Zum Thema » Test zu Planetary Annihilation: Titans Besser als die Kickstarter-Vision » Starcraft 2 Der Kampf gegen die Bedeutungslosigkeit Etwas wie Ashes of the Singularity hatten wir seit Jahren nicht mehr - ein Echtzeitstrategiespiel, das selbst die stärkste Hardware an ihre Grenzen treibt wie seinerzeit Supreme Commander. Nicht nur, dass es einer der ersten DirectX-12-Titel ist, die Early-Access-Version stellt auch noch höhere Hardwareanforderungen als Star Wars: Battlefront .

Und selbst der »empfohlene« PC (Core i7, 16 GB RAM, GTX 970) geht gelegentlich in die Knie, wenn sich hunderte Einheiten auf dem Schirm Lasersalven um die Ohren jagen. Also endlich mal Massenschlachten mit allermodernster Technik, ein Supreme Commander für heute quasi?

Und dafür einen Monster-PC?

Aber an der Technikfront erweist sich Ashes of the Singularity als längst nicht so eindrucksvoll wie erhofft. Klar, aus der Distanz machen die Feuergefechte einen angenehm knalligen Eindruck. Aber wenn man auch nur ein bisschen näher hinschaut, entpuppen sich die Effekte, vor allem die Explosionen, als geradezu peinlich altbacken. Sie wären auch in einem fünf Jahre alten Spiel nicht fehl am Platz - genauer gesagt sehen die Effekte von Supreme Commander heute noch besser aus.

Ashes of the Singularity : Die Schlachten sehen aus mittlerer Entfernung ganz ordentlich aus.

Aus der Ferne
Die Schlachten sehen aus mittlerer Entfernung ganz ordentlich aus.

Die Maps sollen laut Steam-Beschreibung einen nie dagewesenen Detailgrad bieten, das Versprechen können die lieblosen Bodentexturen aber nicht erfüllen. Und der arg persönlichkeitsarme Sci-Fi-Stil gleicht diese Schwächen nirgends aus. Alles in allem ist Ashes vielleicht kein hässliches Spiel, aber längst nicht der technische Durchbruch, als den es sich verkauft. Die hohen Systemanforderungen scheinen eher daher zu kommen, dass die Early-Access-Fassung noch nicht fertig optimiert ist.

Massenschlachten (fast) wie früher

Aber gut, Technik ist ja nicht alles, und spielmechanisch schlägt sich Ashes of the Singularity schon besser. Das Vorbild Supreme Commander ist unverkennbar, zumindest auf den ersten Blick: Auch hier rammen wir ganze Hundertschaften an Panzern in riesige Superkriegsmaschinen. Statt uns mit Kleinkram wie dem haargenauen Manövrieren einzelner Einheiten aufzuhalten, zoomen wir weit hinaus und dirigieren Armeen über weitläufige Schlachtfelder.

Nur dass die hier in Regionen unterteilt sind. Wir müssen erst einen zentralen Generator einnehmen, um Gebäude im Umfeld mit Energie zu versorgen. In einigen Schlüsselgebieten stehen besonders wichtige Turinium-Generatoren, und solange wir davon mehr halten als der Feind, ticken unsere Siegpunkte bis zum Triumph nach oben.

Ashes of the Singularity
Richtig anspruchsvoll wird Ashes of the Singularity, wenn wir riesige Schlachten an mehreren Fronten schlagen müssen.

Schön: Die neun Karten in dieser frühen Version sorgen mit abwechslungsreichen Layouts bereits für ganz unterschiedliche Spielerlebnisse. Mal will eine ganze Reihe von Turinium-Generatoren besetzt werden, mal ringen drei Spieler um einen einzelnen in der Mitte. Der Territorienkampf schafft ein spannendes Tauziehen, es bilden sich heiß umkämpfte Fronten.

Bewährte Wirtschaftsmechanik

Ashes of the Singularity : Wir vergrößern unsere Wirtschaft, indem wir solche Territorienzentren erobern und Extraktoren darum bauen. Wir vergrößern unsere Wirtschaft, indem wir solche Territorienzentren erobern und Extraktoren darum bauen. Die Spannung rührt vor allem daher, dass wir Ressourcen nur aus Gebieten beziehen, die mit unserem Hauptquartier verbunden sind. Wir müssen zwei Rohstofftypen sammeln, Metall und die selteneren radioaktiven Materialien für fortschrittlichere Einheiten. Die Wirtschaft läuft nach dem bereits aus Total Annihilation bekannten Prinzip, dass jede Einheit und jedes Gebäude während des Baus unsere Rohstoffe pro Sekunde runterticken lässt - solange wir mehr produzieren, als wir verbrauchen, können wir endlos neue Kriegsmaschinen vom Stapel laufen lassen.

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Die Herausforderung liegt darin, unsere Kapazität zum einen stetig hochzuschrauben und zum anderen immer exakt auszureizen. Verbrauchen wir zu wenig, erreichen wir schnell unser Lagerlimit und überschüssiges Einkommen geht nutzlos ins Leere. Bauen wir zu viel, kommt die Produktion zum Stillstand. Das war schon immer ein ebenso anspruchsvolles wie interessantes System und es funktioniert auch hier.