For Honor - So will Season 2 das Spiel umkrempeln

Mit dem Start der 2. Season für For Honor soll alles anders werden: Neue Helden, neue Balance, neue Ausrüstungswerte. Kann Ubisoft das Schwertkampf-Spiel so vor dem Verrosten retten?

von Philipp Elsner,
17.05.2017 13:34 Uhr

For Honor - Cinematic-Trailer zur »Season 2: Shadow & Might« 0:40 For Honor - Cinematic-Trailer zur »Season 2: Shadow & Might«

Mit dem Start der 2. Season in For Honor soll nichts Geringeres als ein Neustart für das Multiplayer-Nahkampfspiel gelingen.

Deshalb fügen die Entwickler nicht nur zwei neue Helden und Maps hinzu, sondern verpassen auch dem Ausrüstungs-System, der Helden-Balance, bestehenden Movesets, Loot und dem Level-System eine Generalüberholung. Wir fassen zusammen, was sich jetzt alles ändert.

Änderungen bei Gear & Loot

Ein häufiger Kritikpunkt der Community an For Honor war das Ausrüstungs-System, das zu wenig Vielfalt bot. Gleichzeitig waren die Vorteile von High-Level-Gear zu stark. Deshalb gewährt jetzt auch die Standard-Ausrüstung (Level 0) kleine Boni zwischen 0,6% und 1,2%. Zudem wurden sämtliche Gear-Stats neu verteilt. Folgende Slots verfügen jetzt über diese Item-Werte:

  • Waffe 1 (Klinge): Angriff, Verteidigungsdurchdringung, Blockschaden
  • Waffe 2 (Griff): Angriff, Regeneration durch Exekution, Revive-Geschwindigkeit
  • Waffe 3 (Parierstange): Angriff, Rachemodus-Zuwachs, Rachemodus-Angriff
  • Helm: Verteidigung, Erschöpfungsdauer, Debuff-Widerstand
  • Brust: Verteidigung, Rachemodus-Verteidigung, Rachemodus-Dauer
  • Arme: Verteidigung, Stamina-Verbrauch, Stamina-Regeneration

Mit dem Update auf Version 1.07 ist es außerdem möglich, nach einem Match Episches Gear zu erhalten, wenn man mindestens Ruf-Level 5 hat. Die Loot-Regeln für seltene und heroische Items wurden entsprechend angepasst und bis Ruf-Level 4 (selten/rare) beziehungsweise Ruf-Level 6 (heroisch/heroic) gedeckelt.

Im Zusammenspiel mit generell mehr XP pro Match bleibt das Fortschrittssystem so länger motivierend und abwechslungsreicher als bisher. Die Stats von Loot mit niedriger Seltenheitsstufe wurden im Gegenzug angehoben, damit auch Anfänger schneller spürbare Fortschritte machen können. Zusätzlich gibt es folgende Balance-Anpassungen:

  • Stats erhöhen sich bei niedrigen Seltenheitsstufen pro Level schneller, als hohe Seltenheitsstufen.
  • Negative Stats wurden leicht erhöht, damit auch bei niedrigen und mittleren Seltenheitsstufen abgewogen werden muss.
  • Neue Stat-Varianten mit geringfügigen Boni und Mali, um ausbalancierte Helden mit hohen Stufen zu ermöglichen.
  • Angriffs-Stats wirken sich nicht mehr auf Feats (Spezialfähigkeiten) aus, sondern nur auf normale Attacken.
  • Im Menü werden die Item-Werte jetzt mit konkreten Zahlen statt nur Balken dargestellt und sind besser vergleichbar.

Was heißt das im Klartext? Die Kluft zwischen hoch- und niedrigstufiger Ausrüstung wird etwas kleiner, was der Balance guttun dürfte. Außerdem sorgen das neue Loot-System und schnellere Levelaufstiege für mehr Motivation.

For Honor - Gameplay-Trailer stellt den Zenturio vor 1:28 For Honor - Gameplay-Trailer stellt den Zenturio vor

Mehr Fairness durch Bugfixing

Seit dem Release von For Honor plagten ein paar fiese Exploits die Community. Mit Season 2 und dem zugehörigen Update soll damit nun Schluss sein. Folgende Bugs fliegen raus:

Soft Feint: Diese von vielen verhasste Mechanik ermöglichte es, Guardbreaks und Attacken durch andere Angriffe und Stance-Veränderung abzubrechen und somit anzutäuschen. Mit dem Update sind nur noch "reguläre" Finten mit dem Cancel-Button möglich.

Unlock-Exploit: Durch einen Bug war es bislang möglich, einen zunächst aufgeschalteten Gegner anzugreifen und während der Animation den Guard Mode zu verlassen, wodurch die Attacke für den Gegner unblockbar wurde. Nach dem Update ist dies nicht mehr möglich.

Ubisoft hat sich auch der PC-Version angenommen und einige Änderungen an der Steuerung und am Interface vorgenommen. So wurde zum Beispiel die Unterstützung von Controllern verbessert und die Performance für Multi-GPUs optimiert. In den offiziellen Patch-Notes listet Ubisoft alle PC-spezifischen Verbesserungen auf.

Was heißt das im Klartext? Einige sehr ärgerliche Ungenauigkeiten und Schwachstellen in der Spielsteuerung sind endlich passé. Die Kämpfe laufen deshalb deutlich fairer ab. PC-Spieler bekommen außerdem endlich mehr Feineinstellungen und Steuerungsoptionen für Maus/Keyboard und Gamepads.

For Honor - Gameplay-Trailer stellt den Shinobi vor 1:17 For Honor - Gameplay-Trailer stellt den Shinobi vor

Neue Movesets, bessere Balance

Einer der größten Verlierer der bisherigen Heldenriege war der Plünderer der Wikinger. Season 2 verbessert sein Kit grundlegend, verleiht seinen Angriffen mehr Schaden und macht ihn flexibler.

Sein Stun-Angriff mit dem Axtschaft ist nun noch vielseitiger einsetzbar, z.B. aus angetäuschten schweren Angriffen heraus. Außerdem wird sein Wurf nach einem Guard Break verbessert, um ihn in 1-vs-1-Situationen effektiver zu machen. Zudem wurden seine Stamina-Werte verbessert.

Bei Shugoki und Nobushi wurde die Angriffsgeschwindigkeit außerhalb des Guard Mode angepasst, sodass Kämpfen im Guard Mode keine Nachteile mit sich bringt. Lawbringer, Warden, Peacekeeper und Warlord erhalten ebenfalls kleinere Veränderungen und Bugfixes.

Was heißt das im Klartext? Ubisoft nimmt das Balancing ernst und nimmt das nötige Feintuning vor, um die Duelle fairer zu machen. Ob das geglückt ist, werden erst die Monate nach dem Update wirklich zeigen.

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Mehr Helden braucht die Welt

Nachdem die Wikinger den Faction War der ersten Season für sich entscheiden konnten, erhalten die beiden anderen Parteien Verstärkung in Form des Zenturion (Ritter) und des Shinobi (Samurai).

Der Shinobi bringt mit seinem Kusarigama eine neue Waffengattung mit und kann diese Sicheln an Ketten sowohl im Nahkampf als auch auf Distanz einsetzen. Er verfügt über die bislang längsten Kombo-Ketten von For Honor und kreative Mix-Up-Angriffe.

Dadurch ist er zwar nicht gerade einfach zu spielen, dafür aber auch unberechenbar im Kampf. Außerdem kann er als einziger Held einen »Super Sprint« aktivieren und sich kurze Zeit schneller fortbewegen als andere Klassen. Durch Gedrückthalten der Angriffstasten lädt der Shinobi Schläge auf und verleiht ihnen zusätzliche Reichweite. Zudem kann er zweimal schnell hintereinander Ausweichen und damit auch Angriffe starten.

So spielt man ihn: Alle Moves & Skills des Shinobi im Überblick bei PvPlive.net

Der Zenturion fokussiert sich weniger auf Schnelligkeit und Überraschungsmanöver, als auf schiere Gewalt. Er durchbricht mit einer Vielzahl von unblockbaren Angriffen die Verteidigung und setzt mit Tritten und Schlägen nach, die den Gegner aus dem Gleichgewicht bringen.

Jede seiner Kombos kann mit einem nicht blockbaren schweren Hieb beendet werden. Außerdem kann er mit der Guard-Break-Taste Kicks und Fausthiebe auslösen, die den Gegner straucheln oder zu Boden stürzen lassen. So hält der Zenturion den Druck aufrecht und zugleich den Gegner im Ungleichgewicht.

So spielt man ihn: Alle Moves & Skills des Zenturion im Überblick bei PvPlive.net

Was heißt das im Klartext? Die beiden neuen Helden spielen sich sehr unterschiedlich und bringen frische und interessante Mechaniken ins Spiel. Ihre neuen Kampfstile dürften auch das Metagame etwas durcheinanderwirbeln und für Abwechslung sorgen. Natürlich kommen auch jede Menge neue Waffen- und Rüstungsteile, Verzierungen, Animationen und andere Unlocks ins Spiel.

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