ZeniMax vs. Oculus - Spiele-Publisher will Verkauf von Oculus Rift verbieten

Der Gerichtsstreit zwischen Oculus VR und ZeniMax geht in eine neue Runde: Der Spiele-Publisher will gerichtlich den Verkauf von Oculus-Produkten verbieten.

von Sandro Odak,
25.02.2017 14:45 Uhr

Der Spiele-Publisher Zenimax will vor Gericht ein Verbot des Oculus-Programmcodes erwirken - das käme einem Verkaufsstopp gleich.Der Spiele-Publisher Zenimax will vor Gericht ein Verbot des Oculus-Programmcodes erwirken - das käme einem Verkaufsstopp gleich.

Der Streit zwischen Zenimax (dem Mutterkonzern von Bethesda) und Oculus VR geht in eine neue Runde: Nach einem Urteil über 500 Millionen Dollar Strafzahlungen hat der Spiele-Publisher nun vor dem Bundesgericht in Dallas einen Antrag gestellt, den Programmcode von Oculus VR-Brillen aus dem Verkehr zu ziehen. Wenn der Richter die Anordnung zulässt, kommt das einem Verkaufsverbot von Oculus-Produkten gleich.

Das Verbot könnte nicht nur Facebook - den Eigentümer von Oculus VR - treffen, sondern auch viele Entwickler: Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters erklärte der Urheberrechts-Anwalt Mark Romeo:

"Wenn der Anordnung stattgegeben wird, setzt das Facebook stark unter Druck, eine außergerichtliche Einigung zu erzielen. [...] Der Oculus-Programmcode ist bereits bei vielen Entwicklern und etwa in der Unreal Engine 4 und Unity implementiert. Das Verbot könnte sich direkt darauf auswirken, ob diese Spiele weiterhin entwickelt werden und erscheinen dürften."

Reuters zufolge könnte ein solches Urteil einem Produkt und einer Branche, die noch in ihren Kinderschuhen steckt, nachhaltig schaden.

Verkaufsstopp oder Lizenzgebühren

Falls das Gericht dem Zenimax-Antrag nicht folgt, hat der Publisher laut Polygon bereits angekündigt, auch mit einer anteiligen Lizenzgebühr zufrieden zu sein. Aus Gerichtsdokumenten geht hervor, dass Zenimax, basierend auf Aussagen der Hauptverhandlung, »20 Prozent aller Umsätze von mindestens zehn Jahre gerechtfertigt hält.«

Anfang Februar fiel bereits vor demselben Bundesgericht in Texas ein Urteil in dem Rechtsstreit zwischen Zenimax und Oculus. Der VR-Hersteller wurde zu Strafzahlungen in Höhe von 500 Millionen Dollar verurteilt, weil Oculus eine Verschwiegenheitserklärung (Non-Disclore Agreement, NDA) gebrochen hat.

50 Millionen Dollar Strafe zahlt der Konzern anteilig auch für Copyright-Verletzungen. Der Teil ist jedoch verschwindend gering. Ursprünglich hat Zenimax sechs Millarden Dollar Schadenersatz gefordert. Zum Streit kam es, weil John Carmack, der Erfinder von Doom und heute Vorstand von Oculus VR, noch in seiner Zeit als Angestellter von id Software anfing, Code für Oculus Rift Software zu schreiben.

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