Microsoft reagiert der kommenden Windows-11-24H2-Version (Build 26120.3281) auf regulatorische Vorgaben der Europäischen Union.
Der Kern der Änderungen ist eine entschlackte Version des Datei-Explorers, die speziell für Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) entwickelt wurde. Für Nutzer mit »Entra-ID-Konten« (ehemals Azure Active Directory) deaktiviert Microsoft vier zentrale Bereiche des Explorers:
- »Zuletzt verwendet«: Chronologische Auflistung zuletzt geöffneter Dateien
- »Favoriten«: Manuell verwaltete Shortcuts zu häufig genutzten Ordnern
- »Details«: Metadaten-Ansicht von Dateien
- »Empfohlene Inhalte«: KI-gestützte Dateivorschläge
Diese Funktionen, ursprünglich zur Produktivitätssteigerung konzipiert, standen laut WinFuture in der Kritik, unbeabsichtigt Rückschlüsse auf Arbeitsgewohnheiten oder Projektstände zuzulassen.
Microsofts Änderungen zielen entsprechend darauf ab, die Angriffsfläche für Datenschutzverletzungen zu reduzieren.
Die Änderung führt laut dem Bericht nicht nur zu einer minimalistischeren Benutzeroberfläche, sondern könnte auch die Performance verbessern. Da weniger Hintergrunddaten synchronisiert und analysiert werden müssen, sind schnellere Ladezeiten bei der Navigation komplexer Ordnerstrukturen möglich.
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Parallel entfernt: Standortverlauf-API und Cortana-Reste
Ein weiterer Schritt zur DSGVO-Konformität ist die Entfernung der Standort-API, die bisher den Standortverlauf der letzten 24 Stunden speicherte.
Diese API ermöglichte dem inzwischen eingestellten Sprachassistenten Cortana, gerätebezogene Positionsdaten auszulesen.
Mit dem Update werden Standortdaten also nicht mehr lokal gespeichert; zudem verschwinden die zugehörigen Standort-Einstellungen. Ob die Daten anderweitig erfasst werden, bleibt allerdings unklar.
Im Kontext der DSGVO ist diese Änderung indes wichtig, um die vorgegebenen »Privacy-by-Default-Einstellungen« zu erfüllen.
Neue OneDrive-Funktionen und Recall-Update
Als Ersatz für entfallene Produktivitätsfeatures führt Microsoft eine Cross-Device-Resume-Funktion für OneDrive ein.
Damit kann die Bearbeitung von Dateien (genannt werden Word, Excel, PowerPoint und PDF) vom Smartphone auf den PC übertragen und fortgesetzt werden. Hierfür nennt Microsoft folgende Voraussetzungen:
- Identisches Microsoft-Konto auf beiden Geräten
- Aktive OneDrive-Anmeldung im Browser des PCs
- Entsperren des PCs innerhalb von 5 Minuten nach Bearbeitungsende am Smartphone
Ein Klick auf die Push-Benachrichtigung öffnet die Datei direkt im Standardbrowser. Das Feature, das an Apples »Handoff«-Funktion erinnert, ist auf Privatnutzer beschränkt – Geschäftskonten werden nicht unterstützt.
Die aufgrund von Datenschutzbedenken umstrittene Recall-Funktion, die regelmäßig Screenshots des Nutzerverhaltens speichert, wird indes einem »Sicherheitsupdate« unterzogen.
Microsoft kündigt an, dass alle bisherigen Snapshots unwiderruflich gelöscht werden. Zukünftige Versionen nutzen stattdessen eine über den TPM-Chip verschlüsselte Speicherung. Zudem soll der Zugriff nur noch nach Windows-Hello-Authentifizierung möglich sein.
Wann die Änderungen es in das reguläre Windows 11 24H2 schaffen, ist bisher nicht bekannt.
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