PlayStation 4 : Die Aussage von Jack Tretton in einem Interview zum Thema DRM kurz nach der E3-Pressekonferenz, sorgte für einigen Wirbel. Die Aussage von Jack Tretton in einem Interview zum Thema DRM kurz nach der E3-Pressekonferenz, sorgte für einigen Wirbel.

Auf seiner E3-Pressekonferenz verkündete Sony vollmundig, dass die neue PlayStation 4 nicht auf Gebrauchtspielsperren oder gar ein Always-On-System setze. Man könne seine gekauften Spiele jederzeit verleihen, wieder verkaufen oder tauschen und ließ dabei auch mehrere Seitenhiebe gegen Hauptkonkurrent Microsoft mit der Xbox One los.

Kurz darauf sorgte ein Interview mit Jack Tretton, CEO von Sony Computer Entertainment America, jedoch für Furore, aufgrund dessen recht schnell »PS4 setzt doch auf DRM!«-Meldungen wie Pilze aus dem Boden schossen. Doch was hat der Mann eigentlich gesagt?

»Die Entscheidung, DRM zu verwenden, liegt in den Händen der Third-Parties [Anm: also EA, Ubisoft und Co.]. Das ist nichts, was wir diktieren, kontrollieren, vorschreiben oder implementieren werden.«

Mit dieser Aussage hat Tretton sich und seinem Unternehmen erst einmal einen Bärendienst erwiesen, klingt es doch wie das Gegenteil von dem, was man 24 Stunden zuvor versprochen hatte. Doch was hat Tretton gemeint und in welchem Kontext wurde es angesprochen? Wäre es nicht ziemlich bescheuert, keine 24 Stunden nach seinem Glanz-Auftriff auf der E3 mal eben das genaue Gegenteil in einem Interview zu erzählen?

Es ging vor allem um Online-Inhalte und neue Geschäftsmodelle auf der Konsole wie etwa Free2Play. Doch die Kollegen vom GameFront ersparten sich das spekulieren und wendeten sich direkt an Sony selbst, um Klarheit zu bekommen. Die Antwort: Es geht darum, gebrauchte Spiele online zu spielen, Stichwort: Online-Pass. In dieser Hinsicht wird sich auf der PlayStation 4 gegenüber der PS3 nichts ändern.

»Das Online Pass-Programm für PlayStation-Spiele von Sony selbst wird auf der PlayStation 4 nicht fortgesetzt. Genauso wie auf der PS3 werden wir aber aber unseren Publishing-Partnern nicht diktieren, wie ihre Strategie mit dem Online-Modus gebrauchter Spiele aussieht. Wie letzte Nacht angekündigt, wird die PS4 über keine Einschränkungen bei der Verwendung von Spiele-Discs verfügen. Wenn ein Spieler ein PS4-Spiel auf Disc kauft, hat er das Recht dieses zu verwenden, im Laden einzutauschen, es an andere Personen zu verkaufen, an Freunde zu verleihen oder für immer zu behalten.«, so die Erläuterung von Dan Race, Senior Director of Corporate Communications bei Sony.

Damit ändert sich nach dem aktuellen Stand auf der PlayStation 4 gegenüber der aktuellen Praxis auf PS3 und auch Xbox 360 nichts. Wer bei einem gebrauchten Spiel den Online-Modus verwenden will, muss damit rechnen, dass der Publisher einen Online-Pass verwendet hat, den es nachzukaufen gilt. Sony selbst wird bei hauseigenen Titeln auf diese Praxis verzichten, Electonic Arts mottete den Online-Pass bei eigenen Spielen vor Kurzem ebenfalls ein.

Bei einem Sony-Roundtable bestätigte dies auch noch einmal Shuhei Yoshida, President von Sony's Worldwide Studios: »Wir werden Spiele auf Discs [bei der PS4] genauso behandelt wie auf der PS3, weil eine Menge Leute ihre Spiele gerne teilen. Wir gehen aber davon aus, dass immer mehr Leute zu rein digitalen Inhalten wechseln werden, aber so etwas passiert nicht über Nacht. Es gibt nach wie vor Regionen in der Welt, die über keine robuste Internet-Infrastruktur verfügen, aber es ist erforderlich, den Leuten trotzdem zu bieten, was sie wollen.«

Damit geht Sony davon aus, dass sich in einigen Jahren das Thema DRM sowieso von selbst erledigen wird, wenn ein Großteil der Spieler nur noch auf Downloads setzt, die sowieso gezwungenermaßen an einen Account verknüpft sind. Doch bis dahin soll auf der PS4 alles seinen gewohnten Gang gehen, was gebrauchte Spiele betrifft.

Quelle: PlayStationLifeStyle
Quelle: Destructoid
Quelle: GameFront

PlayStation 4
Das steckt alles im Karton: Die Konsole, Netzkabel, Headset, HDMI-Kabel, USB-Ladekabel, Controller, Handbuch