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Auf geht's

Lego Worlds im Test - Stein für Stein

Eltern dürfen aufatmen: Mit dem Sandbox-Spiel Lego Worlds geht zwar der Charme echter Bausteine verloren, doch immerhin stolpert man nicht mehr barfuß darüber.

von Michael Cherdchupan,
17.03.2017 12:55 Uhr

Lego Worlds verspricht nahezu unendliche Möglichkeiten, der Kreativität freien Lauf zu lassen - versteckt sie aber hinter einer Barriere aus Sammelquests. Lego Worlds verspricht nahezu unendliche Möglichkeiten, der Kreativität freien Lauf zu lassen - versteckt sie aber hinter einer Barriere aus Sammelquests.

Nach gefühlten hunderten Legoverwurstungen diverser Kino-Blockbuster (man denke nur an Lego Star Wars, Lego Indiana Jones oder Lego Marvel's Avengers) erscheint aus dem Hause TT Games nun ein längst überfälliges Spiel, das die kreative Seite des Spielzeugs in den Vordergrund rückt: Lego Worlds. Nach der offensichtlichen Vorlage von Minecraft wird in dem Sandbox-Spiel nicht nur fleißig experimentiert und erforscht, sondern auch alles gebaut, was die Vorstellungskraft hergibt.

Virtueller Sandkasten

Wer die Lego-Spiele der letzten Jahre gewohnt ist, wird sich beim Start ungläubig die Augen reiben: Es gibt keine Geschichte in Lego Worlds. Wir übernehmen die Rolle eines Astronauten, der auf einer Bauklötzchenwelt abstürzt und sein Schiff wieder in Gang bekommen muss. Das war's. Keine Zwischensequenzen, keine ausgefeilten Charaktere oder Parodien auf bekannte Filmfiguren. Wir haben es hier mit einem Spiel zu tun, bei dem die Geschichte aus der Vorstellungskraft des Spielers entsteht.

Die Early-Access-Kontroverse
Auf dem PC wurde Lego Worlds bereits vor einem Jahr in einer Early-Access-Version auf Steam veröffentlicht und trotz einiger fehlender Funktionen positiv von der Community aufgenommen. Zu dieser Zeit waren die Welten nicht nur unendlich groß, sondern es standen auch sofort alle möglichen Tools und Steine zum Bauen zur Verfügung. Mit der Veröffentlichung der Konsolenversionen hat man sich aber auch auf dem PC von diesem Ansatz entfernt und einen roten Faden eingebaut, der nicht nur uns, sondern auch vielen Spielern nicht schmeckt: Zu Beginn sind die Welten winzig, und die eigentlich tolle Sandbox wird hinter eine gigantische Wand aus einfallslosen Quests gesperrt, die insgesamt bis zu 40 Stunden beanspruchen können. Viele Fans der ersten Stunde, die sich lieber an das Szenario angepasste Crafting- oder Ressourcen-Elemente gewünscht hätten, hat man damit verprellt.

Zumindest fast, denn bevor wir überhaupt in vollem Umfang alles Erdenkliche bauen können, müssen wir 100 goldene Steine finden. Das geschieht durch Quests, die uns zufällig platzierte NPCs in den prozedural generierten Welten anbieten. Sie verlangen von uns zum Beispiel, dass wir sie vor Gegnern verteidigen, bestimmte Gebäude bauen oder gar bestimmte Fotos von seltenen Kreaturen schießen.

LEGO Worlds - Screenshots ansehen

Über ein Auswahlrad können wir verschiedene Werkzeuge auswählen, mit denen wir alles, aber auch wirklich alles in der Umgebung verändern oder neu schaffen können. Verwinkelte Höhlensysteme in den Boden graben? Kein Problem. Einen riesigen, begehbaren Wolkenkratzer Stein für Stein nach eigenen Vorstellungen bauen? Absolut machbar. Eine eigene Stadt mit Fahrzeugen und Bewohnern? Sogar das ist kein Thema.

Dabei müssen wir natürlich nicht jeden Stein einzeln setzen, sondern können bei Bedarf auf Baupläne und Kopierwerkzeuge zurückgreifen. Mit einem Entdecker-Werkzeug lassen sich zudem Gegenstände und Kreaturen in die eigene Bibliothek aufnehmen und daraufhin frei in der Welt platzieren.

Der Zwischenraum im Blocksatz

Ein besonderer Clou für Fans des dänischen Spielzeugs ist die Herkunft der Teile, die allesamt aus originalen Sets entliehen wurden. Nur Lego-Technik-Elemente, mit denen sich Maschinen bauen lassen würden, vermissen wir im Spiel. Angesichts der unglaublichen Fülle an Gegenständen ist das aber zu verschmerzen.

Auf der Galaxiekarte können wir weitere zufällige Welten entdecken und bereisen. Um letzteres zu tun, müssen wir allerdings immer wieder zurück zum eigenen Raumschiff.Auf der Galaxiekarte können wir weitere zufällige Welten entdecken und bereisen. Um letzteres zu tun, müssen wir allerdings immer wieder zurück zum eigenen Raumschiff.

Von Schwertern über Paintball-Pistolen bis hin zu Musikinstrumenten: Es ist eine große Freude, neue Sachen zu entdecken, zumal vieles davon Auswirkungen auf die Welt und ihre Bewohner hat. Spielt man etwa auf dem Dudelsack, tanzen Freund und Feind in herzerwärmend fröhlichen Animationen mit. Dem Titel wohnt ein verspielter, unschuldiger Charme inne, wie man ihn sich von einem Lego-Spiel wünscht.

Das größte Problem ist aber, dass es viel zu lange dauert, bis man Zugriff auf alle Funktionen erhält. Bis man alle nötigen goldenen Steine eingesammelt hat, vergehen etliche Stunden, in denen sich die zufälligen, teilweise sogar äußerst schlecht kommunizierten Aufgaben schnell wiederholen. Der prozeduralen Willkür der Level ausgeliefert zu sein, welche die begehrten Goldstücke manchmal auch blöd vor uns versperren kann, ist darüber hinaus einfach nur irre frustrierend.

Unsere Freude über den virtuellen Spielplatz ist daher schnell verflogen und wandelt sich zu einer nervigen Schnitzeljagd. Zum Glück wird diese deutlich erträglicher, wenn man sich einen zweiten Mitspieler via lokalem Splitscreen dazu holt. Oder man öffnet sein Spiel über den Netzwerkmodus gleich für Online-Freunde. Blöderweise behält nur der Host die gesammelten Erfolge. Neue Entdeckungen nehmen Mitspieler nicht aus der Session mit.

Hier hauen wir uns im Splitscreen ein paar Schweine um die Ohren. Gelöste Aufgaben und neue Gegenstände werden dem Konto des ersten Spielers zugeschrieben.Hier hauen wir uns im Splitscreen ein paar Schweine um die Ohren. Gelöste Aufgaben und neue Gegenstände werden dem Konto des ersten Spielers zugeschrieben.

Die Kehrseiten einer Sandbox

Schade ist außerdem, dass das Spiel mit einigen technischen Schwierigkeiten zu kämpfen hat, obwohl eine ansonsten beeindruckende Leistung hingelegt wurde. Bei manchen Lichtverhältnissen sehen die Lego-Steinchen verblüffend echt aus, und dass die gesamte Landschaft aus korrekt zusammengesetzten, unzähligen Originalteilen besteht, ist nichts weiter als verrückt!

Trotzdem muss man Popups und Glitches in Kauf nehmen. Zudem ist die Kamera an vielen Stellen störrisch, was das Bauen nicht gerade einfach macht. Obwohl Lego Worlds auch für jüngere Spieler gedacht ist, haben wir Zweifel, ob diese sich bei den wenig benutzerfreundlichen, teils verwirrenden Menüs und der komplizierten Steuerung nicht die Finger verknoten.

LEGO Worlds - Launch-Trailer zum LEGO-Minecraft 1:16 LEGO Worlds - Launch-Trailer zum LEGO-Minecraft

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