AMDs Radeon R9 Nano ist da - zumindest teilweise. Ähnlich wie im Falle der R9 Fury gibt es zum Release nicht genügend Testexemplare für alle interessierten Redaktionen, was bereits im Vorfeld der Veröffentlichung für negative Schlagzeilen gesorgt hat. Diesmal gehören wir zu den Glücklichen, die rechtzeitig ein Testexemplar in den Händen halten, und zwar in Form eines kompakten Komplett-Systems, das uns der Versandhändler Alternate in Absprache mit AMD zur Verfügung gestellt hat.

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Aufgrund der geringen Anzahl von Testexemplaren und der immer noch mehr schlechten als rechten Verfügbarkeit der R9 Fury X und der R9 Fury rechnen wir damit, dass die Nano in den nächsten Wochen nur bei wenigen Händlern oder als Teil von Komplettsystemen lieferbar sein wird. Es ist also nicht ganz abwegig, von einem möglichen Paper-Launch zu sprechen, unsere Testergebnisse möchten wir Ihnen aber unabhängig davon nicht vorenthalten.

Technischen Daten

Radeon R9 Nano : Im Vergleich zu der GTX 980 (hinten) und der R9 270X (Mitte) ist die R9 Nano mit einer Länge von nur etwas mehr als 15 Zentimetern deutlich kürzer. Im Vergleich zu der GTX 980 (hinten) und der R9 270X (Mitte) ist die R9 Nano mit einer Länge von nur etwas mehr als 15 Zentimetern deutlich kürzer.

Wie bereits im Vorfeld bekannt gegeben wurde, setzt die R9 Nano auf den Fiji XT-Chip der Fury X im Vollausbau. Sie verfügt also gleichermaßen über 4.096 Shader-, 256 Textur- und 64 ROP-Einheiten und nutzt ebenfalls 4,0 GByte High Bandwith Memory (HBM). Ein wichtiger Unterschied findet sich beim Chip-Takt: Während die Fury X standardmäßig mit 1.050 MHz taktet, gibt AMD bei der Nano »bis zu 1.000 MHz« an. Unseren Erfahrungen nach liegt die Taktrate beim Spielen im Durchschnitt aber eher bei 900 MHz, während die Fury X mindestens 1.050 MHz garantiert hält.

Das hat zwar eine etwas niedrigere Leistung in Spielen zur Folge, die nimmt AMD allerdings bewusst in Kauf, um gleichzeitig die Leistungsaufnahme der R9 Nano deutlich senken zu können. Ihre TDP liegt nach offiziellen Angaben bei 175 Watt, wogegen sie bei der Fury X und der Fury deutlich höhere 275 Watt beträgt. Die Nano kommt deshalb mit nur einem 8-Poligen Stromanschluss aus, bei den anderen Fury-Karten sind es dagegen zwei davon.

Radeon R9 Nano : Für den Test der R9 Nano hat uns Alternate einen kompakten Komplett-PC zugeschickt, die Benchmarks erfolgen allerdings mit unserem regulären Testsystem und nicht in dem Silverstone-Gehäuse.

Alternate Mini-PC
Für den Test der R9 Nano hat uns Alternate einen kompakten Komplett-PC zugeschickt, die Benchmarks erfolgen allerdings mit unserem regulären Testsystem und nicht in dem Silverstone-Gehäuse.

Wie schon bei der Fury X verzichtet AMD auch bei der Nano auf einen DVI-Anschluss, stattdessen sind drei DisplayPort- und eine HDMI-Buchse vorhanden. Die Kühlung erfolgt über einen Lüfter mit 90 Millimetern Durchmesser, die anvisierte Maximaltemperatur des Fiji-XT-Chips gibt AMD mit 75 Grad Celsius an. Zum Start gibt es die Nano nur in AMDs Referenzdesign, angepasste Herstellermodelle erwarten wir frühestens in zwei bis drei Monaten.

Radeon R9 Fury X

Radeon R9 Fury

Radeon R9 Nano

Radeon R9 290X

Grafikchip

Fiji XT

Fiji Pro

Fiji XT

Hawaii XT

Chip-Takt

1.050 MHz

1.000 MHz

bis zu 1.000 MHz

1.000 MHz

Shader-Einheiten

4.096

3.584

4.096

2.816

Textureinheiten

256

224

256

176

ROP-Einheiten

64

64

64

64

Videospeicher

4,0 GByte HBM

4,0 GByte HBM

4,0 GByte HBM

4,0 GByte GDDR5

Speichertakt

500 MHz

500 MHz

500 MHz

1.250 MHz

Speicherinterface

4.096 Bit

4.096 Bit

4.096 Bit

512 Bit

Speicherbandbreite

512 GByte/s

512 GByte/s

512 GByte/s

320 GByte/s

TDP

275 Watt

275 Watt

175 Watt

300 Watt

Preis

700 Euro

550 Euro

ca. 700 Euro

320 Euro

Testsystem

Herzstück unseres Testsystems bildet der Intel Core i7 4770K, den wir auf 4,5 GHz übertaktet haben. Die vier Kerne samt Hyper-Threading und der hohe Takt sorgen dafür, dass der Prozessor nicht zum Flaschenhals wird und die Radeon R9 Nano stets ihr volles Leistungspotenzial ausschöpfen kann. Die Speicherbänke des MSI Z87-GD65 Gaming Mainboards sind mit 16,0 GByte DDR3-1600 Arbeitsspeicher bestückt. Als Betriebssystem kommt Windows 10 zum Einsatz, das auf einer 512 GByte großen Samsung SSD 840 Pro Platz findet.

Die Grafikkarte muss sich in sechs DX11-Spielen beweisen (Battlefield 4, Crysis 3, Rome 2, Mittelerde: Mordors Schatten, Metro: Last Light und The Witcher 3). Alle genannten Titel testen wir mit maximalen Details in den Auflösungen 1920x1.080 und 2560x1.440. Außerdem überprüfen wir die Karte auch auf ihre 4K-Leistung hin. Bei den Benchmarks loten wir die Leistung sowohl ohne als auch mit vierfacher Kantenglättung sowie sechzehnfacher, anisotroper Filterung aus und nehmen den Mittelwert aus jeweils drei Messungen.

Der gemessene Stromverbrauch bezieht sich auf das gesamte System, während der Temperatur-Wert auf den Angaben von MSI Afterburner beruht. Wie laut die Grafikkarte wird, ermitteln wir in einem schallisolierten Raum über ein Messmikrofon im Abstand von 50 Zentimetern.