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Kane & Lynch 2: Dog Days im Test - Nackt in Shanghai

Mit Wackelkamera im Nacken stolpt das Verbrecher-Duo in Kane & Lynch 2: Dog Days durch öde Ballereien von einem Schlamassel in den nächsten.

von Petra Schmitz,
20.08.2010 12:55 Uhr

Es ist stets eine Gratwanderung für Entwickler, uns Protagonisten zu servieren, die eben nicht strahlende Helden, nicht die Gutmenschen par excellence sind. Das dänische Team von IO Interactive hat sich auf solche Gratwanderungen spezialisiert, durchaus erfolgreich: Der kalte Serienkiller »47« aus den Hitman -Spielen fand genauso seine Anhänger wie die zwei Schwerverbrecher Kane und Lynch, die Ende 2007 ihren ersten Auftritt im Actionspiel Kane & Lynch: Dead Men hatten.

Test-Video zu Kane & Lynch 2: Dog Days 2:56 Test-Video zu Kane & Lynch 2: Dog Days

Nun sind die beiden Männer von zweifelhafter Gesinnung wieder zurück. Kane & Lynch 2: Dog Days entführt uns nach Shanghai, wo eigentlich ein gewöhnlicher Waffenschmuggel seinen Auftakt nehmen soll, für die beiden Gangster allerdings alles rasend schnell aus dem Ruder läuft. Und zwar so nachhaltig, dass man mit den Burschen tatsächlich Mitleid empfindet.

Der Youtube-Look

Lynch kann auch blind aus Deckungen schießen.Lynch kann auch blind aus Deckungen schießen.

Stichwort »Ruder«: Wenn Sie Kane & Lynch 2: Dog Days spielen, dann wird sich das so anfühlen, als würde das Geschehen nicht auf den asphaltierten Straßen der chinesischen Metropole stattfinden, sondern auf einem Schiff bei hohem Wellengang und einem betrunkenen Steuermann am Ruder. IO Interactive lässt die Verfolgerkamera in einer Tour wackeln und verfremdet die Bilder zusätzlich durch starke Überstrahl-Effekte, Lensflares und künstlich reingefummelte Darstellungsfehler.

Der Publisher Square Enix vermarktet das als »Youtube-Look«. Ob nun Youtube-Look oder Filmlaie auf hoher See - der Effekt ist sehr ansehnlich, wenn auch sicher nicht jedermanns Sache. Uns gefällt er recht gut. Schon allein, weil er von der allgemein angestaubten Grafik ablenkt und die ansonsten oft arg langen und immer gleichen Ballereien noch öder wären, als sie es ohnehin schon sind.

Die Schießereien

Wir garantieren Ihnen, dass Sie spätestens bei der Flucht aus einer alten Schiffswerft hinaus über einen Güterbahnhof genervt sein werden. Die Mission (eine von insgesamt elf) ist nicht nur vergleichsweise lang, sondern auch vollgestopft mit immer gleich ablaufenden Schießereien. Kaum haben Sie in Ihrer Rolle als Lynch (den Kollegen Kane übernimmt die KI) die eine Welle Gegner umgepustet und sind ein paar Meter gelaufen, schwappt schon die nächste über Sie herein. Und nach der noch eine. Und dann abermals eine. Kane fasst die vorherrschende Gefühlslage sehr gut zusammen: »Das muss doch mal aufhören!«

Schon vor der Schiffswerft glänzt Kane & Lynch 2 nicht mit Abwechslungsreichtum. Die meiste Zeit des Spiels werden Sie von Deckung zu Deckung hetzen, herumliegende Gasflaschen oder Feuerlöscher auf Polizisten, verfeindete Bandentypen oder ehemalige Verbündete werfen, um die explosiven Behältnisse dann mit einem Schuss hochzujagen. Oder Sie ballern einfach nur so auf die dumm agierenden Gegner. Ihre Widersacher verhalten sich stets nach Schema F, verschanzen sich hinter Objekten, laufen aber gern auch ohne Zögern in Ihr Feuer.

Eine Mission lang müssen Sie sich mit den nackten und schwer verletzten Protagonisten durch Shanghai ballern.Eine Mission lang müssen Sie sich mit den nackten und schwer verletzten Protagonisten durch Shanghai ballern.

Das klingt, als sei das Spiel reichlich anspruchslos. Ist es im Kern auch, allerdings macht die Masse an Widersachern und deren Positionierung Dog Days zuweilen knifflig. Oft erscheinen Gegner auf einer höheren Ebene. Von dort haben die Burschen dann freie Schussbahn auf Sie, selbst wenn Sie hinter einer Mauer in vermeintlicher Sicherheit hocken. Zudem sind viele Objekte nicht von Dauer.

Genau wie die Protagonisten dürfen nämlich auch die Feinde Holzaufbauten zerballern. Was gerade noch ein sicheres Versteck war, kann in der nächsten Sekunde schon Sperrholz sein. Erschwerend kommt hinzu, dass genaues Zielen eher Glückssache ist. Da können Sie noch so sehr an der Maussteuerung rumschrauben, die bleibt schwammig.


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