Euer nächster Monitor oder Fernseher könnte aus Reis bestehen

Japanischen Wissenschaftlern ist ein technologischer Durchbruch gelungen, mit dem aus Millionen Tonnen Abfall Displays hergestellt werden können.

von Alexander Köpf,
17.04.2022 12:20 Uhr

Aus Reisschalen lassen sich Quantenpunkte herstellen. Aus Reisschalen lassen sich Quantenpunkte herstellen.

Wer sich schon einmal intensiver mit dem Thema Fernseher oder Monitor beschäftigt hat, wird früher oder später über die QLED-Technologie gestolpert sein. Geräte auf Basis von Quantum-Dot-LED stehen in dem Ruf, Farben besonders gut und leuchtstark darzustellen. Die Produktion ist allerdings aufwändig und bedarf unter anderem toxischer chemischer Elemente wie Cadmium und Blei.

Japanischen Wissenschaftlern des Natural Science Center for Basic Research and Development an der Universität von Hiroshima ist nun jedoch ein technologischer Durchbruch gelungen, der nicht nur den Bedarf an Übergangs- und Schwermetallen deutlich reduzieren könnte, sondern dafür sogar noch ein Abfallprodukt aus der Landwirtschaft verwendet. Euer nächster Fernseher oder Monitor könnte daher zum Teil aus Reis bestehen.

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Um genau zu sein: aus Reisschalen. Daraus lässt sich einer Publikation zufolge (via Toms Hardware) nämlich poröses Silizium herstellen. Das wiederum kann in vielen Anwendungsgebieten eingesetzten werden, unter anderem eben auch zur Herstellung der sogenannten Quantum Dots für Samsungs Fernsehgeräte.

Was sind Quantenpunkte? Die Quantenpunkte sind nur wenige Nanometer große, photoaktive Strukturen. Das heißt, sie können Licht absorbieren und wieder abgeben. In Abhängigkeit von der Größe des Quantenpunkts wird das Licht in einer bestimmten Farbe dargestellt.

Ihr könnt euch das so vorstellen: Eine Lichtquelle, die sogenannte LED-Schicht, gibt Photonen ab. Diese treffen dann auf eine Schicht aus Quantenpunkten. Trifft das Licht beispielsweise auf einen zwei Nanometer messenden Quantum Dot, wird blaues Licht daraus. Andere Quantenpunkte wandeln in rotes und grünes Licht um – die sogenannten Primärfarben. Aus diesen werden die tatsächlichen Farben zusammengemischt und auf dem Bildschirm dargestellt.

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Wann kommen die ersten Reis-Bildschirme? Das kann durchaus eine Weile dauern. Die Wissenschaftler sind bisher noch nicht ganz zufrieden mit der Leuchtkraft. Es bedarf also selbst im Labor noch einiger Arbeit. Erst danach kann an der kommerziellen Umsetzung, also der Serienproduktion, gearbeitet werden.

Was haltet ihr von dieser Entdeckung? Sensation oder doch nur eine kleine Randnotiz? Schreibt es gerne in die Kommentare!

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