Heutzutage brechen E-Autos Rekorde. Klar, dass die auch mal klein angefangen haben. Überraschend ist dabei, dass die Ursprünge des elektronischen Automobils fast 200 Jahre zurückreichen in eine Zeit, in der Goethe immer noch an Faust schrieb.
Erste Versuche seit den 1820ern
Recht ausführlich beschreibt eine Studie die Entwicklung von E-Autos; lesen könnt ihr das Papier auf ResearchGate. Dem Urheber zufolge gab es die ersten Versuche mit elektrisch betriebenen Fahrzeugen bereits 1820, kurz nachdem der Elektromagnetismus entdeckt wurde.
So wird der erste Elektromotor dem Ungar Ányos Jedlik zugeschrieben, laut National Motor Musuem. Wenn ihr allerdings an eine klassische Pferdekutsch mit Elektromotor denkt, liegt ihr falsch. Jedlik hat ein kleines Modellauto mittels elektrischem Motor vorangetrieben; es war nicht mehr als eine Machbarkeitsstudie.
Sowohl die oben verlinkte Quelle als auch die University of Groningen einigen sich darauf, dass das erste »richtige« E-Auto 1835 aus der Werkstatt von Sibrandus Stratingh fuhr.
Es handelt sich zwar auch nur um ein Modellfahrzeug, aber in ungleich größerem Maßstab.
- Es wog rund 3 Kilo.
- Es konnte 1,5 Kilo transportieren.
- Es fuhr rund 20 Minuten lang.
Laut einer weiteren Studie auf ResearchGate vom September 2022, machte den nächsten großen Schritt der Schotte Robert Anderson. Der entwickelte zwischen 1832 und 1839 einen elektrisch angetriebenen Wagen, der tatsächlich Menschen transportieren konnte. Das größte Manko: Batterien, die nicht wieder aufgeladen werden konnten.
Das nächste wichtige Datum ist 1859: Gaston Planté entwickelte den wiederaufladbaren Bleiakkumulator, das Bauteil, welches Anderson fehlte. Erst damit wurde ein grundsätzlich praktikablerer Betrieb von Elektrofahrzeugen möglich.
Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum heutigen E-Auto wurde in Berlin getan. Werner Siemens zeigte 1879 dort nämlich eine zweiachsige Elektrolokomotive, die auf einem Rundkurs jeweils sechs Personen transportieren konnte. Das war der Vorreiter der Elektromote, dem Oberleitungsbus, wie wir ihn heute kennen.
Und danach ging es schließlich Schlag auf Schlag.
- 1881 verpasste der Wagenbauer Charles Jeantaud einem Fuhrwerk (eine Kutsche mit nur zwei Rädern) einen Gramme Elektromotor. Das Vehikel fuhr zwar, allerdings nicht sehr weit.
- 1882 bauten zwei englische Professoren namens William Edward Ayrton und John Perry ein elektrisches Dreirad. Die Batterie hatte einen Energieinhalt von 1,5 kWh und eine Spannung von 20 Volt; der Motor leistete 0,37 kW, was rund einem halben PS entspricht.
- 1887 baute der Brite Magnus Volk schließlich auf den Erfolg seiner Vorgänger auf und baute die erste Elektrokutsche, das »electric Dog-Cart«.
- 1896 gewann schließlich der Amerikaner Andrew L. Riker das erste Rundstreckenrennen in den USA mit einem Elektroauto namens Electrobat 2.
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Der große Durchbruch
Im Laufe der Geschichte haben viele Erfinder unterschiedliche Fortschritte gemacht, damit wir heute elektronisch durchs ganze Land fahren können.
Den größten Durchbruch gab es dann Ende 19. Jahrhunderts mit dem Flocken Elektrowagen.
Andreas Flocken baute das, was dem heutigen E-Auto wohl am nächsten kommt. Der Wagen erreichte etwa 15 km/h und wird häufig als eines der ersten »richtigen« Elektroautos bezeichnet – und als das erste deutsche.
Um die Jahrhundertwende waren elektronische Automobile vor allem in den USA sehr beliebt. Bereits 1897 gab es elektrische Taxis in New York (via Library of Congress) und damit war der kommerzielle Erfolg bereits zementiert.
Um 1900 waren Elektroautos eine ernsthafte Konkurrenz zum Verbrenner. Doch das änderte sich 1908.
Der Niedergang
1908 brachte Henry Ford das Model T auf den Markt und stimmte somit den Abgesang für Elektroautos an – zumindest vorerst. Der Benziner belegte nämlich eines: Sie waren zur damaligen Zeit in der Massenproduktion deutlich günstiger, so das US Department of Energy.
Der Leberhaken landete schließlich 1912: Der elektrische Anlasser machte das lästige Ankurbeln von Benzinmotoren überflüssig. Gleichzeitig wurden Benzin, Tankstellen und Straßeninfrastruktur immer besser verfügbar. Damit waren einige der wichtigsten Vorteile der Elektroautos dahin.
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Über Jahrzehnte hinweg verschwanden E-Autos praktisch von unseren Straßen. Erst in den 1960ern und 1970ern entdeckte man sie wieder. Luftverschmutzung und Ölkrisen sorgten erneut für Interesse an Elektroantrieben, doch sie blieben erst mal nur eine Nische – und zwar so sehr, dass es ein echtes Unikum war, dass Peter Lustig in Löwenzahn 1983 ein E-Auto fuhr.
Wie es heute um E-Autos steht, wisst ihr ja: Sie erleben einen zweiten Frühling. Mit leistungsfähigen und vergleichsweise günstigen Lithium-Ionen-Batterien wurden Elektroautos zunehmend alltagstauglicher. Seit diesem Jahrzehnt gehören E-Autos wieder zum Massenmarkt und Straßenbild – über 100 Jahre nach ihrem Niedergang und 200 Jahren nach dem ersten, elektrischen Modellauto.


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