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Kinokritik zu Inherent Vice - Drogen! Wunderbare Drogen!

Kultregisseur Paul Thomas Anderson schickt einen zugedröhnten Joaquin Phoenix durch die 70er Jahre auf die Suche nach Neonazis und Immobilienhaien. Klingt wirr, ist es auch - und sehenswert.

von Sarah Schindler,
10.02.2015 12:38 Uhr

Inherent Vice - Kino-Trailer 2:08 Inherent Vice - Kino-Trailer

Paul Thomas Anderson, kreativer Kopf und verantwortlich für grandiose Filme wie There Will Be Blood, Magnolia oder The Master, beweist mit seinem neuen Film Inherent Vice: Natürliche Mängel einmal mehr sein Gespür für interessante Geschichten und starke Charaktere. Die Romanadaption Thomas Pynchons bringt allerhand schräge und komische Vögel mit sich und einen Krimi, der merkwürdiger nicht sein könnte.

Bekiffte Ermittler und Immobilienhaie

Larry »Doc« Sportello (Joaquin Phoenix) lebt in den Tag hinein, vorzugsweise immer mit einem Joint in der Hand. Wie im Rausch verfolgen wir den charmant-verspulten Privatschnüffler dabei, wie seine sonst so gechillte Welt aus den Fugen gerät. Da ist zum einen seine Ex-Freundin Shasta (Katherine Waterston), die sich um ihren Liebhaber, einen mächtigen Immobilienhai, sorgt und dann wie vom Erdboden verschwindet. Zum anderen muss Sportello für einen schwarzen Ex-Knacki einen Neonazi finden, der ihm noch aus Knastzeiten Geld schuldet.

Und als wäre das noch nicht genug, bittet ihn eine ehemalige Heroinsüchtige darum, ihren offenbar doch nicht so toten Mann Coy (Owen Wilson) zu suchen. Natürlich hängen alle Fälle irgendwie miteinander zusammen und Sportello gerät zunehmend ins Kreuzfeuer der verschiedenen Fronten. Widerwillig arbeitet er mit dem sadistischen Cop Christian »Bigfoot« Bjornsen (Josh Brolin) zusammen, um sich selbst aus der Schusslinie zu nehmen. Das alles klingt nicht nur verwirrend und kompliziert, das ist es auch. Ist aber auch irgendwann egal, denn langsam beschleicht uns das Gefühl, dass nicht nur die Verspultheit Sportellos Absicht von Regisseur Paul Thomas Anderson ist.

Anderson und Pynchon

Pynchons Romanvorlage gilt als eines seiner zugänglichsten Werke. Sein unkonventioneller Erzählstil, nämlich die unglaublich dichte Erzählweise und Charakterverknüpfung, die mitunter recht verwirrend sein kann, wurde von Regisseur Paul Thomas Anderson authentisch und nah am Original übernommen. Auch das für Pynchons bekannte Leitmotiv der Suche, zieht sich wie ein roter Faden durch Inherent Vice.

Egal ob auf der Suche nach dem verschwundenen Immobilienmogul, seiner Ex-Freundin, dem Neonazi oder des scheintoten Coy, Protagonist Sportello ist durchgehend rast- und ruhelos. Dabei prallen regelrecht Welten aufeinander: Der dauerbekiffte Privatdetektiv auf den knallharten Cop, seine ruhige Welt, voller Joints und Lachgas, auf zuweilen gefährliche Schnüfflerarbeit.

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Inherent Vice wird dadurch in den folgenden zweieinhalb Stunden immer verwirrender und dichter. Der rote Faden verheddert sich zum Wollknäuel und hinterlässt ein berauschend dumpfes Gefühl. Interessanterweise stört die allgemeine Verwirrung kaum, denn der Film hat so viel Flair und die Darsteller sind so stark, dass man sich gerne dem Rausch hingibt und die Handlung zur Nebensache wird.

Schräge Vögel

Prägnante Charaktere fangen das ab und an wirre Storylining wieder auf. Sei es durch die scheinbar biedere Staatsanwältin Penny Kimball (Reese Witherspoon), die eine Schwäche für Sportello und Pot hat, Sportellos Anwalt Sauncho Smilax (Benicio Del Toro), der sich eigentlich nur mit Seerecht auskennt, oder der sadistische Cop Christian "Bigfoot" Bjornsen (Josh Brolin), mit seinem Faible für Schokobananen und Teilzeitschauspielerei.

Die Charaktere sind oftmals überzeichnet, dabei trotzdem glaubhaft und vor allem charmant in Szene gesetzt. Die aberwitzige Story bekommt durch charaktertypische Seitenhiebe, wie zum Beispiel in der Szene, in der Sportello in seiner Fake-Arztpraxis, welche zur Detektei umfunktioniert wurde, barfuß und vom Lachgas zugedröhnt durch die Flure hetzt, eine besondere Note. Komische Situationen im Miteinander der Charaktere sind häufig und ergänzen den sonst recht Drama-Krimi-ähnlichen Verlauf.

Paul Thomas Anderson, der vor allem bekannt für seine recht harten Filme wie There Will Be Blood ist, liefert mit Inherent Vice seine zweite Komödie, nach Punch Drunk Love ab. Allerdings sollte man keine klassische Komödie mit flachen Gags erwarten, denn dafür ist der Drama-Anteil zu hoch. Intelligent werden zum Teil unfreiwillig komische Elemente, sowie abgedrehte Situationen, wie zum Beispiel mit dem koksenden Zahnarzt Dr. Blatnoyd (Martin Short), in die Geschichte integriert. Dabei darf man sich nie sicher sein, ob das gerade Geschehene nun real, oder nur Sportellos vernebelten und manischem Geist entsprungen ist.

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