Spiele-Reboots: Top oder Flop? :

Serien-Reboots liegen wieder im Trend: Lara Croft und Dante feiern ihre Jugendjahre, extraterrestrische Invasoren fürchten sich wieder vor der XCOM-Eingreiftruppe, Dämonen nehmen wieder vor der Belmont-Familie Reißaus und Horror-Clown Sweet Tooth kehrt als Alptraum aller Gebrauchtwagenhändler aus der Versenkung zurück.

Wir ergründen anhand zehn ausgewählter Titel, was gute und schlechte Reboots ausmacht. Dabei orientieren wir uns nicht ausschließlich an Wertungen, sondern konzentrieren uns auf die subjektiven Aspekte, die über Erfolg und Scheitern von Reboots entscheiden.

Top: XCOM: Enemy Unknown

Zu einem gelungenen Reboot gehört immer eine Portion Mut von Seiten der Entwickler und Publisher. Mut, eine vernachlässigte, vergessene, eingeschlafene oder auch zerstörte Serie wieder in die Hand zu nehmen. Mut sich den Fans der Vorgänger zu stellen, mit neuen Ideen und Konzepten.

Mit dem Reboot XCOM: Enemy Unknown hat Entwickler Firaxis Games in dreierlei Hinsicht Mut bewiesen. Erstens war Rundenstrategie in den letzten Jahren bestenfalls eine starke Nische abseits der Blockbuster-Titel (PC), im schlechtesten Fall ein nahezu totgesagtes Genre (Konsolen). Ob sich ein solcher Titel also angemessen verkauft, ist mit einer Multiplattform-Strategie fraglich. Zweitens gilt das Vorbild (in Deutschland unter UFO: Enemy Unknown bekannt) als Kulttitel unter hartgesottenen Rundenstrategie-Veteranen. Diese Fan-Basis zählt wohl zu den treuesten aber gleichzeitig auch anspruchsvollsten in der Spielebranche.

Drittens wollte man Genre und Marke einer neuen Generation von Spielern schmackhaft machen. Keine leichte Aufgabe, denn schon vor der Jahrtausendwende schwand der Status der X-COM-Serie rasant. X-COM: Interceptor floppt beispielsweise an den Ladentheken und Ableger wie die Third-Person-Ballerei Enforcer verleugnen die taktischen Wurzeln der Marke.

XCOM: Enemy Unknown
Die Dünnen Männer haben nicht nur einen Sonnenbrillen-Fimmel, sondern können auch Giftwolken spucken.

Firaxis‘ Mut hat sich aber ausgezahlt: XCOM: Enemy Unknown durfte gleichermaßen Kritikerlob und Fanfreude für sich verbuchen. Im Test waren wir schwer beeindruckt, wie das Entwicklerstudio alle obigen Anforderungen unter einen Hut gebracht hat. Die Atmosphäre wird der Stimmung des Originals locker gerecht. Gefechte und Basisbau erreichen die nötige taktische Tiefe. Der Schwierigkeitsgrad kitzelt die Motivation – mit jedem verlorenen Soldaten leiden wir vorm Bildschirm richtig mit. Das Spielprinzip ist einerseits angenehm komplex, andererseits gestrafft und zugänglicher. Grafik und Inszenierung sind ansprechend und modern. Und der obligatorische Genre-Sog (»Ein Zug geht noch.«) hält das Erlebnis über Stunden hinweg zusammen.

Einleitung
Die Anzahl von freundlich gesinnten Alienvölkern in Filmen und Computerspielen kann man leicht an einer Hand abzählen, aber bösartige Außerirdische scheinen in jedem Winkel des Universums zu lauern. Auch in den Spielen der X-COM-Serie – X-COM steht für Extraterrestrial Combat Force - kommen die Fremden nicht in Frieden und müssen in einer Mischung aus Strategie, Basisbau und rundenbasierten Taktik-Kämpfen aufgehalten werden.

Aufgrund der Beliebtheit der X-COM-Spiele erscheint ab 2003 die UFO-Serie (UFO: Aftermath, UFO: Aftershock, UFO: Afterlight, UFO: Extraterrestrials), die zwar das Spielprinzip übernimmt, sonst aber nichts mit den ursprünglichen Titel zu tun hat und deshalb hier nicht näher vorgestellt wird. Wir zeigen die erfolgreiche Original-Serie von ihren Anfängen bis heute.