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Legendär schlecht: Yoda Stories - Eindeutiger Machtmissbrauch

Gnadenlos gedenkt GameStar großartigen Grausamkeiten der PC-Spielegeschichte wie etwa dem Absturz auf »Dago-bäh«. Denn Star Wars schützt vor Reinfall nicht, wie Yoda Stories beweist.

von Heinrich Lenhardt,
21.11.2015 11:40 Uhr

Star Wars steht üblicherweise für Epos und Größe, für Galaxien umspannende Generationskonflikte und Grandiositäten. Nicht kleckern, sondern klotzen! Der PC kann ab den 90er Jahren solche Ansprüche in adäquate Spielerfahrungen umsetzen, wie X-Wing vs. TIE Fighter oder Jedi Knight beweisen.

1997 haben wir Voodoo-Grafikkarten in unseren Computern und lechzen nach 3D-beschleunigter Pracht, doch Yoda Stories beschert uns so ziemlich das genaue Gegenteil mit seiner in gigantischen 286 x 286 Pixeln dargestellten und von bewegungsfaulen Winzsprites bevölkerten Spielwelt.

Aber die Pixel-Primitivtechnik mit herumruckelnden Moppelfiguren ist beabsichtigt: Yoda Stories soll kein großes Kino sein, sondern ein kleiner Windows-Zeittotschläger für die Mittagspause, eine Alternative zu Minesweeper und Solitaire. Die Minimalgrafik und eine schlanke Installationsgröße von rund 7 MByte sorgen dafür, dass dieses Desktop Adventure auch auf tristen Bürocomputern anständig läuft.

Weil die Entwickler aber dabei die Spaß zersetzende Wirkung eklatanter Designmängel übersehen und jedwedes »Passt das zu Star Wars?«-Gespür vermissen lassen, kommt dabei ein Witz von einem Spiel heraus, das auf der ewigen Peinlichkeitsrangliste nur knapp hinter Jar Jar Binks rangiert. Vielleicht aber auch davor.

Der Autor

Heinrich Lenhardt berichtet seit 1984 über Computerspiele und hat neben legendären Klassikern auch so manches merkwürdige Machwerk erlebt. Als Zwölfjähriger bestaunte er »Episode IV« im Kino - ein prägendes Jugenderlebnis. Deshalb reagiert er besonders empfindlich, wenn liebloser Lizenzschmumpf wie Yoda Stories seinem Star Wars nicht den nötigen Respekt zollt.

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