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Report: So spielt die Welt - Teil 3

Russland, Frankreich und deutsche Spiele im Ausland

Warum zahlen Asiaten lieber für Items als für Abos? Warum mögen die Japaner die Xbox nicht? Warum sind so viele Chinesen spielsüchtig? Kommen Top-Spiele künftig aus Indien? Welche Rolle spielt der Mittlere Osten für die künftige Spieleentwicklung? Im zweiten Teil unseres Reports befassen wir uns mit Japan, China, Indien und dem Mittleren Osten.

Von Christian Burtchen |

Datum: 30.01.2010


Überall auf der Welt werden Spiele hergestellt und gespielt. Aber sieht das global genau so aus wie bei uns in Deutschland? Punkten anderswo die gleichen Genres oder gibt es regionale Vorlieben?

Wir sind auf Forschungstour durch die Spielemärkte der Welt gegangen, haben Fragen gestellt und Antworten gefunden. Die Analysen zeigen, wie regionale Rahmenbedingungen Aspekte der Spielkultur offen oder subtil beeinflussen. Im dritten und letzten Teil unseres Reports beleuchten wir über deutsche Spiele im Ausland, Osteuropa und Frankreich.

» So spielt die Welt #1 (USA, Australien, Kanada, Südkorea)
» So spielt die Welt #2 (Asien, Japan, China, Indien, Mittlerer Osten)

Deutsche Spiele im Ausland

Warum erscheint Arcania in den USA in einer hellen Grafikfassung?

So spielt die Welt - Teil 3 : USA USA Brockige, gedeckte Umgebungen gelten als typisch deutsch. Wer ein Gothic mit Oblivion oder auch die älteren Siedler und Anno-Spiele mit den international ausgelegten Nachfolgern vergleicht, gewinnt den Eindruck, der Grafiker sei über dem Schieberegler für Farbsättigung ausgerutscht. Für Arcania (das umbenannte Gothic 4) sind Jowood und Spellbound konsequent und liefern gleich zwei Versionen aus: düster für Europa, hell und farbenfroh für Nordamerika.

Woher rühren die verschiedenen Vorlieben? Zum einen verlief die kulturelle Prägung in den USA anders: Die Medienlandschaft lebt von einer wuchtigen Hollywood- Ästhetik. US-Kulturimporte in Europa sind zweifellos in relevantem Umfang vorhanden, treten aber in Konkurrenz zu heimischen Produktionen mit einer anderen Optik, die kulturell oder auch schlicht finanziell bedingt sein kann. In der europäischen Populärkultur dominiert ein raues, schmutziges Mittelalterbild, das auf die Fantasy ausstrahlt. Bei der Farbwahl deutscher Rollenspiele lassen sich sogar Parallelen zur romantischen Malerei in Europa entdecken. Zudem entscheidet auch die dominante Plattform über die Ästhetik: Konsolenprodukte zeichnen sich nicht nur durch oft größere Schriften aus, sondern greifen auch tiefer in den Farbtopf – vielleicht, weil im Wohnzimmer einfach ein strahlenderes, kontrastreicheres Bild besser passt. Deshalb gilt schlicht: Wer in internationalen, konsolenlastigen Märkten wie den USA oder Japan Erfolg haben will, sollte auf farbenfrohe Grafik setzen.

Warum floppen deutsche Fußballmanager in England?

So spielt die Welt - Teil 3 : England England Erst der Bundesliga Manager, später Anstoss und nun seit vielen Jahren EAs Fußball Manager: Wo Schalke-Wimpel und HSV-Schals liegen, verkaufen sich Fußball-Manager made in Germany wie Currywurst in der Halbzeitpause. Doch im gleichermaßen fußballverliebten England finden die deutschen Werke deutlich seltener Publisher oder gar Käufer. Woran liegt’s, dass auf der Insel die Abwehr der heimischen Programme Championship Manager und Football Manager hält?

Tatsächlich an Unterschieden in den Spielschwerpunkten. Englische Manager konzentrieren sich auf die sportlichen Aufgaben, sie stellen die Rolle des Trainers in den Mittelpunkt; selbst Transferentscheidungen hängen von Vereinsleitung oder Aufsichtsrat ab. Der Aufstieg der deutschen Fußballmanager hingegen fällt nicht umsonst in die Zeit der großen Wirtschaftssimulationen. Stadionausbau, Sponsorenverhandlungen, Privatleben-Management – die hierzulande so beliebte Mannigfaltigkeit ist für englische Fans kaum mehr als lästiges Beiwerk, das vom Geschehen auf dem Rasen ablenkt. Gerade eine Extraschippe Leidenschaft aber zeichnet englische Fußball-(Spiel-)Fans aus. Zudem fehlt den sportlichen Lokalpatrioten schlichtweg ihr Verein im Spiel: Wo die englischen Manager alle Clubs bis hinunter zur Football Conference (der sechsten Liga) erhalten, lizenzieren die Importprodukte oft nur die Premier League und rauben den Spielern damit Identifikationspotenzial.

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Avatar Mad Ollie
Mad Ollie
#1 | 30. Jan 2010, 13:34
"Warum foppen deutsche Fußballmanager in England?"

Keine Ahnung. Wen foppen sie denn überhaupt?
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Avatar blacksun84
blacksun84
#2 | 30. Jan 2010, 13:45
Mit guten Fußballmanagern ist es halt wie mit schönen Frauen: Sind beides Dinge, die die Engländer nicht kennen und daher nicht wollen.
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Avatar Caphalor
Caphalor
#3 | 30. Jan 2010, 13:50
Zitat von blacksun84:
Mit guten Fußballmanagern ist es halt wie mit schönen Frauen: Sind beides Dinge, die die Engländer nicht kennen und daher nicht wollen.


Das is echt gut, muss ich mir merken.

@gamestar: echt guter beitrag, macht weiter so!
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Avatar KillerKnoedel
KillerKnoedel
#4 | 30. Jan 2010, 14:02
Zitat von Mad Ollie:
Warum foppen deutsche Fußballmanager in England?

Keine Ahnung. Wen foppen sie denn überhaupt?


Ja die Fussballmanager. Man muss das nur richtig betonen: Warum foppen Deutsche (die) Fußballmanager in England.

Ist natürlich nur n Witz...
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Avatar Arkadis
Arkadis
#5 | 30. Jan 2010, 17:22
Interessantes Special!
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Avatar Figgelz
Figgelz
#6 | 30. Jan 2010, 22:11
Zitat von Mad Ollie:
Warum foppen deutsche Fußballmanager in England?

Keine Ahnung. Wen foppen sie denn überhaupt?


Die Rechtschreibfehler werden auch immer lustiger auf Gamestar. :D
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Avatar mako_zero
mako_zero
#7 | 31. Jan 2010, 02:53
das mit den leuchtenden farben in amy-games ist echt irre. hätt ich mir nie gedacht. gottseidank hatt die HerrDerRingeTrilogie nicht transformer-bay gemacht das wäre dann wohle ein bonbonfarbiges zuckerwatte spektakel geworden.
btw, die special ist super. bitte mehr davon.
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Avatar BrownSuggar
BrownSuggar
#8 | 31. Jan 2010, 13:06
Dieser Kommentar wurde ausgeblendet, da er nicht den Kommentar-Richtlinien entspricht.
Avatar EvilKenivel1976
EvilKenivel1976
#9 | 01. Feb 2010, 10:49
Sehr interessant ist auch wie weit die französische regierung geht, die eigene spielindustrie zu schützen. auch wenn es denen 'nur' um geld und arbeitsplätze geht, haben die wenigstens erkannt das spiele keine satansbrut sind und die spielindustrie nicht die hölle ist.
und was passiert hier zu lande? hier gibt es ein revival der inquisition und es wird munter auf hexenjagd gegangen auf alles was spass machen könnte und mit videospielen und internet zu tun hat! achja arbeitsplätze und gelder werden somit auch vermieden.
Immer wieder erstaunlich wie blöd und engstirnig die meisten unserer politiker sind.
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Avatar Svenc
Svenc
#10 | 26. Mrz 2010, 07:38
Zitat von blacksun84:
Mit guten Fußballmanagern ist es halt wie mit schönen Frauen: Sind beides Dinge, die die Engländer nicht kennen und daher nicht wollen.


Es könnte auch an den einheimischen Programmen liegen - man munkelt, die sind einfach bisschen besser, realistischer und in dem, was sie versuchen, ausgereifter. Was man übrigens nicht nur in England so sieht. In England, also bei den Menschen, die schlechtes Essen mögen und sich sowieso um nix großartig kümmern, am allerwenigsten um die Finanzen in der Fußballwelt. Sieht man ja schon an den Vereinen: die kriegen sowieso alles von den Patriarchen spendiert. ;)

Dass es gewisse Unterschiede bei den Programmen gibt, hat GameStar hier ja herausgefunden. Allerdings ist der Rest ein bisschen Kaffeesatz. Gerade weil der "Fussball Manager" bloß in der Peripherie WiSim ist, und trotz der vielen Knöpfe eine WiSim-Light, in der man sich unter anderem einmal im Jahr durch drei vordiktierte Sponsorenverträge klickt. Im Mittelpunkt steht wie bei den englischen Pendants der Spocht - und der Begriff "Trainsersimulation" triffts bei den englischen Vertretern eigentlich genauso wenig. Deutschland einig WiSim-Land, Anno1602, Siedler, Planer, etc.

Das wichtigste Argumnent für den Erfolg der beiden Serien hat man glatt vergessen: Gerald "Anstoss" Köhler oder eben "Fussball Manager" sind in Deutschland Marken, die seit Jahren ziehen. Genau so verhält sich das mit Football Manager oder Sports Interactive in England - und überall sonst, wo das Programm die Leute vor den Rechner zieht.

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