Tipps und Tuning-Guides rund um Windows 11 gibt es fast so viele wie Klötzchen in Minecraft, Drachen in Skyrim oder Neonlichter in Cyberpunk 2077. Doch heute geht es um zwei Hilfestellungen, die etwas Besonderes an sich haben. Sie stammen nämlich nicht von uns oder anderen Fachseiten, sondern von Microsoft höchstpersönlich!
Der OS-Hersteller gibt Tuning-Tipps. Da schauen wir doch gerne mal genauer drauf. Das Ziel der Aktion soll eine gesteigerte Gaming-Performance sein. Microsoft schreibt auf seiner extra dafür eingerichteten Hilfeseite, dass durch eine Deaktivierung zweier Windows-Dienste auf einigen Testgeräten ein positiver Performance-Einfluss festgestellt worden wäre.
Wir schauen uns die beiden Dienste genauer an, erklären euch, wie ihr sie deaktiviert, und messen im Anschluss stichprobenartig nach, ob wir eine Steigerung der FPS verzeichnen.
Aber Achtung: Es folgt der obligatorische aber dennoch wichtige Hinweis, dass sämtliche Arbeiten an eurem System stets auf eigene Gefahr erfolgen und wir keine Verantwortung für eventuell auftretende Probleme oder Beschädigungen übernehmen. Unsere Einschätzung, was die Risiken betrifft, findet ihr am Ende des Artikels.
Dienst Nr. 1: Speicherintegrität
Der erste Hintergrundprozess, den Microsoft als Kandidat zur Abschaltung nennt, ist die sogenannte Speicherintegrität
. Laut der dazugehörigen Support-Website handelt es sich hierbei um ein Feature der Kernisolation, das bei einem Angriff auf euer System verhindern soll, dass Malware auf Hochsicherheitsprozesse von Windows zugreifen kann.
So deaktiviert ihr die Speicherintegrität:
- Drückt die Windows-Taste, gebt in die Suchleiste
Kernintegration
ein und bestätigt mit Enter. - Es öffnet sich die passende Sektion des Windows-Sicherheitscenters. Hier könnt ihr nun das Feature deaktivieren, indem ihr den Schalter auf
Aus
stellt.
Dienst Nr. 2: VM-Plattform
Der zweite Hintergrundprozess hört auf den Namen VM-Plattform, wobei das VM
für Virtuelle Maschine
steht. Dieses Feature stellt zentrale Dienste rund um - wer hätte es gedacht - virtuelle Umgebungen bereit, was in puncto Sicherheit dann relevant wird, wenn Anwendungen in einer isolierten Sandbox ausgeführt werden sollen, um Zugriffe von Schadsoftware auf das restliche System zu unterbinden.
So deaktiviert ihr die VM-Plattform:
- Drückt die Windows-Taste und gebt in die Suchleiste
Windows-Features aktivieren oder deaktivieren ein
, bestätigt dann mit Enter. - Es öffnet sich eine lange Liste zahlreicher Funktionen des Redmonder Betriebssystems. Scrollt durch bis zu dem Eintrag
VM-Plattform
, entfernt dort den Haken und bestätigt mit einem Klick auf die SchaltflächeOK
.
Performance in Spielen: Was bringt die Abschaltung?
Kommen wir zum wohl wichtigsten Punkt für euch und uns gleichermaßen, nämlich zu der Frage: Profitiert die Gaming-Leistung wirklich von der Abschaltung dieser Dienste?
Mangels Zeit (und Geduld) haben wir nicht unsere komplette Steam-Bibliothek durchlaufen lassen, sondern nur einige ausgewählte, recht hardwarehungrige Titel. Verglichen haben wir die minimalen, durchschnittlichen und maximalen Bilder pro Sekunde in den gleichen Spielszenen über einen Zeitraum von fünf Minuten, jeweils mit und ohne die obigen Hintergrunddienste.
Das Ergebnis ist eher ernüchternd. Im Schnitt lässt sich der Performance-Zugewinn auf rund fünf Prozent beziffern, oft aber auch weniger. In Cyberpunk 2077 kletterten die durchschnittlichen FPS von 52 auf 55, in Metro: Exodus von 67 auf 69 und in Spider-Man Remastered gar nur von 51 auf 52, was also auch reine Messschwankung sein könnte.
Die Leistung kann sich demnach leicht durch die Tuning-Tipps verbessern. Ob und wie stark das der Fall ist, hängt aber potenziell auch von der eigenen Hardware, dem jeweiligen Spiel und den genauen Einstellungen ab.
Fazit: Ist es das Sicherheitsrisiko wert?
Microsoft selbst schreibt, dass Spieler die beiden Hintergrundprozesse nach dem Zocken einfach wieder aktivieren können. Angesichts unserer stichprobenhaften Benchmarks bezweifeln wir jedoch ohnehin stark, dass die Auswirkungen das steigende Sicherheitsrisiko überhaupt wert sind.
Es ist zwar äußerst unwahrscheinlich, aber solltet ihr euch vielleicht schon unbemerkt einen Schädling eingefangen haben, dürfte der sich über die reduzierten Sicherheitsmaßnahmen freuen. Und dann dürfte der Schaden in Form von Datenverlust, Identitätsdiebstahl und Co. die paar Bilder pro Sekunde keinesfalls wert sein.
Solltet ihr das letzte bisschen Performance aus eurem Windows-11-Rechner kitzeln wollen, könnt ihr die oben beschriebenen Maßnahmen aber natürlich dennoch auf eigene Faust ausprobieren.
Es gibt übrigens noch eine ganze Reihe weiterer Features, die ihr in Windows 11 aktivieren könnt, um davon in eurem Alltag zu profitieren. Welche das sind, erklären wir euch hier:
Windows 11: Diese 5 versteckten Features solltet ihr unbedingt kennen
Habt ihr die beiden Dienste testweise ausgeschaltet und eigene Performance-Messungen betrieben? Wenn ja, wie fällt euer Fazit aus? Konnten eure Spiele spürbar davon profitieren oder bestätigt ihr unsere Erfahrungswerte? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!
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