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Black Prophecy im Test - Der Weltraum: spektakulär UND öde

Das Free2Play-Weltraumspiel Black Prophecy vom Neocron-Macher Reakktor fängt mit Warp-Geschwindigkeit an. Doch dann rauscht plötzlich ein Notruf durchs All: »Houston, uns geht die Luft aus!«

von Daniel Matschijewsky,
15.04.2011 19:35 Uhr

Alltag in einem Online-Rollenspiel: »Oh, da steht ein Gegner. Na, den haue ich zu Klump!« Wir holen aus. Doch statt dynamischer Schwerthiebe reiht das Programm Fortschrittsbalken und aufsteigende Zahlen aneinander, die förmlich herausschreien, dass hier nicht gekämpft, sondern nur gewürfelt wird. Das neue Weltraum-MMO Black Prophecy vom Neocron -Entwickler Reakktor macht es anders. Hier wird in Echtzeit geschossen, Treffer richten sofort Schaden an. Black Prophecy fühlt sich dadurch wie ein waschechtes Actionspiel à la Freelancer oder Darkstar One an. Und es bietet auch genauso viel unterhaltsame Kurzweil.

Wer indes tiefer in die MMO-typische Materie aus Talenten, Charakterklassen, Chats, Gilden und Quests einsteigen will, der sei gewarnt: In der aktuellen Version - kurz nach dem Release - fällt Black Prophecy vergleichsweise dünn aus. Science-Fiction-Fans sollten trotzdem aufhorchen. Zum einen hat Reakktor bereits umfangreiche Updates angekündigt. Zum anderen kostet Black Prophecy grundsätzlich keinen Cent. Das Spiel wird über sogenannte Micro-Transaktionen finanziert, also über den spielinternen Kauf von einzelnen Gegenständen oder Boosts für echtes Geld.

Der Einstieg: filmreif, aber kurz

Schon allein der Auftakt von Black Prophecy ist das Anspielen wert. Wir geraten als aufstrebender Jungpilot in einen Krieg zwischen den technikorientierten Tyi und den der Biologie zugewandten Geniden (die sich spielerisch aber kaum voneinander unterscheiden). Und was für ein Krieg! Schon in den ersten Minuten ballern wir mit Geschützen auf gigantische Schlachtkreuzer, staunen über das bildhübsche, aufwändig beleuchtete All, sehen Jäger in gleißenden Explosionen aufgehen und erleben in einer spektakulären Zwischensequenz, wie das Gefecht eine unschöne Wendung nimmt.

Nur wenig später fliehen wir durch einen vereisten Asteroidengürtel, verteidigen den Spire, die Hauptstadt des Nimbus-Sektors, und legen uns mit einem bizarren Alien-Mutterschiff an. Erzählt wird die Handlung durch mit filmreifer Musik unterlegte Videoschnipsel und gut vertonte Dialoge.

Der Auftakt Der Auftakt zieht dank spektakulärer Schlachten sofort ins Spiel.

Aha-Momente Tolle Aha-Momente: Hier fliegen wir in Formation auf gigantische Tyi-Schlachtschiffe zu.

Questdesign Lahmes Design: In den Quests starren wir oft auf Fortschrittsbalken.

Schiffsbau Das Schrauben am eigenen Schiff sieht kompliziert aus, macht aber Spaß.

Massenschlachten Selbst in großen Gefechten haben wir dank der gelungenen Steuerung stets den Überblick.

Der Clou: Im Verlauf des etwa fünf Spielstunden umfassenden Prologs erledigen wir Missionen sowohl für die Tyi als auch die Geniden und lernen so beide Seiten kennen. So fällt die Wahl leichter, wenn wir uns mit dem Erreichen der sechsten Stufe für eine der Fraktionen entscheiden müssen. Wer nun hofft, dass es derart tempo- und wendungsreich weitergeht, den müssen wir enttäuschen. Mit dem Prolog endet auch die Geschichte von Black Prophecy.

Fortan geht es ohne roten Faden weiter, der Konflikt dient lediglich als Bühne für das Absolvieren standardmäßiger, meist instanzierter Quests; Sie spielen diese Aufträge aber weitgehend allein. Zwar hat Reakktor angekündigt, die Handlung durch kostenlose Updates bald fortzusetzen. Wie aber sowohl Einsteiger als auch hochstufige Spieler gleichermaßen plausibel durch nachgereichte Story-Bausteine geführt werden sollen, dürfte dem Team noch Kopfzerbrechen bereiten.

Die Quests: zahlreich, aber ideenarm

Missionen erhalten wir an freundlich gesinnten Raumstationen. Bizarr: Während wir so genannte Daily-Quests und Aufgaben, die ansatzweise mit der Hintergrundgeschichte zu tun haben, außerhalb der Station durch einen Funkspruch annehmen können, müssen wir für alle anderen Aufträge landen und die Bar besuchen. So oder so fallen die Quests ideenarm aus.

Zwar klingen die Aufgabenstellungen in der Theorie recht cool, so sollen wir beispielsweise ein Reparaturschiff beschützen oder eingefrorene Geschütztürme enteisen. Letztlich beschränken sich die Ziele aber stets darauf, eine bestimmte Anzahl bestimmter Gegner auszuschalten, Checkpoints abzufliegen oder Wracks zu bergen. Schlimmer noch: Folge-Quests erhöhen lediglich die Siegbedingungen. Da werden aus »Töte zehn Tyi« erst 25, dann 50 und schließlich gar 100.

Black Prophecy - Screenshots ansehen

Zwar variieren die wiederholbaren Quests bisweilen ihre Ausgangssituation, und es gibt eine handvoll auf Gruppen ausgelegte Missionen. In seinem jetzigen Zustand kann Black Prophecy aber trotzdem bei weitem nicht mit der Quest-Fülle und Vielfalt anderer Free2Play-Titel wie etwa Runes of Magic mithalten. Auch der PvP-Teil motiviert momentan nur bedingt. Zum einen balanciert das Programm die Spieler nicht aus, so treffen frische Level-6-Recken regelmäßig auf fortgeschrittene Spieler der Stufe 18. Zum anderen gibt es für PvP-Fans momentan noch wenig zu tun.


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