Dass jeder Mensch einen einzigartigen Fingerabdruck hat, wissen die allermeisten wohl schon. Dass aber auch jeder Schädel eine ganz eigene Art hat, zu vibrieren, dürfte weniger bekannt sein. Diesen Fakt wollen Forscher nun nutzen, um eine neue Sicherheitssoftware zu entwerfen.
Geräte mit dem Sound eures Schädels entsperren
Biometrische Authentifizierungsverfahren kennen wir schon lange. Während Passwörter vergessen und von anderen erraten werden können, bieten Fingerabdrucksensoren und FaceID praktische Alternativen, um Handys und andere Geräte zu entsperren.
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Solche Lösungen lassen sich allerdings nicht in alle Geräte einbauen und besonders VR- und AR-Brillen sind bisher in der Regel vergleichsweise schlecht gesichert. Geht man davon aus, dass in den kommenden Jahren Smart Glasses deutlich mehr Verbreitung finden, ergibt sich ein enormes Risiko.
Immerhin filmen solche Brillen alles, was der Träger sieht. Dazu können auch Bankdaten, PINs oder eben Passwörter gehören. In Zukunft wollen Nutzer aber vielleicht auch direkt über ihre VR-Brille auf ihr Online-Banking der Ähnliches zugreifen.
Wenn Smart Glasses im Alltag zur Norm werden sollen, braucht es eine Möglichkeit, diese auch entsprechend zu sichern. Hier könnte die Software VitalID, die von Forschern der Rutgers University in New Jersey entwickelt wurde, Abhilfe schaffen.
VitalID basiert auf der Entdeckung eines neuen biometrischen Merkmals durch das Team. Durch die Atmung und den Herzschlag werden winzige Schwingungen durch unseren Körper ausgesendet. Da die Knochenstruktur und das Gesichtsgewebe jedes Menschen einzigartig sind, sind auch die Muster dieser Schwingungen einzigartig.
Diese winzigen, für uns nicht wahrnehmbaren Vibrationen des Schädels funktionieren also im Grunde genau wie unser Fingerabdruck, indem sie uns ganz eindeutig als wir selbst ausweisen können. Da man VR- und AR-Brillen eh auf dem Kopf trägt, wäre das System wohl perfekt für solche Geräte geeignet.
Die ersten Ergebnisse der Studie sind vielversprechend. Demnach wurde der Nutzer in 95 Prozent aller Fälle korrekt erkannt. »Falsche« Nutzer wurden sogar zu 98 Prozent erkannt und vom System ausgeschlossen.
Die Datensicherheit ist bei AR eine wichtige Thematik. Erst vor einigen Wochen deckte ein Bericht auf, dass Meta die Aufnahmen seiner Smart-Glasses-Nutzer teilweise um die halbe Welt verschickt, wo sie von Fremden geprüft werden.
VitalID ist zwar noch in der Entwicklung, die Forscher bieten aber schon jetzt die Möglichkeit zur Zusammenarbeit und Lizenzierung an. Interessierte Unternehmen könnten die Technologie also übernehmen und weiter ausbauen.
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