Aliens: Colonial Marines : Der Streit um Aliens: Colonial Marines nimmt offenbar auch weiterhin kein Ende. Sega wirft nun seinerseits Gearbox vor, für die Vermarktung des Spiels verantwortlich gewesen zu sein. Der Streit um Aliens: Colonial Marines nimmt offenbar auch weiterhin kein Ende. Sega wirft nun seinerseits Gearbox vor, für die Vermarktung des Spiels verantwortlich gewesen zu sein.

Eine bewusste Irreführung der Kunden und die Präsentation absichtlich geschönter Demo-Versionen im Vorfeld der Veröffentlichung des Spiels - mit diesen Vorwürfen sahen sich das Entwicklerstudio Gearbox Software und der Publisher Sega vor etwa einem Jahr im Bezug auf ihren im Februar 2013 veröffentlichten Science-Fiction-Shooter Aliens: Colonial Marines ausgesetzt. Damals hatte die US-Anwaltskanzlei Edelson LCC eine Sammelklage gegen den beiden Unternehmen eingereicht.

Und die scheint nun im Nachhinein zu ernsthaften Streitigkeiten zwischen Sega und Gearbox Software zu führen. Nachdem das Entwicklerstudio von Randy Pitchford zunächst sämtliche Schuld an der Misere von sich wies, die Entwicklung von Aliens: Colonial Marines als reine Auftragsarbeit abtat und dem Publisher die alleinige Verantwortung für Werbung, Vermarktung und Qualität des Spiels zuschob, schlägt Sega nun zurück.

Nachdem das Unternehmen zuletzt noch eine außergerichtliche Einigung anstrebte und eine Schadensersatzzahlung in Höhe von 1,25 Millionen US-Dollar anbot, beschuldigt man nun seinerseits den einstigen Kooperationspartner, die Vermarktung von Aliens: Colonial Marines größtenteils alleine übernommen und dabei sogar manch zuvor vereinbarte Grenze überschritten zu haben. Zudem sei Sega noch nicht einmal über sämtliche Schritte von Gearbox unterrichtet worden.

Sega versucht mit diesem Antrag vom 2. September 2014 nun offenbar zu beweisen, dass Gearbox Software an der Kontroverse um Aliens: Colonial Marines eine ebenso große Schuld trägt, wie der Publisher selbst. So heißt es in dem Anwaltsschreiben unter anderem, dass Gearbox-Mitgründer Randy Pitchford die geschönten Demos selbst als »tatsächliche Spielszenen« bezeichnet habe. Die Spielszenen wurden im Anschluss dafür kritisiert, eine Grafikqualität, ein KI-Verhalten und ganze Levelabschnitte beinhaltet zu haben, von denen im finalen Spiel nichts mehr zu sehen war.

Des Weiteren führt der Sega-Anwalt an, dass Gearbox Software die alleinige kreative Kontrolle über die Entwicklung von Aliens: Colonial Marines inne gehabt und damit auch die Verantwortung über sämtliche Marketing-Assets gehabt habe.

Allem Anschein nach wollte Sega bei der Vermarktung des Spiels zunächst auf den Bekanntheitsgrad von Pitchford setzen, stieß sich wenig später dann aber daran, dass der Gearbox-Chef immer wieder Alleingänge unternahm und sich nicht an Absprachen hielt. Deshalb wollte man Pitchford dann offenbar auch nicht mehr als Sprachrohr der Marketing-Kampagne einsetzen, wie eine interne E-Mail zwischen Matt Eyre von Sega und dem Gearbox-Marketing-Vizepräsidenten Steve Gibson beweisen soll:

»Ich habe von Angesicht zu Angesicht mit Gibson über die permanenten Panel-Leaks gesprochen. Tatsächlich ist es wohl Randy [Pitchford], der macht, was auch immer er will. Offenbar hat er das schon zweimal bei Borderlands 2 so gemacht, und jetzt macht er es wieder, obwohl sie ihn darum gebeten haben, es nicht zu tun. Ich denke, dass es das beste für uns sein wird, wenn wir keine weiteren Panel-Sessions mehr abhalten.«

Und auch zu der fragwürdigen Demo-Version von Aliens: Colonial Marines, an der sich wohl die meisten Spieler und Kritiker gestoßen haben dürften, äußert sich Sega in seinem Antrag. Unter anderem heißt es, dass die Version des Spiels alleine von Gearbox Software verantwortet sein soll:

»Die E3-Demo von 2011, über die sich die Kläger beschweren, wurden alleine von Gearbox erstellt. Gegenüber Sega äußerte man dann, dass ›die E3-Demo tatsächlich die Messlatte ist, an der man sich für die finale Game-Engine orientieren sollte. Das ist der Plan von Gearbox und daran glauben sie.‹ Gearbox kann sich nun nicht einfach von diesen Aussagen und Aktionen lösen.«

Wie es in diesem Fall nun weitergeht, bleibt erst einmal abzuwarten. Die nächste Anhörung wurde für den 29. Oktober 2014 angesetzt. Sega lässt Gearbox Software aber möglicherwiese weiterhin eine Hintertür offen: Man habe das Entwicklerstudio nicht von der außergerichtlichen Einigung um eine Schadensersatzzahlung ausgeschlossen. Vielmehr habe Gearbox selbst die Zahlung abgelehnt und durch seine anschließende Argumentation versucht, auch zukünftig nicht mehr als Beschuldigter in solchen Fällen dazustehen.

Weitere Details zur aktuellen Auseinandersetzung zwischen Sega und Gearbox Software finden sich unter anderem auf kotaku.com und polygon.com.

» Aliens: Colonial Marines im Test - B-Movie zum Selberspielen

Aliens: Colonial Marines
Im Kampagnenverlauf finden wie legendäre Waffen wie Vasquez' Smartgun.