Ouya Konsole

Konsolen   |   Datum: 26.07.2013
Seite 1 2 3 4   Wertung

Ouya im Test

Indie-Konsole mit Smartphone-Hardware

8,6 Millionen Dollar flossen über eine Kickstarter-Kampagne in die Entwicklung der Ouya. Eine Menge Startkapital für die Indie-Konsole und ein Zeichen großer Unterstützung. Ob das Projekt die hohen Erwartungen erfüllt, probieren wir im Test aus.

Von Jan Purrucker |

Datum: 26.07.2013


Ouya : Noch ist die Ouya nur für Unterstützer erhältlich. Zum Lieferumfang gehören der kleine Konsolenwürfel und ein ordentliches Gamepad. Noch ist die Ouya nur für Unterstützer erhältlich. Zum Lieferumfang gehören der kleine Konsolenwürfel und ein ordentliches Gamepad.

Das Projekt Ouya wurde 2012 ins Leben gerufen. Die Videospiel-Konsole basiert auf Googles Betriebssystem Android, der Hersteller warb in seiner Kickstarter-Kampagne mit dem Konzept einer komplett offenen Videospiele-Konsole für nur 99 Dollar. Eine derart günstige Plattform, auf der sich die neusten Indie-Titel kostenlos spielen lassen sollten, weckte bei vielen Unterstützern (im Kickstarter Jargon »Backer genannt«) hohe Erwartungen. Am Anfang der Finanzierungsphase strebten die Köpfe hinter Ouya 950.000 Dollar Starkapital an, am Ende des Spendenaufrufs waren knapp 8,6 Millionen Dollar zusammengekommen.

Zum Thema » Nintendo Wii U im Test Erste Next-Gen-Konsole oder Kinderspielzeug? Unser Testgerät der Ouya ist die exklusive Unterstützerversion, auf der die größten Backer eingraviert sind - etwa Minecraft-Erfinder Markus »Notch« Persson. Im Inneren der Indie-Konsole steckt mit dem Tegra-3-Prozessor ein von Nvidia entwickeltes Ein-Chip-System, das ursprünglich rein für den Antrieb von Tablets und Smartphones gedacht war. Spiele laden wir uns direkt aus dem Ouya-Store herunter und können diese dann kostenlos spielen oder zumindest ausprobieren. Besonders Entwickler und Fans von Indie- und Retrospielen waren vom Konzept der Ouya begeistert. Schließlich können damit auch Hobby-Programmierer Spiele-Ideen für das bewährte Betriebssystem leicht umgesetzt und unkompliziert verbreiten.

Der Markt für Mobile-Games wächst immer weiter und die Macher der Ouya verlangen anders als die großen Konsolen-Hersteller Microsoft, Nintendo und Sony keine Lizenzgebühren von den Entwicklern. Ob der schwarz-graue Kasten mit dem offenen Betriebssystem und aktiven Modder-Community wirklich so vielfältig ist wie erhofft, lesen Sie in unserem Test.

Technik

Ouya : Die Ouya lässt sich leicht öffnen. Lediglich vier Sechskant-Schrauben verschließen die Konsole. Die Ouya lässt sich leicht öffnen. Lediglich vier Sechskant-Schrauben verschließen die Konsole.

Als Grundlage für die Benutzeroberfläche der Ouya dient Android in der »Jelly Bean«-Version 4.1.2, das auch auf Handys wie dem Samsung Galaxy S4 oder dem HTC One zum Einsatz kommt. Wann ein Update auf die aktuellere Android-Version 4.3 folgt, steht noch nicht fest. Wie die Software stammt auch die Hardware der Konsole aus dem Smartphone-Segment. Das Herz der Ouya bildet ein Nvidia Tegra 3 mit auf 1,6 GHz getakteten, vier ARM-Kernen, wobei der Takt im Single-Core-Betrieb auf 1,7 GHz steigt.

Das Ein-Chip-System (SoC) besitzt zusätzliche eine Geforce-Grafikeinheit mit 12 Kernen, technisch basiert der Grafikkern auf der alten Geforce-7-Architektur. Nvidia entwickelte den Tegra-3-Chip für den Einsatz in Smartphones und Tablets und so findet sich der Prozessor in vielen Android-Geräten. Zum Beispiel treibt das SoC sowohl das Asus Google Nexus 7 und das Microsoft Surface RT an, findet sich aber auch in Handys wie dem HTC One X .

Ouya : Alle Komponenten finden auf einer Platine Platz. Das Hardware-Herz der Ouya ist kleiner als eine Kreditkarte. Alle Komponenten finden auf einer Platine Platz. Das Hardware-Herz der Ouya ist kleiner als eine Kreditkarte. Als Arbeitsspeicher stehen der Ouya 1,0 GByte DDR3-RAM zur Verfügung, der Flash-Speicher ist 8,0 GByte groß, von denen das Betriebssystem gut 2,0 GByte belegt. Per HDMI lässt sich der knapp 300 Gramm leichte Würfel an Monitor oder Fernseher anschließen. Daneben bietet die Ouya noch Ports für ein GBit-Netzwerkanschluss, das interne Netzteil und zwei Anschlüsse für USB 2.0 (1x Standard und 1x Mikro-USB). Die deutlich schnellere USB-3.0-Schnittstelle bleibt der Ouya somit verwehrt.

Die Konsole kann sich auch kabellos mit dem Internet verbinden. Dafür befindet sich ein 802.11b/g/n-WLAN-Modul auf der Platine, das aber nur im 2,4-GHz-Netz funkt. Der Stromverbrauch ist mit 2,7 Watt im Leerlauf und maximal 13,6 Watt unter Last sehr niedrig. Die Lautstärke des kleinen Lüfters liegt mit 0,1 Sone im Test durchgehend auf einem fast unhörbar leisen Niveau.

Benchmarks

Da die Ouya auf Smartphone-Hardware basiert,vergleichen wir die Leistung der Konsole mit aktuellen Handys und Tablets. Der Sunspider-Benchmark testet dabei die JavaScript-Fähigkeiten des Ouya-Browsers. Die Konsole braucht hier auf 1.200,2 Millisekunden und liegt damit nur knapp hinter dem HTC One und noch vor dem Sony Xperia Tablet Z . Der zweite Test »Peacekeeper« besteht aus einem, ebenfalls browser-basierten HTML5-Parcours. Mit 675 Punkten erreicht die Ouya einen sehr guten Wert und lässt Handys mit theoretisch leistungsfähigerer Hardware wie das Samsung Galaxy S4 hinter sich.

Die Ouya liegt somit in den Benchmark-Ergebnissen durchweg vor vergleichbaren Geräten mit Tegra-3-Prozessoren, was vorrangig an der etwas höheren Taktrate liegen dürfte. Trotz der guten Performance, ist der Tegra 3 bereits 1,5 Jahre alt und die Ouya-Entwickler müssen sich Gedanken über die Zukunftssicherheit der Konsole machen. Auch Android-Spiele werden immer anspruchsvoller und mit Nvidia Shield steht bereits die erste Konsole mit Tegra-4-Kern in den Startlöchern. Neben dem erneut gestiegenen Takt (1,9 GHz), verbessert Nvidia auch die GPU, die mit 72 Shadern rund dreimal so schnell arbeiten soll wie der Grafikkern des Tegra 3. Der CPU- und Grafik-Benchmarks Antutu startet, hängt sich auf der Ouya ab sofort auf.

Sunspider JavaScript
Total
Microsoft Surface Pro Windows 8 64 Bit
147,5
Nokia Lumia 920 Windows Phone 8
904,7
927,4
1010,0
Samsung Galaxy S4 Android 4.2.2
1086,4
HTC One Android 4.2.1
1194,5
Ouya Android 4.1.2
1200,2
Sony Xperia Tablet Z Android 4.1.2
1278,4
Apple iPad Mini iOS 6.0.1
1502,9
1709,3
Sony Xperia Z Android 4.1.2
1828,7
LG Google Nexus 4 Android 4.2.1
1892,7
Motorola Razr HD Android 4.1.2
1954,8
0
540
1080
1620
2160
2700
Gemessen in Millisekunden. Je niedriger, desto schneller.
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Avatar Poolitzer
Poolitzer
#1 | 26. Jul 2013, 10:13
Die Ouya is insgesamt ne nette Idee. Aber für mich eher überflüssig, vor allem für den Preis... In Weiterstadt gibts grad die XBOX 360 für 88 Euro im Mediamarkt^^
Die meisten guten Indispiele gibts auch für den PC, ebenso Emulatoren.
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Avatar sirius3100
sirius3100
#2 | 26. Jul 2013, 10:17
"Somit können wir jedes Spiel nach dem Herunterladen ausprobieren und dann entscheiden, ob wir uns die Vollversion zulegen und per Kreditkarte bezahlen (andere Zahlungsmethoden gibt es derzeit nicht)."

Gibt auch Gamecards: http://www.game.co.uk/en/endless-range/new-tec hnology/ouya/ouya-credit
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Avatar DerNamenlose01
DerNamenlose01
#3 | 26. Jul 2013, 10:22
die ouya kommt zu spät, die alten konsolenpreise purzeln und die neuen stehen in den startlöchern. ein release vor 2 jahren hätte der konsole wohl mehr genutzt.
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Avatar Feschpa-Willi
Feschpa-Willi
#4 | 26. Jul 2013, 10:25
Die Bilder im Artikel sind alle nicht richtig eingebunden und werden nicht angezeigt :(

Ist das emulieren eigentlich erlaubt? darf ich meine alten n64 spiele auf das dingen machen? weil wo bekomme ich die daten her? die läd man sich doch ausm internet oder soll man sich die selbst mit seinen alten spielen machen?

Edit: okay bilder wurden vom adblocker geblockt.

Ja klar kann ich mir die sachen runterladen, aber dsa ist ja nicht legal. und meine n64 hat auch keinen usb anschluss um sie an zu schließen. also wüsste ich nicht wie ich das legal machen osllte meine alten spiele zu spielen. ich hab früher aufm pc auch immer super mario und so gespielt weil ich nie ne konsole hatte nur pc, aber legal war das nicht und ist es auch immer noch nicht.
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Avatar Petesteak
Petesteak
#5 | 26. Jul 2013, 10:26
Wenn man bedenkt, wie schnell sich die Technik im mobilen Sektor entwickelt und auch die Spiele immer höhere Anforderungen haben, dann ist die Ouya sehr schnell am Ende.

Soweit ich gehört habe, soll ja auch jedes Jahr eine neue Ouya kommen...Rechnet man das grob auf die Lebenszeit von einer PlayStation hoch dann macht die Ouya auch nicht mehr wirklich Sinn, da es bereits im nächsten Jahr wahrscheinlich schon Spiele geben wird, die die aktuelle Ouya nicht mehr ruckelfrei packt. Ergo kann man auch einfach in eine große Konsole investieren.

Ist nur meine persönliche Meinung. ;)
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Avatar DerNamenlose01
DerNamenlose01
#6 | 26. Jul 2013, 10:27
Zitat von Feschpa-Willi:
weil wo bekomme ich die daten her? die läd man sich doch ausm internet oder soll man sich die selbst mit seinen alten spielen machen?


die ouya hat einen usb-anschluss. notfalls kann man auch sachen aufm pc runterladen und sich per dropbox hin und her schieben
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Avatar sirius3100
sirius3100
#7 | 26. Jul 2013, 10:28
Zitat von Feschpa-Willi:
Die Bilder im Artikel sind alle nicht richtig eingebunden und werden nicht angezeigt :(

Ist das emulieren eigentlich erlaubt? darf ich meine alten n64 spiele auf das dingen machen? weil wo bekomme ich die daten her? die läd man sich doch ausm internet oder soll man sich die selbst mit seinen alten spielen machen?

Hm ich seh die Bilder.

Die Emulatoren sind erlaubt und die ROMs anscheinend auch solange du die von deinen eigenen Kopien der Spiele extrahierst. Die meisten werden dann aber wohl eher doch andere Quellen für die ROMs nutzen^^.
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Avatar Daniel Visarius
Daniel Visarius
#8 | 26. Jul 2013, 10:30
Zitat von Feschpa-Willi:
Die Bilder im Artikel sind alle nicht richtig eingebunden und werden nicht angezeigt :(

Ist das emulieren eigentlich erlaubt? darf ich meine alten n64 spiele auf das dingen machen? weil wo bekomme ich die daten her? die läd man sich doch ausm internet oder soll man sich die selbst mit seinen alten spielen machen?


Falls Du einen Adblocker installiert hast, kann das ein Fehler des Plug-Ins sein. Ansonsten vielleicht ein Caching-Problem im Browser.
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Avatar LyNX-EyED
LyNX-EyED
#9 | 26. Jul 2013, 10:31
Technik schrott den keiner braucht. Die Produzenten haben sich schön was auf die Tasche getan. Das ist auch das Problem von diesen Kickstarter Geschichten.
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Avatar varg696
varg696
#10 | 26. Jul 2013, 10:33
Habt ihr keine Latenz-Probleme festgestellt im Test bezüglich des Controllers? Habe gelesen dies wäre ein grober Schwachpunkt welcher manche Spiele (z.B Pinball) unspielbar macht.
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