Wegen Preisbeeinflussung - EU-Kommission verurteilt Elektronikhersteller zu 111 Millionen Euro Strafe

Weil diverse Elektronikhersteller versucht haben, Online-Händler bei ihrer Preisgestaltung zu beeinflussen, hat die EU-Kommission eine Strafe von insgesamt 111 Millionen Euro verhängt.

von Sara Petzold,
25.07.2018 13:46 Uhr

Neben einigen anderen Elektronikherstellern soll auch Asus Onlinehändler bei ihrer Preisgestaltung beeinflusst haben.Neben einigen anderen Elektronikherstellern soll auch Asus Onlinehändler bei ihrer Preisgestaltung beeinflusst haben.

Wenn ihr eure Preise nicht nach unseren Wünschen gestaltet, beliefern wir euch nicht mehr - so oder so ähnlich sollen diverse Elektronikhersteller Einfluss auf die Preisgestaltung von Online-Händlern genommen haben. Aus diesem Grund hat die EU-Kommission gegen Asus, Denon, Marantz, Philips und Pioneer eine Geldbuße von insgesamt 111 Millionen Euro verhängt, wie ComputerBase mit Bezugnahme auf eine offizielle Pressemitteilung berichtet.

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Die EU-Kommission wirft den Herstellern im Einzelnen vor, »vertikale Preisbeschränkungen in Form von Fest- oder Mindestpreisbindungen« vorgenommen zu haben, »indem sie die Möglichkeiten ihrer Online-Einzelhändler beschränkten, die Einzelhandelspreise für gängige Elektronikprodukte wie Küchengeräte, Notebooks und Hi-Fi-Geräte eigenständig festzulegen«. Dabei hätten sich die Hersteller vor allem auf solche Händler fokussiert, die ihre Produkte zu besonders niedrigen Preisen anboten.

Konkret beanstandet die EU-Kommission dabei folgende Praktiken:

  • Asus verlangte zwischen 2011 und 2014 in Deutschland und Frankreich Preiserhöhungen, wenn die Preise für eigene Produkte unter Asus' Preisempfehlung lagen.
  • Denon und Marantz verfügten zwischen 2011 und 2015 in Deutschland und den Niederlanden vertikale Preisbeschränkungen.
  • Philips nahm in Frankreich zwischen 2011 und 2013 vertikale Preisbeschränkungen vor.
  • Pioneer beschränkte zwischen 2011 bis 2013 in insgesamt 12 EU-Ländern den grenzüberschreitenden Verkauf eigener Produkte über Einzelhändler in andere EU-Mitgliedsstaaten und nahm ebenfalls vertikale Preisbeschränkungen vor.

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Weil sich alle fünf Hersteller kooperativ zeigten, reduzierte die EU-Kommission die verhängten Strafzahlungen um 40 (Asus, Denon, Marantz, Philips) beziehungsweise 50 Prozent (Pioneer):

  • Asus: 63.522.000 Euro
  • Philips: 29.828.000 Euro
  • Pioneer: 10.173.000 Euro
  • Denon & Marantz: 7.719.000 Euro

Asus und Philips müssen demnach klar die höchsten Strafen zahlen, während Pioneer, Denon & Marantz etwas glimpflicher davon kommen.

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