»Von Menschen für Menschen«: Wikipedia hat nach monatelanger Debatte entschieden, in welchen Ausnahmen sie KI erlauben

KI ist bei Wikipedia nicht grundsätzlich verboten, Artikel dürfen aber nicht komplett KI-generiert sein.

Wikipedia hat sich für klare Richtlinien für den KI-Einsatz entschieden. (Bild: nmann77 - adobe.stock.com) Wikipedia hat sich für klare Richtlinien für den KI-Einsatz entschieden. (Bild: nmann77 - adobe.stock.com)

Nachdem es monatelang Unsicherheiten gegeben hat, hat sich die englischsprachige Wikipedia nun für klare KI-Richtlinien entschieden. KI-generierte Artikel sind demnach verboten, der Einsatz der Technologie ist aber unter Umständen erlaubt.

Wikipedia positioniert sich gegen KI-Artikel

Seit dem Start des großen KI-Booms war auch die Anzahl von KI-generierten Artikeln auf Wikipedia stetig gestiegen. Wie man damit umgehen sollte, wurde intensiv diskutiert und war bis zuletzt umstritten. Zwischenzeitlich wurden solche Artikel sogar zur Schnelllöschung freigegeben.

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Vor wenigen Tagen wurden nun neue, klare Richtlinien für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz formuliert. Komplett KI-generierte Artikel sind verboten. Es ist allerdings erlaubt, eigene Texte mit KI zu überarbeiten und maschinelle Übersetzungen von Wikipedia-Artikeln aus anderen Sprachen zu nutzen.

Wichtig ist aber auch dabei immer, dass die Autoren jede einzelne Zeile auf ihre Richtigkeit prüfen und die nötigen Quellen hinterlegen. KI-generierte Bilder sind vor allem in Artikeln mit KI-Bezug erlaubt. Abseits davon dürfen sie nur nach Absprache eingesetzt werden.

Die englischsprachige Wikipedia folgt damit ihrem deutschsprachigen Pendant, das schon Mitte Februar ganz ähnliche Richtlinien veröffentlicht hatte. Dabei wird festgehalten:

»Die Wikipedia ist ein Projekt mit von Menschen für Menschen recherchierten und geschriebenen Inhalten. Der Einsatz von generativer künstlicher Intelligenz (im Folgenden kurz: KI) im Zusammenhang mit der Erarbeitung von Inhalten für die Wikipedia ist daher grundsätzlich unerwünscht, mit wenigen Ausnahmen, die weiter unten abschließend festgehalten sind.«

Zu den Ausnahmen gehören eben KI-Bilder in Artikeln, in denen es explizit um Themen wie Midjourney geht, Übersetzungssoftware, die mit KI arbeitet, und KI-gestützte Tools zur Fehlererkennung in Texten. Auch die Recherche mit KI ist erlaubt.

KI ist übrigens nicht nur in Form von erstellten Texten ein »Problem« für Wikipedia. Seit KI mehr genutzt wird, haben auch die Seitenzugriffe merklich nachgelassen. Was das für das kritische Denken bedeuten kann, hat Maxe anhand von Studien überlegt.

Insgesamt zielen die Richtlinien in erster Linie darauf ab, dass KI-generierte Inhalte jeglicher Form nicht einfach unhinterfragt übernommen werden. Dass auch ein so ambitioniertes Projekt wie die Wikipedia von einer solchen Technologie profitieren kann, dürfte außer Frage stehen.

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