»Es gibt keinen Grund, warum jemand einen Computer zu Hause haben sollte« Dieser Satz kam 1977 ausgerechnet vom Chef der damals zweitgrößten Hardwarmefirma

Ken Olsen hat nicht kommen sehen, dass wir Computer irgendwann in der Hosentasche haben würden.

Auch Technikpioniere wie Ken Olsen greifen mal daneben. (Bildquelle: RIT Digital ArchiveWikicommons) Auch Technikpioniere wie Ken Olsen greifen mal daneben. (Bildquelle: RIT Digital Archive/Wikicommons)

Haltet doch mal kurz inne und überlegt, wie viele Computer ihr zuhause habt.

  • PC
  • Laptop
  • Handy
  • Tablet
  • TV
  • Konsole

Manche davon besitzen wir sogar in mehreren Formen oder mehrfach. Und dann kommen noch Unikate hinzu wie beispielsweise ein Thermomix – die mittlerweile auch ausgewachsene Rechner sind.

Ken Olsen, seiner Zeit Chef von Digital Equipment Corporation, hat das nicht kommen sehen. Er sagte 1977:

Es gibt keinen Grund, warum jemand einen Computer zuhause haben sollte.

Ken Olsen

Fast 50 Jahre später wissen wir: Das Statement ist gealtert wie Milch.

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Wer war Ken Olsen?

Ken Olsen war der Mitgründer und CEO von Digital Equipment Corporation (kurz: DEC). Was, ihr kennt die Firma nicht? Nachstehend ein paar Fakten.

  • Aus der Taufe gehoben wurde die Firma 1957 in Maynard, Massachusetts.
  • In den ersten Jahren produzierte DEC Computermodule.
  • Bereits 1959 entwickelte DEC den PDP-1, den ersten kommerziellen Computer, dessen Stärke es war, mit dem Benutzer oder der Benutzerin zu interagieren, anstatt möglichst effizient zu arbeiten (via CHM).
  • DEC sah sich selbst als Konkurrenz zu IBM. Sie wollten deutlich günstigere Computer entwickeln, die allerdings auch nicht so leistungsfähig waren wie Mainframe-Rechner des Mitbewerbers.

Interessant ist Olsens Aussage vor allem vor dem Hintergrund, dass DEC – so Techradar – großen Anteil daran hatte, Minicomputer zu entwickeln – oder das, was man zur damaligen Zeit als Mini empfand. 

Und hier kommt der Twist.

Da war zum Beispiel der VAX 11/780. Die Zentraleinheit des, nun, »Mini«-Computers war so groß wie zwei Kühlschränke, so der Blogeintrag der Nixdorf-Stiftungen.

Im Vergleich zu heutigen Computern ist der VAX 11780 natürlich überhaupt nicht mini. (Bildquelle: Joe MabelWikicommons) Im Vergleich zu heutigen Computern ist der VAX 11/780 natürlich überhaupt nicht mini. (Bildquelle: Joe Mabel/Wikicommons)

Was Olsens Zitat noch bestärkt, ist die Tatsache, dass es damals hochspezialisierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter brauchte, um die Kühlschränke zu bedienen.

Wenn ihr Zeit und Muse habt, schaut doch mal in die Betriebsanleitung, welche die Louisiana State University hochgeladen hat.

Falls ihr euch für historische Computer interessiert, lest gerne die folgenden beiden Artikel:

Video starten 40:58 Vergesst euren Gaming-PC, wenn das bei Notebooks so weitergeht

Wie Techradar schreibt, behauptete Olsen später, dass er mit seiner ursprünglichen Aussage gar nicht die Rechner meinte, wie wir sie heute in fast jedem Haushalt stehen haben. Er meinte damit eine Art Master-PC, der verschiedene Dinge im Haus automatisiert – Smart Homes also.

So oder so, seine Aussage ist 2026 schlecht gealtert. Man muss Olsen aber zugute halten, dass keiner von uns in die Zukunft schauen kann. Nicht einmal Computer.


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