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Reaktionen auf Spieleverbotsforderungen - Kulturrat warnt vor »wahltaktischem Schnellschuss«

Unterschiedliche Reaktionen auf die Beschlüsse der Innenminister: Während der Kulturrat Wahltaktik vermutet, erkennt das Aktionsbündnis Winnenden einen längst überfälligen Schritt.

Von Christian Merkel |

Datum: 08.06.2009; 10:28 Uhr


Reaktionen auf Spieleverbotsforderungen : Kulturrat Logo Kulturrat Logo Die Beschlüsse der Innenministerkonferenz zum Verbot sogenannter ›Killerspiele‹ beschäftigen nicht nur die Spieler. Erste gesellschaftliche Institutionen haben sich bereits dazu geäußert, darunter der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände. Er hält die Empfehlung der Innenminister der Länder und des Bundeinnenministers, noch vor der Bundestagswahl im September ein Herstellungs- und Verbreitungsverbot gewaltbeherrschter Spiele durchzusetzen, für einen ›wahltaktischen Schnellschuss‹. Hier die Stellungnahme im Originalwortlaut:

»Mit dem Vorschlag der Innenminister wurde erneut in der Mottenkiste der Verbotsdebatten gegriffen und geflissentlich verschwiegen, dass erst im vergangenen Jahr das Jugendschutzrecht novelliert wurde. Seit dem 1. Juli 2008 ist der Katalog der schwer jugendgefährdenden Trägermedien, die indiziert sind, im Hinblick auf Gewaltdarstellungen erweitert, die Indizierungskriterien wurden in Bezug auf mediale Gewaltdarstellungen erweitert und präzisiert, weiter wurde die Mindestgröße der Alterskennzeichen der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle gesetzlich festgeschrieben.

Wenn jetzt ein Herstellungs- und Verbreitungsverbot sogenannter Killerspiele gefordert wird, geht es weniger um Kinder- und Jugendschutz, denn Kindern und Jugendlichen dürfen solche Spiele schon jetzt gar nicht zugänglich gemacht werden. Er geht darum, Erwachsene vor solchen Spielen zu ›schützen‹. Damit wird elementar die Kunst-, Presse- und Meinungsfreiheit berührt.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: ›Bei den jüngsten Vorschlägen der Innenministerkonferenz muss man den Eindruck gewinnen, dass es nicht um Jugendschutz, sondern schlicht nur um Wahlkampf geht. Oder soll ernsthaft in den letzten Sitzungstagen des Bundestages vor der Sommerpause und der Bundestagswahl, hopp la hopp ein neues Gesetz gezimmert werden. Der Jugendschutz und die Kunst-, Presse- und Meinungsfreiheit sind viel zu wichtig, um sie den wahlkämpfenden Innenministern von Bund und Ländern zu überlassen.‹«

Reaktionen auf Spieleverbotsforderungen : Eine befürwortende Haltung nimmt das Aktionsbündnis ›Amoklauf Winnenden‹ ein. »Das ist eine richtige und überfällige Reaktion. Sie wird die Prävention von Gewalttaten erleichtern«, so Gisela Mayer, Sprecherin des Aktionsbündnisses, gegenüber der Zeitung Die Welt. Allerdings fehlen dem Aktionsbündnis Beschlüsse zum Waffenrecht: »Insgesamt bleiben die Ergebnisse weit hinter unseren Erwartungen zurück. Vor allem großkalibrige Kurzwaffen müssen aus Haushalten und Vereinen verbannt werden, selbst im Sportschießen existiert keine olympische Disziplin dafür.« Das Aktionsbündnis ›Amoklauf Winnenden‹ besteht aus den betroffenen Familien der Opfer des Amoklaufs am 11.März 2009.

SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz bezweifelt es zwar, dass das Verbot vor der Wahl umgesetzt werden könne, da es zu wenig Sitzungstage bis dahin gebe. Ansonsten gibt es sich aber zuversichtlich: »Aber unabhängig von den Wahlen: Das Verbot kommt«.

Laut Beschluss der Innenministerkonferenz von letzter Woche sollen Computerspiele, deren Haupt-Bestandteil »wirklichkeitsnah dargestellte Tötungshandlungen oder andere grausame oder sonst unmenschliche Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen« sind, mit einem Herstellungs- und Verbreitungsverbot belegt werden. Beschlüsse der Innenministerkonferenz haben allerdings nur einen empfehlenden Charakter.

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Avatar XKL1
XKL1
#1 | 08. Jun 2009, 10:43
»Das ist eine richtige und überfällige Reaktion. Sie wird die Prävention von Gewalttaten erleichtern«, so Gisela Mayer..

Sehr geehrte Frau Mayer. Das Einsperren von allen Menschen in Einzelhaft würde vermutlich auch dazu führen, dass wir keine Gewalttaten mehr haben werden, genauso wie 1000 andere Sachen!

Die stützen sich aber auf Vorurteile und Klischees, bzw schlagen hier auf jemanden ein der einfach die schwächste Lobby hinter sich hat.

Früher waren die Spiele sogar noch brutaler, bzw in Deutschland sogar leichter erhältlich in Deutschland. Was machen Sie denn wenn dieses Verbot zu noch mehr Gewalt führt?

Oder glauben sie ernsthaft, die Kinder gehen deshalb nun alle raus in die Natur und jagen Schmetterlingen hinter her?

Sie sollten schon erkennen in welcher Zeit wir heute leben!

MfG
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Goodwin85
#2 | 08. Jun 2009, 10:43
achja, Step by Step gehts jetzt weiter zum totalitären Überwachungsstaat. Wann folgt nochmal der Bundestrojaner? Naja, sind wir nicht alle ein bisschen "terroristisch"?. Der Staat schützt sich wo es nur geht. Dabei sollte als erstes mal die Immunität von einigen Ministern, die ein Doppelleben in gewissen Konzernvorständen inne haben, "beschossen" werden. Auweia, ich habe ein Wort mit Schießen verwendet. Los, pflanzt alles mit Wanzen voll. [...]
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downgrade
#3 | 08. Jun 2009, 10:44
In anderen Neuigkeiten: Die Piraterierate in Deutschland steigt um 100.000 %
Ich halte es eigentlich für unwahrscheinlich das dass wirklich durchkommt, die zuversicht einiger Politiker und anderer gibt mir jedoch zu grübeln.
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Avatar GEMS1
GEMS1
#4 | 08. Jun 2009, 10:45
Ich rege mich nicht mehr darüber auf....und die Dummheit der älteren Generationen wird einfach ausgenutzt um Stimmen zu bekommen

Man kann hier schon von Terrorismus seitens der Politiker reden...angeführt von Osama bin Schäuble
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Avatar Woldeus
Woldeus
#5 | 08. Jun 2009, 10:48
wers noch nicht kennt:
http://www.bildschirmarbeiter.com/video/du _bist_terrorist/
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Avatar Mandaron
Mandaron
#6 | 08. Jun 2009, 10:55
»Das ist eine richtige und überfällige Reaktion. Sie wird die Prävention von Gewalttaten erleichtern«

Das wird die Prävention von Gewalttaten genauso erleichtern, als wenn wir...

Ach was diskutier ich eigentl. noch mit solchen Leuten?! Hier passt der Spruch besser als sonst irgendwo:

"Bitte verwirren Sie mich nicht mit Ihren Tatsachen, meine Meinung steht fest!"

Schaut bitte weiter euren Tatort und die Tagesschau das ist schließlich euer Hochgefühl an Unterhaltung.

Mich kotzt diese Generation so langsam echt an... (es gibt natürlich Ausnahmen, wie immer)
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Avatar der_gamer
der_gamer
#7 | 08. Jun 2009, 11:04
Immerhin scheint es noch ein paar intelligente Menschen in Deutschland zu geben. Die Prävention von Gewalttaten dürfte durch ein Verbot nicht wirklich erleichtert werden. Wer verbotene Spiele will bekommt sie auch, sei es über Freunde und Bekannte oder über illegale Internetquellen wie Torrents oder Rapidshare. Da bringt ein Herstellungs- und Verbeitungsverbot gar nichts. Auch ist es einfach schwachsinnig, dass aufgrund eines durchgeknallten Amokläufers nun hunderttausende "normale" Spieler in Deutschland auf interessante Spiele mit viel Action, tollen Herausforderungen und genialen Multiplayermodi und damit auf gute Unterhaltung verzichten sollen. Zumal Computer- und Videospiele mit Sicherheit nicht DER wichtigste Grund oder Auslöser für Amokläufe sind.
Bitte nicht falsch verstehen, es gibt jede Menge Spiele, die nicht in die Hände von 14 jährigen gehören! Aber hier sind doch besser die Eltern gefordert mal nachzuschauen, was das eigene Kind so am Computer macht und gegebenenfalls mit dem Kind darüber zu sprechen! DAS dürfte wirklich helfen Amokläufer und Gewalttaten zu reduzieren oder zu verhindern!
So ein Wir-tun-mal-so-als-ob-wir-was-richtiges-tun-Ge setz ist der falsche Weg, denn er wird kaum Amokläufe verhindern und bevormundet nur die "normalen" Spieler, was bei denen zu mehr Politikverdrossenheit führen dürfte. Eine intelligente Aufklärungskampagne wäre mit Sicherheit besser als ein Verbotsgesetz.
Ich kann nur hoffen, dass den Politikern noch ein Licht aufgeht und dieses schwachsinnige Gesetz nicht zustande kommt
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Avatar Goodwin85
Goodwin85
#8 | 08. Jun 2009, 11:09
Was lernt man aus sowas? Schlagzeile: "Meinungsfreiheit und Datenschutz hinterrücks von Dolch ermordert!"
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Avatar Rupert_The_Bear
Rupert_The_Bear
#9 | 08. Jun 2009, 11:12
Ich würde es eher als einen ungezielten Schuss aus der Hüfte nennen.

Aber mal ganz ehrlich, bei den Nachrichtensendungen,Dokus,Büchern,Magazinen,F ilmen und schliesslich Spielen, was kommt vom Gewaltgrad her an erster Stelle? Wie ich finde Nachrichten und Reportagen zuerst. Jeden Tag hört und sieht man was neues aus Richtung Krieg,Terror,Bombenangriffe,Amokläufe,Schiesse reien. Seit fast 6 Jahren kriegen wir nix weiter in den Nachrichten zu hören als Irakkrieg und Tote bei Bombenattentaten. Ich gucke gern Nachrichten, aber das stumpft ab. Ich gähne bei Meldungen wie "20 Tote bei Bombenattentat in Bagdad". Tut mir leid, aber wie ich finde ist gespielte Gewalt, wie in Spielen,Filmen oder Büchern, die nicht real ist, wesentlich ungefährlicher, als ständig Todesmeldungen und Bilder von erschossenen oder in die Luft gesprengten Menschen zu sehen.
Natürlich kann man auch das nicht verbieten oder zensieren, weil das massiv die Pressefreiheit einschränkt. Also was machen wir? Wir gewöhnen uns an den Gedanken, dass diese Welt niemals frei von Gewalt sein wird und hören auf es auf "Spielsachen" zu schieben, sondern geben uns selbst die Schuld, an Kriegen,Amokläufen, Mord und Totschlag.
P.S. an Amokläufen sind nicht die Spiele oder Filme schuld, sondern die Eltern der (meist) Schüler, die Amokläufe an Schulen machen (Columbine etc.) und deren Erziehung, ausserdem Behörden, die in vielen Fällen wissen, der/die ist Gewalttätig oder geistig Gestört. Und trotzdem wird da nix unternommen, genauso wie bei Morden an Kindern, deren Leichen man in Kühlschränken 2 Jahre später findet. Wieso wird beim Jugendschutz,Ordnungsamt und bei anderen Behörden nicht mal aufgeräumt und genauer hingeguckt?
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Avatar Atin
Atin
#10 | 08. Jun 2009, 11:12
@Gamestar
Verbot von sogenannten "Killerspielern"?
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