»FCGKW-...«: Microsoft-Entwickler enthüllt die Geschichte hinter dem berüchtigten Windows-XP-Key

Noch vor dem Release von Windows XP gelangte ein 25-stelliger Aktivierungsschlüssel in die Hände einer warez-Gruppe, der für Jahre die Validierung übersprang. Wie das überhaupt möglich war, erklärt nun ein legendärer Microsoft-Entwickler.

Zur Aktivierung von Windows XP reichten 25 Zeichen - und auf einschlägigen Seiten waren es immer dieselben. Zur Aktivierung von Windows XP reichten 25 Zeichen - und auf einschlägigen Seiten waren es immer dieselben.

FCKGW-RHQQ2-YXRKT-8TG6W-2B7Q8: Was wie eine kryptische Zahlen- und Buchstabenfolge aussieht, war Anfang des Jahrtausends eine berüchtigte, in bestimmten Kreisen sogar legendäre Kombination.

Bei dieser Abfolge handelt es sich nämlich um einen Aktivierungsschlüssel für das damalige Microsoft-Betriebssystem Windows XP, der über Umwege an die Öffentlichkeit gelangte und wohl ausnahmslos bei jeder Installation funktioniert hatte. Dave Plummer, einer der damals zentralen XP-Entwickler, gab auf der X-Plattform nun Einblicke in die Geschichte hinter dem Windows-Key.

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Der Key wurde nicht gehackt – sondern geleakt

Zur Aktivierung von Windows XP mussten Nutzer einen zugehörigen Schlüssel mit 25 Stellen kaufen. Zusammen mit der Hardware-ID, die unter anderem aus den wichtigen PC-Komponenten wie Prozessor, Mainboard oder GPU generiert wird, validierte das sogenannte WPA-System (»Windows Product Activiation«) diesen Schlüssel wahlweise online oder per Telefon.

Damit stellte Microsoft sicher, dass Nutzer den Schlüssel auf legale Weise erworben haben und diesen auch nur auf einem Rechner verwendeten.

Zumindest war das die Theorie, denn beim FCKGW-Key handelte es sich um einen Volumenschlüssel, wie Plummer erklärt.

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Solche Volumenschlüssel waren für große Unternehmen gedacht, die so mehrere Installationen durchführen konnten, ohne jedes Mal durch den Aktivierungsprozess zu kommen.

Schlüssel wie der FCGKW-Key waren gewissermaßen in Windows XP »hardcoded«, sodass die Validierung einfach übersprungen und der Schlüssel als gültig wurde. Kurz vor dem Release von Windows XP kam es aber zum Leck:

  • Etwa fünf Wochen vor dem eigentlichen Start des Betriebssystems gelangte der FCGKW-Schlüssel in die Hände der warez-Gruppe »devils0wn«.
  • Nicht nur das: Auch die entsprechende Installation war in den Händen der Pirateriegruppe, die sich natürlich prompt an die Aufgabe machte, Windows XP kostenfrei (und unerlaubt) an suchende Nutzer zu verteilen.

Wie Plummer weiter ausführt, wollte Microsoft mit solchen Volumenschlüsseln seinen Großkunden entgegenkommen, hat die Risiken aber schlicht unterschätzt. Die simple Folge: Der FCGKW-Key diente millionenfach zur Aktivierung von Windows XP und wird teilweise sogar als Symbol für illegale Windows-Versionen verwendet.

Microsoft selbst reagierte immerhin mit Verspätung auf den Fauxpas: Der SP2-Release (Service Pack 2) patchte den schon da berüchtigten Aktivierungsschlüssel aus der Whitelist heraus.

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