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Datenschutz in Spielen - Ein Datenschatz zum Zugreifen

Spieler produzieren im Laufe ihres interaktiven Daseins viele, viele Daten. Datenschutz sollte absolute Priorität haben, wenn man sich online einloggt. Doch dafür interessieren sich scheinbar nur wenige Spieler und noch weniger Unternehmen. Also gehen Hersteller munter auf Daten-Sammeljagd – doch ein neues EU-Gesetz könnte der Goldgräberstimmung ein Ende setzen.

von Martin Dietrich,
11.11.2017 08:00 Uhr

Datenschutz ist wichtig, wird aber oft stiefmütterlich behandelt.Datenschutz ist wichtig, wird aber oft stiefmütterlich behandelt.

Aufgeregt reißen wir die Verpackung des sehnlich erwartenden Spiels auf und werfen die DVD hastig ins Lesegerät. Bevor der Installer seinen lebenswichtigen Dienst verrichtet und die geforderten Daten auf die Festplatte schaufelt, müssen wir uns jedoch erst auf einer Online-Plattform anmelden. Als erfahrener Videospieler kennen wir das Prozedere mittlerweile.

Ein paar Klicks später ist die Software auf unserem Rechner und die Anmeldedaten sind in alle geforderten Felder eingetippt. Nur ein Häkchen trennt uns noch vom sorgenlosen Spielvergnügen: die Datenschutz-Richtlinie. Klar, die haben wir gelesen, verstanden und akzeptiert.

Gut, zumindest letzteres trifft zu, denn so richtig beschäftigen wollen wir uns damit nicht. Schließlich hätte ein »Nein« auch ein »Nein« seitens der Online-Plattform zur Folge - und das Spiel liefe nicht. Und was will so eine Online-Plattform denn schon von uns wissen? Eine ganze Menge.

Großer Report über Videospielabhängigkeit - Machen Spiele süchtig?

Online-Spiele wie World of Warcraft häufen einen gewaltigen Datenschatz an. Diese Informationen werden oft auf Servern im Ausland gespeichert – was dort damit geschieht, können EU-Behörden bislang kaum kontrollieren.Online-Spiele wie World of Warcraft häufen einen gewaltigen Datenschatz an. Diese Informationen werden oft auf Servern im Ausland gespeichert – was dort damit geschieht, können EU-Behörden bislang kaum kontrollieren.

Interessant ist erstmal alles

Werfen wir doch mal einen Blick auf das Textmonster namens Datenschutz-Richtlinie. Man wolle »Verhaltensmuster und Gewohnheiten der Nutzer« auswerden, heißt es etwa bei Steam, und Origin hat ein Interesse an »Leistungen, Benutzerranglisten, die Zeit, die Sie für unsere Spiele aufwenden, und Klickpfade«. Dazu kommen meistens noch der vollständige Name, Adressdaten, Geburtsdatum und teilweise welche Hard-und Software von Drittherstellern auf dem PC installiert sind. Firmen wie Valve, Electronic Arts oder Ubisoft häufen folglich einen gewaltigen Datenschatz an, den sie zu unlauteren Zwecken missbrauchen könnten.

Oder sie werden zum Opfer ihrer eigenen Schludrigkeit, wenn sie diese Informationen nicht ausreichend schützen. So werden im Januar 2015 1.800 Minecraft-Benutzernamen mitsamt Passwörtern ausspioniert und veröffentlicht. Im gleichen Jahr können Steam-Nutzer aufgrund eines internen Speicherfehlers zeitweise sensible Daten anderer Accounts einsehen, etwa die letzten Ziffern der Kreditkarte oder die Telefonnummer.

Noch schlimmer trifft es 2011 Sony, als ein Hackerangriff auf ihr Playstation-Ökosystem rund 77 Millionen Accounts vogelfrei macht. Die Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden offenbaren überdies, dass der amerikanische Geheimdienst NSA Chats von World of Warcraft oder Second Life überwachen ließ. Laut den Enthüllungen wurden bei Second Life an drei Tagen mehr als 170.000 Zeilen an Nachrichten gesammelt und ausgewertet.