In der Hardware-Community ist der YouTube-Kanal Major Hardware bekannt für seine Reihe Fan Showdown
, in der Zuschauer eigene, oft abenteuerliche Lüfter-Designs einreichen können.
Jetzt hat der Major aber mal selbst zum 3D-Drucker gegriffen und einen Lüfter entworfen, den ich erst für einen Scherz hielt. Herausgekommen ist ein kuppelförmiges Gebilde, bestückt mit 15 kleinen 30-mm- Lüftern, das optisch ein wenig an eine Radarkuppel erinnert.
Eine Kuppel mit 15 Lüftern
Das Herzstück dieses kuriosen Kühlers ist ein massives, 3D-gedrucktes Gehäuse in Form einer Halbkugel, das auf dem Rahmen eines 120-mm-Lüfters sitzt. Darin verbaut sind 15 Lüfter, deren Durchmesser laut Major Hardware jeweils ca. 30 Millimeter beträgt.
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Die Optik ist dabei an die bekannten Lüfter von Noctua angelehnt und entsprechend im charakteristischen Braun und Beige gehalten. Was ästhetisch polarisiert, lässt technisch jedoch aufhorchen: Durch die Dom-Form wird der statische Druck theoretisch optimiert, um die Abwärme des Prozessors effizient abzuführen.
Während ein einzelner dieser Lüfter einen kaum wahrnehmbaren Luftstrom produziert, sollte die schiere Masse in der speziellen Anordnung für einen massiven Luftstrom sorgen, der direkt auf die Kühlfinnen des Kühlkörpers gepresst wird.
Die Kabelführung war bei gleich 15 Lüftern ebenfalls nicht ganz ohne. Der YouTuber hat sich entschieden, die Kabel an der Oberseite zu verlegen, damit sie im Inneren der Kuppel nicht den Luftstrom behindern.
Wenn die Kühlleistung zum Hörsturz führt
In den Praxistests zeigte sich, dass das Experiment funktioniert. Die Kühlleistung des Lüfter-Doms
kann es durchaus mit einem 120-mm-Lüfter aufnehmen, mehr allerdings auch nicht.
Getestet wurde mit einem Intel Core i7 7700K, der 20 Minuten lang mit 4,9 GHz betrieben wurde. Mit einem Noctua NF-A12x25 120-mm-Lüfter erreichte die CPU dabei eine Temperatur von 69,5 °C. Der Kuppel-Lüfter
kam mit rund 69 °C auf einen ähnlichen Wert.
Bei diesem futuristischen Gebilde dürfte es sich wohl um einen der lautesten Lüfter überhaupt handeln. (Quelle: Major Hardware)
Doch der Preis dafür ist hoch und damit meine ich nicht den finanziellen, sondern den akustischen. Während laut Noctua ein einzelner NF-A12x25 maximal 22,6 Dezibel emittiert, kommt das Monstrum mit seinen 15 Mini-Lüftern auf sagenhafte 73 Dezibel! Das kann man von der Lautstärke her schon mit dem ein oder anderen Staubsauger vergleichen.
Dazu gesellt sich das hochfrequente Surren der 15 kleinen Rotoren, was die Klangcharakteristik auch noch extrem unangenehm macht. Die Nutzung von Kopfhörern, oder besser gleich einem Gehörschutz, wäre bei einer dauerhaften Nutzung dringend anzuraten.
Ein Sieg für die Ingenieurskunst, eine Niederlage für die Ohren
Dieser spezielle Lüfter ist eine reine Machbarkeitsstudie, die wohl niemand jemals in seinem Rechner haben möchte, selbst wenn sie noch so cool aussieht. Sollte es jemals einen solchen Lüfter im Handel geben, wäre er sicher nicht gerade billig.
Dazu bringt er nicht mehr Leistung als ein ganz normales 120-mm-Modell und ist dazu noch unfassbar laut. Insgesamt ist dieser Fan-Dome
eine interessante, kuriose und auch lustige Idee, die hoffentlich niemals einen Hersteller dazu inspirieren wird, ein solches Teil auf den Markt zu bringen.
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