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Assassin's Creed: Origins im Test - Die Perfektion einer Formel

Das Team von Black Flag will mit Assassin’s Creed: Origins eine kreative Wiedergeburt der Action-Adventure-Serie hinlegen. Im Test erweist es sich aber als weit mehr als das.

von Dimitry Halley,
26.10.2017 13:00 Uhr

Assassin’s Creed: Origins - Testvideo zum Ägypten-Epos 12:28 Assassin’s Creed: Origins - Testvideo zum Ägypten-Epos

Was viele nicht wissen: Früher hat man sich beim Fußball noch ordentlich aufs Maul gehauen. Kein Scherz, vor knapp 500 Jahren spielte man in Florenz »Giuoco del calcio fiorentino« - im Prinzip ein Mix aus Hand- und Fußball, bei dem man aber munter schlagen, treten, würgen, werfen und prügeln durfte. Kein Vergleich zum modernen Fußball.

In nördlicheren Gefilden entwickelte sich quasi zeitgleich sogenanntes »Mob Football«: Zwei (weitgehend betrunkene) Stadtviertel traten gegeneinander an und trugen in wildem Massengerangel eine riesige Schweineblase ans andere Ende der Stadt. Und ja, auch da bekam man ordentlich auf die Nase.

Ihr seht also: Manche Ideen brauchen eine Weile. Auch wenn die ganzen Grundkonzepte von heutigem Fußball (Ball, Teams, Tor, Kicken) schon irgendwo existierten und Spielern Freude bereiteten, war es trotzdem ein langer, langer Weg, bis Ronaldo seinen berühmten Torjubel praktizieren konnte, ohne dass ihm jemand dabei die Zähne ausschlagen darf. Die Perfektion einer Formel braucht ihre Zeit. Bei Assassin's Creed lief das ganz ähnlich.

Was und wie haben wir getestet?
Im Rahmen eines einwöchigen Test-Events in Paris haben wir Assassin's Creed: Origins ohne Aufsicht auf Herz und Nieren getestet, die Kampagne durchgespielt und uns aufs Maximallevel hochgearbeitet - allerdings komplett auf einem Dev Kit der Xbox One X. Darüber hinaus haben wir hier in der Redaktion mehrere Stunden mit der PC-Version verbracht, die Technik unter die Lupe genommen und nach möglichen Fehlerquellen Ausschau gehalten.

Seit zehn Jahren bringt Ubisoft ein Spielprinzip für moderne Open Worlds auf den Weg, das viele Highlights feierte, aber auch reichlich Kritik einstecken musste. Mit Assassin's Creed: Origins erlangt diese Formel einen neuen Meilenstein, der das Spiel neben dem famosen Black Flag zum bisher besten Teil der Serie macht. Umso ärgerlicher, dass wir nicht sofort über diese Glanzlichter sprechen können. Denn zuerst muss (wie so oft 2017) ein nerviger afrikanischer Elefanten aus dem Raum getrieben werden: die Mikrotransaktionen.

Der Echtgeld-Elefant

In Assassin's Creed: Origins gibt's drei verschiedene Arten, seine echten Euros im Spiel zu verbraten: erstens ein regulärer DLC-Shop für anstehende Erweiterungen, zweitens ein Item-Shop mit einer Auswahl legendärer Rüstungen und Waffen für unsere Spielfigur Bayek sowie drittens ein Arsenal an »Zeitersparnissen«. Dort gibt's Erfahrungspunkte, Ingame-Geld, Übersichtskarten aller Geheimnisse, Ressourcen und so weiter, um im Spiel schneller voranzukommen.

Theoretisch kann man sich mit Zeitersparnissen seinen Charakter zum Superman erkaufen. Aber macht das Spaß?Theoretisch kann man sich mit Zeitersparnissen seinen Charakter zum Superman erkaufen. Aber macht das Spaß?

Allerdings können wir dem Echtgeld-Ungetüm schnell den Zahn ziehen: Im Rahmen unseres 30-stündigen Spieldurchgangs mussten wir keinen einzigen Gedanken an Mikrotransaktionen vergeuden. Man wird auch nicht wie noch in Unity mit der Nase auf irgendwelche verschlossenen Truhen gestoßen, die man nur mit echtem Geld öffnen kann.

Die im Shop verfügbaren Items sind zum Release-Zeitpunkt überschaubar und eher alberne Kuriositäten (ein Einhorn als Reittier) als wirklich nützlich. Die besten Waffen, Outfits und Gadgets bekommt man komplett kostenlos im Spiel.

Auch die Heka-Truhen, kaufbare Schatzkisten mit zufallsgeneriertem Inhalt, lassen sich fair über Ingame-Währung freischalten. Der Echtgeld-Shop ist sogar so überflüssig, dass sich Ubisoft hier unverdient ins eigene Fleisch schneidet. Denn man darf sich keiner Illusion hingeben: Die paar ausgelagerten Items dienen einzig dem Ziel, den Spielern noch ein paar Extra-Moneten aus der Tasche zu locken.

Und das wird der sonore Teil der Community entsprechend lautstark anprangern. Schade drum, denn Origins bietet ein extrem fair ausbalanciertes Freischaltsystem, das eben nur auf den ersten Blick unfair aussieht. Und ganz generell hätte es das Spiel nicht verdient, in Foren und Steam-Reviews auf Mikrotransaktionen reduziert zu werden. Denn Bayeks Reise durch das antike Ägypten bietet so viel mehr.

Zwei Hauptfiguren

Wobei »Bayeks Reise« ein bisschen zu kurz greift. In Wahrheit handelt es sich bei Origins ähnlich wie beim Vorgänger Assassin's Creed Syndicate um die Geschichte eines Pärchens. Die meiste Zeit über spielt man den knapp 30-jährigen Bayek, in einigen Story-Missionen steuern wir hingegen Aya.

Aya und Bayek kommen beide in Origins zum Zug.Aya und Bayek kommen beide in Origins zum Zug.

Anders als bei Syndicate sind die beiden aber keine Geschwister, sondern ein Liebespaar, das im antiken Ägypten nach einem gemeinsamen tragischen Erlebnis auf bittere Rache sinnt. »Antik« heißt in dem Fall rund 49 v. Chr. Das alte Pharaonenreich der Ägypter befindet sich schon seit knapp 250 Jahren unter griechischer Fremdherrschaft, jetzt wollen auch die Römer unter Julius Caesar ihr Stück vom Regentschafts-Kuchen.

Und im Spannungsfeld dieser drei Nationen jagen Aya und Bayek sinistre Verschwörer quer durch Ägypten. Hinzu kommt noch Bayeks spezieller Beruf: Als sogenannter Medjai verdingt er sich im Prinzip als Captain America der Wüste - offiziell arbeitet er für den Pharao, in Wahrheit dient er aber dem ägyptischen Volk als Beschützer.

Assassin's Creed: Origins - Screenshots aus der PC-Version ansehen

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