MSI GX60 : Optisch hat das MSI GX60 nichts Außergewöhnliches zu bieten. Die Kombination von schneller Radeon HD 7970M und A10-4600M-CPU ist aber einzigartig. Optisch hat das MSI GX60 nichts Außergewöhnliches zu bieten. Die Kombination von schneller Radeon HD 7970M und A10-4600M-CPU ist aber einzigartig.

Notebooks mit AMDs Top-Modell Radeon HD 7970M kosten gut und gerne 1.500 Euro und mehr. Um den Preis auf 1.200 Euro zu drücken, kombiniert MSI beim MSI GX60 den pfeilschnellen Grafikchip mit dem schnellsten Vierkerner von AMD, dem A10-4600M. Dessen vier Rechenkerne arbeiten dabei mit 2,3 bis 3,3 GHz, bislang kam der A10-4600M aber eher in Einstiegs- und Mittelklasse-Notebooks zum Einsatz. Praktisch alle anderen Gaming-Notebooks setzten auf Intels deutlich schnellere Ivy-Bridge-Prozessoren.

Zum Thema » Alienware M17x R4 im Test Notebook schnell wie Desktop-PC » Asus G75 im Test Tarnkappen-Notebook » Notebook-Tuning Was lässt sich aufrüsten? MSI GX60 ab 897,79 € bei Amazon.de Zumindest auf dem Papier sieht die Kombination der Radeon HD 7970M mit dem A10-4600M sowie 8,0 GByte Arbeitsspeicher und zwei 64-GByte-SSDs attraktiv aus, zumal der Preis die 1.000-Euro-Grenze nur knapp überschreitet. Beim Bildschirm setzt MSI auf ein entspiegeltes 15,6-Zoll-Display mit Full-HD-Auflösung.

Neben den beiden SSDs im leistungssteigernden Raid-0-Verbund steckt noch eine 750 GByte große herkömmliche Festplatte im GX60, ein Blu-ray-Laufwerk gibt es allerdings nicht. Im Handel gibt es das von unserem Partner Notebookcheck.de getestete Modell nur in abgewandelter Form ohne die beiden SSDs. Im Test muss sich zeigen, ob die Kombination aus schneller Grafikkarte und vergleichsweise langsamen Prozessor eine gute Idee ist.

Gehäuse

Aktuell geht der Trend bei Spiele-Notebooks weg von übertriebenem Design, wild blinkenden Lampen oder martialischer Lackierung – selbst Asus bügelt bei den Tarnkappen-Notebooks der G-Serie die Kanten von Generation zu Generation glatter. Auch MSI setzt beim GX60 auf eine eher zurückhaltende Optik, von Eleganz kann aber keine Rede sein, denn der Hersteller mischt munter Materialien und Oberflächen. So wirkt die metallene Handballenauflage noch einiermaßen hochwertig, die glänzenden Kunststoffelemente rund um die Tastatur und das Display wollen aber so gar nicht dazu passen. Zudem nervt das Plastik durch eine hohe Schmutzempfindlichkeit. Fingerabdrücke und Staubpartikel sammeln sich auf dem Displayrahmen, der Tastaturunterlage und der praktischen Funktionsleiste an, der Deckel ist bereits nach mehrmaligem Hin und Her tragen übersät von Staub und Fingerabdrücken.

MSI GX60 : Die Mischung von Hochglanz-Plastik, mattem Kunststoff und gebürstetem Aluminium wirkt alles andere als hochwertig. Die Mischung von Hochglanz-Plastik, mattem Kunststoff und gebürstetem Aluminium wirkt alles andere als hochwertig.

Mit einer Größe von 39,5x26,7x5,5 Zentimetern überragt das MSI GX60 die meisten 15-Zoll-Konkurrenten, selbst 17-Zoll-Modelle wie das Alienware M17x R4 sind mit 41,0x30,4x4,6 cm nicht viel größer, sondern sogar flacher als der MSI-Bolide. Dafür wiegt das GX60 mit 3,4 kg deutlich weniger als die Konkurrenz von Alienware (5,2 kg) und ist so besser zu transportieren. Die Qualität der Verarbeitung geht in Ordnung, dem Qualitätsniveau von Asus G75 oder Alienware M17x R4 kann das GX60 aber längst nicht das Wasser reichen. Auch im Vergleich zum ebenfalls mit einem 15,6-Zoll-Display ausgerüsteten und ab 750 Euro erhältlichem Lenovo Ideapad Y580 mit Core i7 3630WM und Geforce GTX 660M enttäuscht uns die Verarbeitungsqualität.

Prozessor & Grafikkarte

Im MSI GX60 steckt ein A10-4600M mit vier Piledriver-Kernen, der aus AMDs günstiger Trinity-Reihe stammt. Im Gegensatz zur aktuellen Intel-Generation, die auf 28 nm schmalen Strukturen basiert, wird der A10 noch im älteren 32-nm-Prozess gefertigt. Der angegebene maximale Stromverbrauch von 35 Watt liegt auf dem Niveau der zweikernigen Core-i5-Konkurrenz. Den Standardtakt von 2,3 GHz kann der A10-4600M automatisch auf bis zu 3,3 GHz erhöhen und zieht so nominell mit einem Core i7 3610QM gleich. Allerdings erreicht AMDs CPU-Architektur eine wesentlich schlechtere Leistung pro Megahertz, so dass der A10-4600M einem Core i7 deutlich unterliegt. Im Test bei unseren Kollegen Notebookcheck.com absolvierte der in vielen Notebooks eingesetzte Core i7 3610QM den Cinebench-Benchmark rund doppelt so schnell wie der A10-4600M.

MSI GX60 : Der Radeon HD 7970M ist der derzeit schnellste Grafikchip von AMD und erreicht das Leistungsniveau der Desktop-Grafikkarte Radeon HD 7870. Der Radeon HD 7970M ist der derzeit schnellste Grafikchip von AMD und erreicht das Leistungsniveau der Desktop-Grafikkarte Radeon HD 7870. Neben den vier Prozessorkernen steckt im A10-4600M noch ein integrierter Grafikchip vom Typ Radeon HD 7660G. Dessen Leistung übertrifft zwar die der Intel-Grafikchips HD 3000 und HD 4000 locker, ist für aktuelle Spiele in maximalen Einstellungen aber noch immer zu langsam. Beim GX60 kümmert sich daher AMDs Top-Modell Radeon HD 7970M um die Berechnung von aufwändigen 3D-Titeln – bereits im Test des Alienware M17x R4 konnte der Grafikchip seine außerordentlich hohe Leistung beweisen, die ungefähr auf einem Niveau mit Nvidias Geforce GTX 680M liegt.

Technisch basiert die HD 7970M auf der GCN-Architektur aktueller Radeon-Grafikkarten für den Desktop und wird in dem strom- und platzsparenden 28-nm-Prozess gefertigt. Der Chip besteht aus 2,8 Milliarden Transistoren, hat 1.280 Shader-Prozessoren und 2,0 GByte Video-RAM. Der Speicher wird über eine 256 Bit breite Datenautobahn an den Grafikchip angebunden. Die Taktraten betragen 850 MHz für den Chip sowie effektiv 4.800 MHz für den Grafikspeicher. Gemessen an den technischen Spezifikationen entspricht die Radeon HD 7970M ungefähr einer AMD Radeon HD 7870 , die mit 1.000/4.800 MHz etwas schnellere Taktraten besitzt, aber identisch bei Shader-Einheiten, Grafikspeicher sowie Speicher-Interface ist.