Zum Thema » E3 2014 - Übersicht Alle News, Artikel, Videos » Assassin's Creed Unity - Video Sieben Minuten Gameplay » Far Cry 4 - Preview Ubisofts anderer E3-Knüller Assassin's Creed Unity ab 6,95 € bei Amazon.de Assassin's Creed Unity für 12,99 € bei GamesPlanet.com Angeblich ist der Mensch nicht sofort tot, wenn man ihm den Kopf abtrennt. Berichte aus der Zeit der französischen Revolution erzählen davon, wie die Köpfe der Enthaupteten im hilflosen Versuch noch mehrere Sekunden nach dem finalen Streich zu sprechen, die Münder bewegten und die Augen aufrissen. Schauergeschichten, die auch den Machern von Assassin's Creed Unity zu Ohren gekommen sind, deren neuer Trailer genau so endet: Durch die Augen eines abgetrennten Kopfes sehen wir noch ein paar Sekunden den johlenden Lynchmob, dann wird es Schwarz.

Es ist der morbide Auftakt zum ersten Ausflug der Reihe in die Zeit der französischen Revolution, eine Zeit, berüchtigt für jede Menge Rekordmarken in der Kategorie »Rübe Runter« und von vielen Assassin's Creed-Fans als Spielszenario heiß ersehnt. Aber anders als erwartet, vollzieht Assassin's Creed Unity eine Kehrtwende bei der bisher immer weiter voranschreitenden Ausweitung der Spielwelt.

Vorbei ist es mit weiten, malerischen Landschaften und stürmischer Seefahrt. Stattdessen dient lediglich das Paris des ausgehenden 18. Jahrhunderts als Schauplatz. Laut Ubisoft keine Sparmaßnahme: Die gewaltige Metropole soll sogar mehr Spielfläche bieten, als Assassin's Creed 4: Black Flag.

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Assassinen-Power mal 4!

Als entscheidende Neuerung verkauft Ubisoft den im Namen angedeuteten Koop-Modus, in dem bis zu vier Spieler gemeinsam antreten können. Allerdings nicht in der Kampagne, die ein weiteres Mal als große Rachegeschichte angekündigt wird (und wir ahnen, dass da irgendwie die Templer mit drin hängen. Bauchgefühl halt.). Sie bleibt ein reines Einzelspieler-Vergnügen.

Assassin's Creed Unity
So beginnen die Attentatsmissionen: Wir belauern ein großes Missionsgebiet und müssen selbst herausfinden, wie wir hereinkommen, die Zielperson finden, sie abmurksen und dann fliehen.

Stattdessen warten überall in der Stadt sogenannte Bruderschafts-Missionen auf uns, die ein gemeinsames Spiel für bis zu vier Teilnehmer erlauben, aber auch allein spielbar sind. Rund ein Drittel des Spielumfangs, so schätzen die Entwickler des Spiels, kann so im Team bestritten werden. Taktische Winkelzüge sollte man dabei jedoch nicht erwarten. Schon ein einzelner Assassine ist bekanntlich eine Ein-Mann-Armee in stylischen Roben und vier gut gekleidete Killer auf einen Haufen räumen nur noch gründlicher auf - so zumindest unser Eindruck aus den ersten Präsentationen des Spiels.

Zum Glück setzt Ubisoft dafür aber im Einzelspieler-Modus auf ein wenig mehr Gefühl in der Klinge. Schleichen und das Ausnutzen von Deckung sind nun tatsächlich möglich. Selbst auf engstem Raum lassen sich Gegner umgehen, indem wir hinter Tischen, Sofas und anderen Schutz bietenden Objekten entlang huschen.

Ladezeiten gekillt, Grafik gepimpt

Damit trägt Ubisoft Montreal vermutlich der Tatsache Rechnung, dass Unity mehr als je zuvor auch das Betreten von Innenräumen zulässt - und zwar komfortabel. Während frühere Teile beim Betreten von Gebäuden erst mal eine Verschnaufsladepause einlegen mussten, erfolgt diesmal der Wechsel zwischen Außenwelt und Innenräumen nahtlos. Möglich wird dies durch den kompletten Verzicht auf die alte Konsolengeneration.

Unity erscheint ausschließlich für den PC, PlayStation 4 sowie Xbox One, was im Vergleich zu Black Flag einen drastischen Qualitätssprung der Technik zur Folge hat. Erste Demos des Spiels protzen geradezu mit ihren hochauflösenden Texturen, einem hervorragenden Beleuchtungsmodell und vor allem riesigen, detaillierten Menschenmengen.

Passend zum Revolutionshintergrund sind die aber nicht mehr bloß harmloses Beiwerk. Eine neue KI für die aufmüpfige Bevölkerung sorgt dafür, dass wir uns unter Umständen nicht mal mehr selbst die Finger schmutzig machen müssen. Steht zum Beispiel bei unserer Zielperson schon der wütende Mob vor der Tür, reicht es, die Wachen auszuschalten und die Tür zu öffnen - schon strömen wütende Revoluzzer hinein und sorgen für Chaos.

Wer genauer hinsieht, bemerkt aber derzeit schnell, dass in den Szenen mit Hunderten von Figuren noch extrem viele, völlig identische Klone auftauchen. Überhaupt sind die Massenaufläufe zwar optisch extrem eindrucksvoll, Straßen und Plätze aber mitunter so übervoll mit NPCs, dass die KI an jedem Karren hängen bleibt und bei Kämpfen gar nicht weiß, wo sie hin soll. Gut möglich also, dass Ubisoft am Ende schon aus spielerischen Gesichtspunkten bei dem Getümmel einen Gang zurück schaltet.

Der beeindruckenden visuellen Opulenz von Assassin's Creed Unity täte das aber keinen Abbruch. Wenn Held Arno Dorian vom Giebel eines Hauses über rauchende Schornsteine hinweg weit über das historische Paris blickt, während die Sonne hinter den Türmen von Notre Dame versinkt, denkt man nicht an kleine Grafikfehler, da geraten auch Nicht-Grafik-Fetischisten ins Schwärmen.

Assassin's Creed: Unity - Die Notre Dame Edition