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The Walking Dead: Season 3 - A New Frontier im Test - Was taugen die ersten beiden Episoden?

Kann Telltale seine Adventure-Reihe The Walking Dead mit der dritten Staffel A New Frontier (Eine neue Grenze) neu beleben? Wir haben die ersten beiden Episoden gespielt und klären im Test, ob sich das Warten gelohnt hat.

von Elena Schulz,
29.12.2016 17:18 Uhr

Wie schlägt sich The Walking Dead: A New Frontier im ersten Testeindruck?Wie schlägt sich The Walking Dead: A New Frontier im ersten Testeindruck?

Ich habe genug von Zombies. Das dachte ich zumindest. Nach dem wohl gemeinsten Cliffhanger in der Geschichte der Cliffhanger, konnte ich die neue Staffel der TV-Serie The Walking Dead kaum erwarten und verlor dann nach etwa drei Folgen die Lust, weiterzuschauen. Ich hab mich einfach ein wenig sattgesehen an all den wandelnden Toten. Und so interessant die sozialen Konflikte in der Postapokalypse auch sein mögen - es sind irgendwie immer die gleichen.

Auch Telltales The Walking Dead: A New Frontier schafft es in den rund vier Spielstunden der ersten beiden Episoden nicht ganz, dieses Problem zu lösen, macht mir aber trotzdem Lust auf mehr. Denn die dritte Staffel der Spielreihe gibt mir tatsächlich etwas, was ich in der TV-Serie immer mehr vermisse:

Hier geht's zum GameStar-Test der zweiten Staffel von Telltales The Walking Dead

Damit Sie den Test der ersten beiden Episoden gefahrlos vorab lesen können, haben wir auf Spoiler verzichtet. Alle Story-Infos stammen aus den Trailern oder dem Auftakt der ersten Episode.

The Walking Dead: Season 3 - Launch-Trailer zu A New Frontier zeigt die Apokalypse so bedrohlich wie noch nie 1:07 The Walking Dead: Season 3 - Launch-Trailer zu A New Frontier zeigt die Apokalypse so bedrohlich wie noch nie

Gemeinsam durch dick und dünn

Aber zunächst einmal zur Ausgangslage: Ich würde allen empfehlen die erste und die zweite Staffel vorher zu spielen. Beide nehmen etwa zehn Stunden in Anspruch. Wie gewohnt lassen sich die alten Spielstände samt Entscheidungen außerdem importieren - oder mittels Entscheidungsgenerator ermitteln. So geht es je nach Ende von Staffel 2 weiter:

Warnung: der folgende Absatz enthält Spoiler

Wer eine neue Geschichte beginnt, erhält das Ende, in dem Clementine allein mit AJ zurückbleibt. Alternativ konnten sich Spieler am Ende von Staffel 2 mit Kenny oder Jane zu gehen, was dann auch Clems weitere Geschichte beeinflusst. Die kleineren Entscheidungen waren in Episode 1 und 2 noch nicht ganz so stark spürbar, Clems Verhalten oder ihre Beziehung zu bestimmten Charakteren soll aber laut Telltale sehr wohl Einfluss nehmen.

Alles durchzuspielen ist allerdings nicht unbedingt notwendig, da die dritte Staffel eine Art Neuanfang darstellt. So oder so war für mich das Wiedersehen mit Heldin Clementine einer der ersten Höhepunkte im Spiel. Zum einen, weil die kleine Clem mir mittlerweile ans Herz gewachsen ist. Zum anderen aber auch, weil Telltale es schafft, mir glaubhaft und berührend zu erzählen, wie aus dem einst so ängstlichen Mädchen eine eiskalte Überlebende geworden ist - dafür lohnt es sich, die ganze Geschichte zu kennen.

Gute Charaktere und eine spannende Geschichte waren immerhin von Anfang an eine große Stärke der Videospiel-Version. Genau das macht einen Neuanfang allerdings schwierig, was sich bei Staffel 3 zeigt: Statt wie gewohnt als Clem beginne ich das Spiel als neuer Charakter kurz vor dem Ausbruch der Zombie-Seuche. Javier alias Javi wirkt wie ein Tunichtgut. Er schafft es nicht einmal, seinem Vater am Sterbebett Lebewohl zu sagen und wird dementsprechend von seinem gekränkten Bruder angegriffen.

The Walking Dead Season 3 - E3 2016 Gameplay-Trailer zum Zombie-Adventure 1:12 The Walking Dead Season 3 - E3 2016 Gameplay-Trailer zum Zombie-Adventure

Familiendrama in der Postapokalypse

Später erfahre ich, dass ich auch noch insgeheim in dessen Frau verliebt bin - ähnlich wie im TV-Spin-off Fear the Walking Dead wird die Familie stärker in den Vordergrund gerückt und sorgt für ordentlich Zündstoff. Während wir nach einem Zeitsprung noch gemeinsam unterwegs sind, werde ich schnell von meinen Lieben getrennt und muss Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um sie zurückzubekommen.

Die Prämisse funktioniert ähnlich gut wie in der TV-Serie: Der Plot nimmt schon früh Fahrt auf und bleibt durchgehend spannend, wenn auch ein Stück weit vorhersehbar - besonders für langjährige Fans. Zudem teilen Staffel 3 sowie Fear the Walking Dead das Problem, dass ihre Charaktere längst nicht so stark wie in der Hauptserie oder bisherigen Telltale-Staffeln sind.

Sie funktionieren als Familie, reagieren aufeinander, halten zusammen oder zerstreiten sich, aber einzeln bleiben die Figuren für sich sehr blass - vor allem im Vergleich zu einer Clementine. Selbst die eigentlich gelungene Heldin wirkt nun mitunter ein wenig überzeichnet und wechselt sprunghaft zwischen skrupelloser Überlebenskämpferin und treuer Verbündeten.

Das kann sich in den weiteren Folgen aber fairerweise noch ändern. Telltale baut diesmal regelmäßig Rückblicke ein, die mir Javis Familienleben oder Clems zwischenzeitlichen Werdegang zeigen und auch Einfluss auf die Gegenwart nehmen - beispielsweise auf die Beziehung von Javi und seiner Schwägerin Kate. Und auch in Javis Vergangenheit scheint noch Einiges verborgen zu liegen.

The Walking Dead - Test-Video zur Season 2 5:25 The Walking Dead - Test-Video zur Season 2

Illusion oder Entscheidungsfreiheit?

Was Einfluss und Entscheidungen angeht, sollte man aber trotzdem nicht zu viel erwarten. Wie üblich ändern sich die Gespräche nur minimal, wenn ich andere Antwortmöglichkeiten auswähle. Größere Entscheidungen sorgen in den ersten zwei Episoden zwar für unterschiedliche Szenen und Sequenzen, der grobe Handlungsstrang bleibt aber gleich.

Das muss allerdings nicht unbedingt schlecht sein. Denn Entscheidungen in narrativ getriebenen Spielen bedeuten oft auch, dass nicht immer das passiert, was am besten für die Geschichte ist. Während sie eine Geschichte bereichern können, können sie ihr also genauso gut schaden.

Telltale ist mittlerweile ein Meister darin, das so geschickt anzustellen, dass ich das Gefühl habe, etwas zu verändern, aber die Geschichte trotzdem ihrem Weg folgt. Wer also glaubt, seine eigene Geschichte schreiben zu können, wird vorerst enttäuscht sein.

Wer sich wie ich einfach zurücklehnt und einen spannenden interaktiven Film genießt, kommt aber ganz auf seine Kosten. Ganz gebe ich die Hoffnung außerdem noch nicht auf - zumindest bei ihrem Batman-Spiel setzen Telltale schließlich durchaus auf echte Entscheidungsfreiheit.

The Walking Dead: Season 3 - Screenshots ansehen

Eine bessere Zombie-Serie, ein schlechteres Zombie-Spiel

In erster Linie ist A New Frontier für mich aber ein Film: Man merkt an, dass Telltale mittlerweile sehr viel mehr Geschick und Erfahrung mitbringt, was die Inszenierung angeht. Bei den Quick Time Events und Adventure-Elementen hat sich deutlich weniger getan, weshalb A Ner Frontier im Grunde genommen drauf verzichten könnte, ohne dass die Qualität merklich leiden würde.

Die Actionssequenzen sorgen zwar hin und wieder für etwas Nervenkitzel mit simplen Reaktionstests, wirklich nötig hätte es das Spiel in diesen dramatischen Momenten aber nicht. Das Untersuchen von Schauplätzen und Objekten bremst die Spannung dafür sogar aus und wirkt oft eingeschoben. Und dabei würde es wie bei einer guten Serie eigentlich reichen, einfach die Geschichte laufen zu lassen - teilhaben kann ich ja trotzdem. Also Telltale, verabschiedet euch endlich von euren aufgesetzten Spielelementen und konzentriert euch auf das, was ihr könnt!

Denn obwohl ich mit den Charakteren noch nicht ganz warm geworden bin, gibt es schon in in den ersten zwei Episoden der dritten Staffel mehrere Szenen, bei der mir der Mund offen stand oder ich Gänsehaut bekam. Während bei der mittlerweile siebten Staffel der TV-Serie trotz des großartigen Fieslings Negan alles schon sehr routiniert wirkt, spüre ich hier noch die Angst der Figuren und die permanente Bedrohung, die von den Zombies und anderen Überlebenden ausgeht. Jede Situation kann jeden Augenblick eskalieren, Freunde sind plötzlich erbitterte Feinde und ein falscher Schritt kann einen tödlichen Biss zur Folge haben.

A New Frontier fängt damit genau das ein, was mich zu Beginn an The Walking Dead fasziniert hat und weckt tatsächlich wieder ein bisschen Neugierde und Leidenschaft, was die Untoten angeht. Vielleicht schaue ich jetzt ja doch wieder in die Serie oder Comics rein - die nächsten Episoden werde ich nach diesem vielversprechenden Auftakt auf jeden Fall weiterverfolgen. Fans der bisherigen Telltale-Spiele sollten es mir unbedingt gleichtun, alle anderen Zombie-Liebhaber zumindest einen Blick riskieren. Aktuell kann Telltale nämlich gut mit den großen Serienbrüdern mithalten.

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