Battle Brothers - Mount & Blade als Rundenstrategie

In Battle Brothers führen wir unsere eigene Söldnerkompanie. Ob unsere Männer Gold und Ruhm anhäufen oder elendig verrecken, hängt dabei ganz von unserem Geschick als Manager und Stratege ab.

von Jochen Redinger,
17.03.2017 12:56 Uhr

Auch Siege können uns in Battle Brothers gute Männer kosten. Hart, aber faszinierend.Auch Siege können uns in Battle Brothers gute Männer kosten. Hart, aber faszinierend.

Da liegt Dietrich, sein Leib zerschmettert, während sein Mörder triumphierend über seiner Leiche thront und seine Kameraden sich hastig zurückziehen, nur um ein Gefecht später von Untoten niedergemetzelt zu werden. Hätte Bertram sein Leben als Fischer doch nie für uns aufgegeben!

Die Welt von Battle Brothers ist keine freundliche, Dietrich weiß das jetzt. Genau wie wir, nachdem wir uns als Söldnerhauptmann in die Schlacht geworfen und jede Fehlentscheidung getroffen haben, die sich nur fällen lässt. Die Welt von Battle Brothers ist nicht mal schön, aber sie fasziniert uns dennoch.

Mount & Blade trifft Total War trifft XCOM

Schon der Auftakt des Spiels ist düster: Unsere Gruppe gerät in einen Hinterhalt, den nur drei Männer überleben, es ist an uns, sie wiederaufzubauen und zu neuem Ruhm zu führen. Kaum ist dieser erste Kampf geschlagen, landen wir in einer zweigeteilten Welt, die stark an die Sandbox von Mount & Blade erinnert.

Auf der zufällig erstellten Weltkarte bewegen wir unseren Trupp von Siedlung zu Siedlung, schlagen das Lager auf oder versuchen uns als Fährtenleser. Betreten wir eine Siedlung, wechselt die Ansicht in eine Übersicht des Ortes, über die wir wichtige Anlaufstellen wie den Marktplatz, den Hafen oder Quest-Geber ansteuern.

Begegnen wir Feinden, sei es aufgrund eines Söldner-Auftrags oder durch Zufall, schaltet Battle Brothers in den rundenbasierten Taktik-Kampf, das Herzstück des Spiels - und die letzte Ruhestätte vieler tapferer Männer.

Neben menschlichen Gegnern begegnen wir auch übernatürlichen Feinde wie Untoten oder Orks.Neben menschlichen Gegnern begegnen wir auch übernatürlichen Feinde wie Untoten oder Orks.

Schildwall gegen Zombie-Horde

Wie unsere Soldaten in der Schlacht abschneiden, hängt hauptsächlich von vier Faktoren ab: Ausrüstung, Aufstellung, Erschöpfung und Moral.

  • Ausrüstung: Rüstung reduziert den Schaden, den unsere Kämpfer erleiden, die ausgerüsteten Waffen entscheiden über ihre möglichen Aktionen. Mit Äxten lassen sich beispielsweise Schilde zerhacken, Dolche können Blutungen verursachen, mit Schilden können wir einen effektiven Schildwall bilden. Dazu kommen spezielle Ausrüstungsgegenstände wie Falken oder Kampfhunde, die wir zum Ausspähen oder als Kampfunterstützung nutzen.
  • Aufstellung: Formieren wir mehrere Männer zum Schildwall, verstärkt sich ihre Verteidigung, platzieren wir sie auf erhöhtem Gelände, gewinnen sie einen Bonus auf die Trefferchance, während der Gegner einen Malus erleidet. Aber Vorsicht: Schwinger können auch unsere eigenen Leute treffen, Armbrustbolzen oder Pfeile, die wir ins Getümmel schießen, auch.
  • Erschöpfung: Jede Aktion, die sie ausführen, ermüdet unsere Soldaten. Marschieren, schlagen, Waffen wechseln, nachladen - wenn wir unseren Trupp gedankenlos drauflosprügeln lassen, ziehen wir schnell den Kürzeren, vor allem gegen übernatürliche Feinde wie Untote, die selbst keine Erschöpfung kennen.
  • Moral: Der Kampfgeist unserer Mannschaft hängt wie in den Total-War-Spielen von vielen Faktoren wie Ermüdung, erlittenen Wunden oder der Feindpräsenz ab. Wird einer unserer Krieger etwa umzingelt oder muss zusehen, wie seine Kameraden abgeschlachtet werden, kann seine Moral brechen - er flieht.

Mannen-Manager

Abseits der Kämpfe managen wir unsere Truppe. Neue Soldaten müssen angeheuert und ausgerüstet, Essen gekauft und Skillpunkte verteilt werden.Abseits der Kämpfe managen wir unsere Truppe. Neue Soldaten müssen angeheuert und ausgerüstet, Essen gekauft und Skillpunkte verteilt werden.

Damit wir innerhalb und außerhalb der Schlachten überleben, müssen wir Management-Geschick beweisen. Das fängt beim Verwalten unserer Kriegskasse an, mit der wir neue Leute anheuern sowie Sold, Nahrung, Waffen, Rüstungen und Besuche beim Medikus bezahlen.

Um mehr Münzen aus Quests zu schlagen, können wir verhandeln, auf dem Marktplatz helfen uns geschickte Händler in der Truppe weiter. Geborgene Ausrüstung lässt sich außerdem Reparieren und in den Siedlungen weiterverkaufen. Die Werkzeuge dafür müssen wir jedoch erst für viel Geld kaufen.

Kein Wunder, dass unsere ersten Gehversuche in Battle Brothers jämmerlich gescheitert sind, selbst auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad. Es spricht jedoch sehr für das Spiel, dass wir es immer wieder versuchen wollen! Das nächste Mal sind wir besser vorbereitet, klüger… und vielleicht glücklicher. Es motiviert nämlich sehr, wenn wir mit der Erfahrung aus dem letzten gescheiterten Versuch immer länger durchhalten und auch schwierige Gegner mit weniger (oder gar keinen!) Verlusten angehen können.

Battle Brothers ist bereits seit dem 27. April 2015 als Early-Access-Spiel auf Steam verfügbar, das fertige Spiel erscheint am 24. März 2017.

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