Es geht schon nach 10 Minuten los: Jemand hat einen Windows-XP-Rechner mit dem Internet verbunden und dabei auf Schutzmaßnahmen verzichtet [Best of GameStar]

Das Experiment stammt aus dem Jahr 2024 und führt wie zu erwarten war zu einem PC, der mit Viren und Malware infiziert ist – und das bemerkenswert schnell.

Die Windowx-XP-Version des YouTubers wird bereits nach nur zehn Minuten vom ersten Virus infiziert. Die Windowx-XP-Version des YouTubers wird bereits nach nur zehn Minuten vom ersten Virus infiziert.

Der YouTuber Eric Parker hat Windows XP in einer virtuellen Maschine installiert und es mit öffentlich einsehbarer IP-Adresse sowie ohne jede aktive Schutzmaßnahme mit dem Internet verbunden. Die Firewall des vor etwa einem Vierteljahrhundert erschienenen Betriebssystems war also deaktiviert und keine Anti-Viren-Software aktiv.

Wenig überraschend ist der Umstand, dass der Rechner von Schadsoftware befallen wurde. Dass das erstmals bereits nach zehn Minuten geschehen ist, finden wir zumindest bemerkenswert, auch wenn es sich letztlich nur um einen Einzelfall handelt.

Das komplette Video könnt ihr euch unten ansehen. Interessant sind in dem Zusammenhang auch die weiteren Experimente dieser Art, die der YouTuber mit anderen Windows-Versionen durchgeführt hat. Darauf gehen wir gleich ebenfalls noch kurz näher ein.

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Die Zeiten waren noch ganz anders

Dass der Windows-XP-PC so schnell von einem Virus befallen wird, ist auch vor dem Hintergrund der folgenden Aspekte zu betrachten:

  • Windows XP ist zwar alt, aber nicht so alt, dass es auf keinerlei Systemen mehr zu finden wäre. Es dürfte also durchaus weiterhin einen gewissen Anreiz für die Programmierer von Schadsoftware geben, nach verwundbaren XP-Systemen Ausschau zu halten.
  • Die Anfang 2000 noch oft im Einsatz befindlichen DFÜ-Modems hatten in der Regel keine Firewall mit an Board. Bei dieser Art der Verbindung mit dem Internet war man damals also auf die Firewall des Betriebssystems angewiesen.
  • Heutzutage ist dagegen längst in den allermeisten Haushalten eine Firewall vorhanden, die unabhängig von der Windows-Variante einen gewissen Schutz vor Angriffen von Außen bietet. Sie ist in der Regel in den Router integriert, der für die Verbindung mit dem Internet genutzt wird.

Ein Windows XP, das heutzutage mit aktiver Windows-Firewall sowie inklusive aktivem Schutz durch die Firewall im Router mit dem Internet verbunden wird, ist also längst nicht so anfällig für einen Befall mit Viren wie das System aus dem obigen Video, bei dem der YouTuber bewusst auf jede Form von Firewall verzichtet.

Interessant ist der Versuch unter erschwerten Bedingungen aber aus unserer Sicht dennoch.


Video starten 4:00 Was passiert, wenn man dem ersten Windows-Laufwerk den Buchstaben »C« wegnimmt?


Was ist mit Windows 7 & Co.?

Dass neben der Firewall auch die weiteren Eigenschaften des Betriebssystems eine wichtige Rolle spielen können, deutet ein weiterer Versuch von Eric Parker mit Windows 7 an.

Laut seiner Aussagen war ein solches System bei sonst identischen Bedingungen (also ohne jeden Firewall-Schutz) auch nach zehn Stunden mit aktiver Internetverbindung nicht von einem Virus befallen.

Dabei ist zu bedenken, dass es zum Release von Windows 7 im Jahr 2009 bereits deutlich üblicher war, einen PC mit Internetverbindung zu besitzen als noch zum Release von Windows XP im Jahr 2001. Das machte es für Microsoft bei Windows 7 deutlich wichtiger, von Haus aus auf guten Schutz zu achten.

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Weitere Tests mit Windows 2000 und Windows 98

  • Parkers Video zu Windows 2000: Der PC mit dem 2000er-Betriebssystem hatte ähnlich wie der XP-Rechner schnell mit Problemen zu kämpfen. Die Schadsoftware führte in diesem Fall immer wieder zu Abstürzen, was damals üblicher war als heute. Mittlerweile geht es eher darum, durch die Schadsoftware Geld zu verdienen, statt deutlich spürbare PC-Ärgernisse zu erzeugen.
  • Parkers Video zu Windows 98: Auf diesem Rechner finden sich interessanterweise im Gegensatz zu den Versuchen mit Windows XP und Windows 2000 auch nach längerer Nutzung keine Viren. Parker vermutet, dass Windows 98 zu alt ist, um es noch zu einer ausreichend relevanten Zielscheibe von Schadsoftware zu machen.

Eines sollte abschließend ohnehin klar sein: Dass es generell keine gute Idee ist, einen ungeschützten PC mit dem Internet zu verbinden, ganz egal, welches Betriebssystem darauf läuft.


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