Wenn ihr bei NAS, RAID-Level und Cloudspeicher bislang nur Bahnhof versteht, dann ist dieser Artikel jetzt genau richtig. Und wenn ihr bereits einen eigenen kleinen Server oder einen NAS bei euch zu Hause stehen habt, aber den Speicher aufrüsten wollt, erfahrt ihr hier, welche Festplatten ich euch dafür empfehlen kann.
Hier geht's zu meinem Festplatten-Tipp im Amazon-AngebotInhaltsverzeichnis
- Was ist ein NAS?
- Welche Festplatte ist am besten für einen NAS?
- Welches RAID-System ist für 2, 4 oder 6 Festplatten am besten?
- Fazit
Was ist ein NAS?
NAS steht für „Network Attached Storage“ und bezeichnet einen an euer Netzwerk angebundenen Speicher. Ein NAS ermöglicht euch, eure Daten zentral zu speichern, ohne eine physische Verbindung zwischen eurem Handy, Laptop, PC oder Tablet und dem Speicher. Über euer Heimnetzwerk und auf Wunsch auch das Internet könnt ihr von all euren Geräten auf diese Daten zugreifen.
Einen NAS könnt ihr euch prinzipiell aus einem alten PC, etwas Software und Festplatten selbst zusammenbauen. Einfacher und meistens auch zuverlässiger sind allerdings fertige NAS-Systeme. Allerdings empfehle ich euch unbedingt zu einem System mit mehr als einer Festplatte zu greifen – warum erfahrt ihr gleich.
- Meine Empfehlung für eine sehr gute Einsteiger-NAS mit 2 Festplatten
- Meine Empfehlung für eine hervorragende NAS mit 4 Festplatten
- Meine Empfehlung für eine NAS mit 6 Festplatten für anspruchsvolle Anwender
Welche Festplatte ist am besten für ein NAS?
Festplatten sterben in unseren Laptops und PCs langsam aber sicher aus. Zwar dienen klassische HDDs noch für manche als Archiv-Speicher, aber im alltäglichen Gebrauch spielen Festplatten kaum noch eine Rolle. Ganz anders sieht es bei Servern und NAS-Systemen aus. Genau für diesen Zweck müsst ihr auf einige wichtige Kriterien bei der Auswahl achten:
Was zeichnet eine gute HDD-Festplatte für einen NAS aus?
- 24/7 Betrieb: NAS-Festplatten müssen für den Dauerbetrieb geeignet sein
- Hohe WRL: Das sog. „Workload Rate Limit“ sollte bei über 200 Terabyte pro Jahr liegen
- Viel Speicher fürs Geld: Die Kosten sollten meistens 25€ pro Terabyte nicht überschreiten
Meine Empfehlung für NAS-Festplatten und Speichergrößen:
Mein aktuell bester Tipp, wenn ihr neue Festplatten sucht, ist die Seagate IronWolf Pro. Die gibt es ab vier bis zu satten 24 Terabyte pro Stück. Außerdem bietet sie eine WRL von sehr guten 300 TB/Jahr und mehr als ordentliche Performance. Einzig der Cache-Speicher ist im Vergleich zu anderen Festplatten etwas kleiner.
Das ist die beste Festplatte für ein NAS im Amazon-AngebotAlternative: Ihr könnt auch – je nach aktuellem Preis-Niveau – zu einer Western Digital WD Red Pro greifen. Die bietet sogar doppelt so viel Cache als die Seagate IronWolf Pro. Zu guter Letzt können Anwender mit einfachen Ansprüchen auch zur Toshiba N300 Pro greifen. Letztere bietet „nur“ eine WRL von 180 TB/Jahr und alle drei bieten 5 Jahre Garantie!
Welches RAID-System ist für 2, 4 oder 6 Festplatten am besten?
Bei einem RAID-Verbund werden mehrere einzelne Festplatten zu einem logischen Laufwerk kombiniert. Daraus kann entweder eine gesteigerte Geschwindigkeit beim Lesen und Schreiben, eine erhöhte Datensicherheit oder sogar beides resultieren.
Für einen NAS kommen verschiedene RAID-Konfigurationen infrage, hier ein schneller Überblick:
| RAID-Level | Anzahl Festplatten | Geschwindigkeit | Datensicherheit |
|---|---|---|---|
| RAID 0 | ab 2 HDDs | am besten | schlecht |
| RAID 1 | ab 2 HDDs | besser | am besten |
| RAID 5 | ab 3 HDDs | besser | gut |
| RAID 6 | ab 4 HDDs | gut | sehr gut |
| RAID 10 | ab 4 HDDs | am besten | am besten |
Ein RAID-0-Verbund ist für ein NAS generell nicht zu empfehlen, da beim Ausfall einzelner Festplatten alle Daten verloren sind.
- RAID-Empfehlung für ein 2-Bay NAS (zwei Festplatten): Wenn ihr zwei Festplatten in eurem NAS verwendet, dann kann ich euch nur zu einem RAID-1-Verbund raten. Dabei werden die Daten zu jeder Zeit zwischen beiden Platten gespiegelt. Fällt eine Festplatte aus oder erleidet einen Schaden, verliert ihr dadurch keine Daten. Die Schreibgeschwindigkeit bleibt damit gleich, lediglich die Lesegeschwindigkeit kann im RAID 1 verbessert werden.
- RAID-Empfehlung für ein 4-Bay NAS (vier Festplatten): Für vier Festplatten kommen RAID 5 und RAID-10-Verbünde besonders infrage. Bei RAID 5 behaltet ihr 75% des Speichers, eine Festplatte kann jederzeit ohne Datenverlust ausfallen und die Lese- und Schreibgeschwindigkeit ist deutlich schneller als von einer einzelnen Festplatte. RAID 10 ist noch schneller, allerdings behaltet ihr nur 50% des Speichers. Bei vier Platten mit 4TB also zusammen nur 8TB statt 12 bei RAID 5.
- RAID-Empfehlung für ein 6-Bay NAS (sechs Festplatten): Neben RAID 5 und 10 kommt bei sechs Festplatten auch ein RAID 6 infrage. Im Gegensatz zu RAID 5 behaltet ihr nur knapp 67% statt 83% des Speichers und büßt auch etwas Geschwindigkeit ein, dafür können aber jederzeit bis zu zwei Festplatten ohne Datenverlust ausfallen.
Fazit: Warum ein NAS heute immer wichtiger wird
Von wichtigen Dokumenten und Belegen bis zu kostbaren Erinnerungen in Form von Fotos und Videos – ein großer Teil unseres Lebens liegt heute in Form von digitalen Daten auf unseren Geräten herum. Es ist schon ärgerlich genug, wenn ein Laptop den Geist aufgibt oder das eigene Handy abhandenkommt. Wenn dann auch noch unsere Daten für immer verloren sind, ist das Drama noch größer.
Dabei lässt sich heutzutage so einfach für die eigene Datensicherheit sorgen, ohne Abo für Cloudspeicher und Co. Ein NAS ist die Lösung und sollte in weitaus mehr Haushalten zu finden sein, als das tatsächlich der Fall ist. Wenn ihr noch keinen NAS habt, dann überlegt es euch gut und schaut euch meine Einsteiger-Empfehlung an:
Die beste NAS mit zwei Festplatten für Einsteiger