öldrucks. Durch diese Kettenreaktion beschädigt der Verschleiß eines Riemens am Ende weit mehr als nur den reinen Ventiltrieb.

Auch Volkswagen nutzt einen Riemen im Öl – doch er erfüllt eine völlig andere Aufgabe

Auf dem Papier klang die Konstruktion vielversprechend: Peugeot argumentierte, dass ein im Schmierstoff geführter Zahnriemen Reibungsverluste im Motor minimiere und einen spürbar leiseren Lauf ermögliche. Es handelte sich keineswegs um eine technische Spielerei ohne Verstand: Ziel war es, Effizienz und Laufruhe durch ein unkonventionelles Konzept zu steigern.

Genau an diesem Punkt kommt Volkswagen ins Spiel. Auch die Wolfsburger setzen in bestimmten Motoren der Baureihe EA288 auf einen Zahnriemen, der im Ölbad läuft – besonders gut dokumentiert beim 2,0 TDI. In technischen Unterlagen von Volkswagen und Audi wird dieses Bauteil explizit als Riemen beschrieben, der direkt im Schmiermittel des Motors arbeitet. Der EA288 kam unter anderem im Golf VII zum Einsatz.

Ein Blick darauf:

Golf VII, eines der Fahrzeuge mit Motoren der Familie EA288. (Bildquelle: Volkswagen) Golf VII, eines der Fahrzeuge mit Motoren der Familie EA288. (Bildquelle: Volkswagen)

Der entscheidende Unterschied liegt jedoch in der jeweiligen Funktion: Bei den erwähnten PureTech-Aggregaten steuert der im Ölbad laufende Riemen die Steuerzeiten und synchronisiert Kurbel- und Nockenwelle.

Im EA288 von Volkswagen hat dieser Nassriemen hingegen eine völlig andere Aufgabe: Er überträgt lediglich die Bewegung der Kurbelwelle auf das Modul aus Ölpumpe und Vakuumpumpe.

Der eigentliche Nockenwellenantrieb erfolgt über einen separaten Zahnriemen. Die Gemeinsamkeit beschränkt sich somit auf das Arbeitsumfeld des Riemens – nicht aber auf seine Funktion.

Ja, Volkswagen nutzt ebenfalls einen Zahnriemen im Ölbad, doch das bedeutet nicht, dass die TDI-Motoren mit denselben Ausfällen wie die PureTech-Modelle zu kämpfen haben. Architektur, Belastungsprofil und die abhängigen Aggregate unterscheiden sich grundlegend.


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