Kennt ihr noch Clippy? Fast 30 Jahre später stellt Microsoft jetzt euren neuen digitalen Helfer Mico vor

Karl Klammer lebt in Mico weiter.

Auf Clippy (oder Karl Klammer) blicken heute viele nostalgisch zurück, doch damals galt er als nervig. Ob das bei Mico auch so sein wird? (Bildquelle: Microsoft - The Verge) Auf Clippy (oder Karl Klammer) blicken heute viele nostalgisch zurück, doch damals galt er als nervig. Ob das bei Mico auch so sein wird? (Bildquelle: Microsoft - The Verge)

Microsoft stellt Mico vor (reimt sich auf »pico«), einen animierten KI-Assistenten für Copilots Voice-Modus. Das Aussehen erinnert an ein Emoji und die Mission ist klar: Microsoft will es weiter ermöglichen, mit unseren Computern zu sprechen.

Das ist in den letzten drei Jahrzehnten der dritte Versuch von Microsoft, einen persönlichen Assistenten für Windows-Nutzer bereitzustellen. Jacob Andreou, Corporate VP of Product and Growth bei Microsoft AI, bringt es im Interview mit The Verge auf den Punkt: »Clippy ist gelaufen, damit wir rennen können.«

Was ist Mico genau?

Anders als die sympathische, aber oftmals nervige Büroklammer von damals reagiert Mico in Echtzeit auf eure Stimme und zeigt passende Gesichtsausdrücke.

Sprecht ihr beispielsweise über etwas Trauriges, zieht die Kugel ein besorgtes Gesicht. Die Animation läuft angeblich so flüssig, dass man »fast vergisst, dass man mit einer KI spricht«.

Die wichtigsten Features im Überblick:

  • Echtzeit-Reaktionen: Mico antwortet mit Mimik und Gestik auf eure Aussagen.
  • Memory-Funktion: Der Assistent merkt sich Fakten über euch und eure Projekte.
  • Learn Live Modus: Statt einfach Antworten zu liefern, stellt Mico Gegenfragen und bringt euch so selbst auf die Lösung.
  • Interaktive Whiteboards: Besonders für Schüler vor Prüfungen oder beim Sprachenlernen gedacht.

Clippy-Easter-Egg inklusive: Natürlich hat Microsoft auch an Nostalgiker gedacht. Andreou verrät: »Wenn ihr Mico sehr, sehr schnell anstupst, könnte etwas Besonderes passieren.« Details nennt er nicht, fügt aber hinzu: »Wir alle leben gewissermaßen in Clippys Schatten.«

Ist Voice die Zukunft?

Microsoft fährt in den USA gerade eine TV-Werbekampagne, die Windows 11 PCs als »den Computer, mit dem ihr sprechen könnt« bewirbt. Mico ist dabei das Gesicht dieser Offensive.

Microsoft AI CEO Mustafa Suleyman deutete die Richtung bereits im Juli an: »Copilot wird definitiv eine Art permanente Identität haben, eine Präsenz, einen Raum, in dem er lebt – und er wird altern.«

Video starten 56:01 GameStar Tech Talk: Geht KI zu weit?

Der dritte Anlauf nach Clippy und Cortana

Microsoft hat es schon zweimal versucht: Clippy versuchte euch ab 1997 mit Ratschlägen zu helfen, bis Microsoft die Büroklammer 2001 in den Ruhestand schickte.

Ein Jahrzehnt später sollte Cortana auf Windows Phone der große Wurf werden – endete aber damit, dass die App 2023 auf Windows 11 eingestellt wurde.

Warum sollte es diesmal klappen? »Die Technologie war vor zehn Jahren einfach noch nicht so weit«, erklärt Andreou.

Und tatsächlich: Mico basiert auf moderner KI, die deutlich mehr kann als simple Sprachbefehle verarbeiten. Ob es ausreicht, um einen anhaltenden Mehrwert zu schaffen, wird sich zeigen.

Wann erscheint Mico?

Mico wird zunächst nur in den USA ausgerollt und ist standardmäßig im Voice-Modus von Copilot aktiviert. Wer die animierte Kugel nervig findet, kann sie aber auch ausschalten – eine Lektion, die Microsoft aus der Clippy-Ära gelernt hat.

Wann Mico im Rest der Welt erscheint, ist noch unklar. Wir gehen davon aus, dass wir den digitalen Helfer spätestens in ein paar Monaten selbst ausprobieren können.

zu den Kommentaren (3)

Kommentare(3)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.