Nvidia - PhysX nur ohne ATI-Radeon (Update2)

Bisher ist der Aufschrei ausgeblieben, vielleicht, weil die Kombination von ATI-Grafikkarte für die Grafik und einer Nvidia-Karte für PhysX selten ist. Vlelleicht aber auch, weil kaum jemand bemerkt hat, dass Nvidia seit einiger Zeit diese Möglichkeit verhindert.

von Georg Wieselsberger,
05.10.2009 10:34 Uhr

Langsam sickert eine Meldung durch das Internet, die eigentlich schon von Ende Juli stammt: Nvidia verhindert seit den Grafiktreibern der 186er-Generation die Verwendung von PhysX auf eigenen Karten, wenn im gleichen System eine ATI-Karte die Grafik übernimmt. In einer E-Mail an einen Nutzer von NGOHQ.com erklärte ein Support-Mitarbeiter von Nvidia, dass PhysX ein offener Standard sei, den jede Firma für Hard- und Software nutzen könne. Nvidia unterstütze PhysX auf Nvidia-Grafikchips, während diese auch für die Grafik genutzt werden. Aufgrund von Entwicklungskosten, Qualitätssicherung und Geschäftsentscheidungen würde PhysX auf Nvidia-GPUs aber nicht unterstützt, wenn ein nicht-Nvidia-Grafikchip die Grafik übernimmt.

Das war beispielsweise bei Windows XP mit einer Radeon für die Grafik und einer zusätzlichen Nvidia-Karte mit älteren Treibern aber durchaus möglich, mit neuen Treibern nicht mehr. Auch für Windows 7 wird es diese Möglichkeit nun nicht mehr geben. Vista war wegen der Beschränkung auf einen Grafiktreiber dazu ohnehin nicht in der Lage.

Update 2. Oktober 2009

AMD hat die Tatsache, dass Nvidia PhysX auf Systemen deaktiviert, die eine ATI Radeon zur Grafikberechnung verwenden, kommentiert. Dass Nvidia diese Entscheidung kurz vor Erscheinen der Radeon HD 5870 getroffen habe, die eine solche Konfiguration wahrscheinlicher macht, sei nicht wirklich wichtig.

Es gäbe aber einen Unterschied zwischen den Aussagen und dem Handeln von Nvidia. »Sie sagen, dass sie nur das Wohl der Spieler im Auge haben. Doch solche Entscheidungen sind das genaue Gegenteil«, so Neal Robison von AMD gegenüber Icrontic. Erst wenn Spielephysik für jeden verfügbar sei, würden Spiele-Entwickler sie auch als Teil des Spiels und nicht nur für bessere Effekte verwenden. Daher benötige man einen Standard und darum sei DirectX 11 mit Direct Compute so wichtig. Proprietäre Standards wie PhysX würden irrelevant, erklärte Neal Robison. Inzwischen hat AMD bereits die Open Physics-Initiative gegründet, die einen Open-Source-Standard auf Basis von Bullet Physics erarbeitet.

Nvidia hat sich mit seiner Entscheidung, eigene Kunden von PhysX auszusperren, wenn sie es wagen, eine Radeon für die Grafik einzusetzen, wohl selbst keinen Gefallen getan. Reine Nvidia-Systeme gibt es natürlich, doch Spiele-Entwickler können keine Spiele veröffentlichen, die nur auf Nvidia-Karten funktionieren. Damit muss PhysX der Einzug in die grundlegende Spielmechanik und das eigentliche Spiel zwangsläufig verwehrt bleiben - durch eine Entscheidung von Nvidia.

Update 5. Oktober 2009

Ein Nutzer von NGOHQ hat im dortigen Forum einen Patch veröffentlicht, der für Windows 7 gedacht ist und die Maßnahme von Nvidia wieder rückgängig macht. Nach der Installation neuer Nvidia-Treiber soll der Patch ohne vorherigen Neustart installiert und danach der Rechner neu hochgefahren werden.

Anschließend soll PhysX auch mit einer ATI Radeon-Grafikkarte im System wieder auf Nvidia-Karten berechnet werden. Momentan funktioniert der Patch jedoch nur mit Nvidia-Grafikkarten, PhysX-Karten mit der PPU von AGEIA bleiben nach wie vor deaktiviert. Der Entwickler arbeitet aber weiterhin an dem Patch.

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