Zum Thema » Kampagnen-Vorschau zu BF3 Ein Schlachtfeld für Solisten » 12 Minuten Spielszenen »Fault Line Episode 1«-Video » Offizielle Systemanforderungen Diese Hardware brauchen Sie » Termin der Open-Beta Testphase vor dem Release Battlefield 3 ab 3,59 € bei Amazon.de Da hat sich doch tatsächlich jemand beschwert, dass in Battlefield 3 zu wenig explodiert. Nachdem Electronic Arts den Team-Shooter auf seiner Presskonferenz präsentiert hatte, hatten einige – vornehmlich amerikanische – Journalisten gemosert, das gezeigte Video sei langatmig gewesen.

Entschuldigung?! Das Video stammt aus einer Solomission, in der ein Panzerzug eine Wüstenstellung angreift; man selbst steuert einen der Stahlkolosse. Und manchmal – Potztausend! – rücken die Panzer eben vor, ohne dass irgendwas in die Luft fliegt.

Allerdings liefern sie sich auch Feuerduelle mit anderen Panzern. Raketen schlagen ein, die Explosionen hinterlassen eine Rauchwand. Einmal klettert man in den detaillierten Innenraum des Panzers, um in einer schwarz-weißen Satellitenansicht einen Luftschlag auf die gegnerischen Raketenwerfer anzufordern.

Das soll also langatmig sein. Klar, wer Modern Warfare 3 gesehen hat, wird sich schon wundern, dass in Battlefield 3 nicht alle fünf Sekunden zehn Russentanks quer durch die Steppe detonieren. An einer Stelle fliegen mehrere Hubschrauber auf die Panzer zu, wir denken spontan: »Ha, in Modern Warfare 3 würden die jetzt alle explodieren!« In Battlefield 3 fliegen sie einfach weiter.

Battlefield 3
Ein hochgerüsteter schwerer Kampfhubschrauber ist der Schrecken aller Panzer. Und Infanteristen. Und Jets. Ein großer Schrecken halt.

Womit erstmal bewiesen wäre, dass sich die Solokampagnen der beiden Titel deutlich unterscheiden. Während sich Modern Warfare 3 zum Knallspektakel ohne Bodenhaftung entwickelt, bemüht sich Battlefield 3 zwar nicht um Ultrarealismus, aber um Glaubwürdigkeit.

Und damit Schluss mit Solo, auf der E3 dreht sich ja eigentlich alles um den Multiplayer-Modus von Battlefield 3. Den haben wir nicht nur gesehen, sondern auch gespielt.

Die Multiplayer-Modi: Drei, davon einer neu

Battlefield 3 wird drei Multiplayer-Modi bieten: Conquest (das gute, alte Flaggenerobern), Rush sowie – das hat der Entwickler Dice auf der E3 enthüllt – Team Deathmatch. Der Lead Designer Lars Gustavsson sagt, Letzteres habe ihm schon länger am Herzen gelegen: »Jeder liebt Deathmatch, ich natürlich auch!«

Der Executive Producer Patrick Bach verspricht uns zudem, dass noch weitere Multiplayer-Modi folgen werden. Welche, das will er noch nicht verraten. Battefield 3 mit »Capture the Flag« oder »King of the Hill«? Möglich wär's.

Einen LAN-Modus wird Battlefierd 3 allerdings doch nicht bieten. Dies hatte uns Patrick Soderlund, der Vizepräsident der europäischen EA-Spielesparte, zwar versprochen, doch Patrick Bach korrigiert: »Es wird anfangs keinen LAN-Modus geben, das hat vor allem technische Gründe. Außerdem wollen wir verhindern, dass Spieler die LAN-Schnittstelle dazu missbrauchen, sich bessere Statistiken zu erschummeln. Wir denken derzeit über Lösungen nach.« Was so viel heißt wie: Der Netzwerk-Modus könnte nachgeliefert werden. Ob und wann dies geschieht, steht aber in den Sternen.

Die Karte, die Dice auf der E3 präsentiert, und die wir danach auch anspielen dürfen, heißt Operation Métro. Darauf spielen wir den Rush-Modus, den man aus Battlefield: Bad Company 2 kennt: Ein Team greift an, das andere verteidigt. Wenn die Angreifer ein Ziel einnehmen, vergrößert sich die Karte, und ein weiteres Ziel wird freigeschaltet.

Die Karte: Weitläufige Vielfalt

Operation Métro spielt in Paris, wo die US-Armee gegen russische Eliteeinheiten kämpft. Die Schlacht verläuft in vier Phasen: Anfangs muss das angreifende Team mehrere Flak-Stellungen zerstören, in der letzten schließlich die vom Feind besetzte Börse erobern.

Battlefield 3 : Zusammen mit dem Schützenpanzer greifen wir das erste Ziel auf der Karte an. Zusammen mit dem Schützenpanzer greifen wir das erste Ziel auf der Karte an. Jeder Abschnitt setzt dabei andere spielerische Akzente: Anfangs laufen wir durch offene Parkflächen, danach durch enge Häuserschluchten. Schließlich kämpfen wir uns durch eine Station der Pariser U-Bahn (der Métro, der die Karte ihren Namen verdankt) und dringen ins Börsengebäude ein, wo wir uns durch die Gänge im Inneren kämpfen.

Die anfangs offene Umgebung wird im Spielverlauf also immer enger. Das beeinflusst unseren Spielstil, im Park etwa sprinten wir möglichst rasch über die Grasflächen, um dem Feind kein Ziel zu bieten.

Dabei dürfen wir sogar in ein Fahrzeug steigen, einen Schützenpanzer vom Typ LAV-25A2, der neben seiner Hauptkanone über ein aufmontiertes Anti-Infanterie-Geschütz mit integrierter Wärmebild-Kamera verfügt. So spüren wir auf der offenen Fläche im Nu feindliche Verteidiger auf und knipsen sie aus. Über weitere Vehikeltypen im Multiplayer schweigt sich Dice noch aus, derzeit steht nur fest, dass es wieder Jets geben wird.

Im folgenden Straßenkampf müssen wir auf den Panzer verzichten, weil Trümmer seinen Weg blockieren. Also rücken wir zu Fuß vor und suchen Deckung hinter Autos sowie Brunnen.

In der Métro-Station huschen wir schließlich von einer Säule zur nächsten und geben unseren Kameraden Deckung, während sie durch die engen Gänge rennen. »Enge Gänge« bedeutet übrigens nicht, dass es keine alternativen Wege gibt, auch im Untergrund können wir versuchen, den Feind zu umgehen.

Battlefield 3 : Alternativ können wir auch die Pariser Métro vorrücken. Alternativ können wir auch die Pariser Métro vorrücken. Auf nur einer Karte entfaltet Battlefield 3 also bereits mehr Vielfalt als andere Multiplayer-Shooter auf all ihren Schlachtfeldern. Das hebt den Dice-Titel schon jetzt angenehm von der Konkurrenz ab.

Außerdem ist die Karte groß: Jeder der Abschnitte, die wir nach und nach erobern, ist ungefähr so groß wie eine Karte in Counterstrike . Wir vermuten daher, dass Dice einige der Einzelsegmente als Deathmatch-Karten recyceln wird.

Die Laufwege halten sich trotz des weitläufigen Schlachtfelds in Grenzen. Wenn wir sterben, belebt uns Battlefield 3 nämlich direkt bei unserem Squad Leader wieder – falls wir einen haben. Auf der E3 hat uns Patrick Bach erklärt, wie genau das Squad-System funktioniert. So darf sich jeder Spieler jederzeit selbst zum Squad Leader ernennen, dem sich dann bis zu drei Mitstreiter anschließen können. Weil der Anführer als mobiler Wiedereinstiegs-Punkt dient, genießen die Squad-Mitglieder einen wichtigen Vorteil: Sie starten nach ihrem Ableben direkt bei ihrem Boss und somit idealerweise an vorderster Front.

Der Anführer selbst verdient Extrapunkte, sollte aber nicht sterben. Sonst muss er erst vom letzten (eventuell weit entfernten) Respawn-Punkt zurück zum Schlachtgeschehen laufen, fahren oder fliegen – genau wie Spieler, die keinem Squad angehören.

Noch dazu wird der Anführer eines Squads im Sichtfeld der Gegner mit einem Sternchen markiert, was ihn zum bevorzugten Ziel macht. Wenn ein Squad Leader fällt, können seine Kameraden nämlich nicht mehr einfach an der Front auferstehen. Das verschafft dem anderen Team einen taktischen Vorteil.