Dass Battlefield 3 nicht ohne Electronic Arts’ Online-Plattform Origin und somit selbst bei der Solokampagne nicht ohne Internetverbindung auskommen wird, wissen wir schon eine geraume Weile. Dass EA und Dice uns aber keinen Ingame-Serverbrowser für Battlefield 3 zur Verfügung stellen wollen, ist vergleichsweise neu.

Battlefield 3 : Petra Schmitz Petra Schmitz Wir sollen stattdessen über das so genannte Battlelog (läuft im normalen Webbrowser, funktioniert ähnlich wie Call of Duty Elite, ist also ein soziales Netzwerk rund um Battlefield 3) nach Partien suchen. Hey, das klingt doch gar nicht so verkehrt, wenn man bedenkt, dass Dice das mit den Ingame-Serverbrowsern ohnehin nicht wirklich drauf hat. Zumal ich über den Firefox beziehungsweise über das Battlelog schnell sehe, ob irgendwelche Kumpels online sind und was die gerade so treiben.

Aber nicht nur die Mehrspieler-Partien soll ich übers Battlelog suchen, ich muss auch jeden anderen Spielmodus darin starten, etwa Koop-Missionen oder die Solo-Kampagne. Was ist der Sinn und Zweck hinter dem Battlelog? Klar, es liegt auf der Hand: Mit dem Battlelog können EA und Dice viel einfacher und effektiver Daten ablesen und auswerten. So lange diese Daten anonymisiert erhoben werden, gibt’s dagegen wenig zu sagen. Schließlich kann die Auswertung das Spiel noch besser machen – etwa, wenn Dice zuvor unbeliebte, weil nutzlose Waffen aufpoliert.

Battlefield 3 : Battlefield 3: Ob solo oder im Multiplayer - ohne Battlelog geht's nicht. Battlefield 3: Ob solo oder im Multiplayer - ohne Battlelog geht's nicht.

Außerdem kann man über Origin und im Battlelog-Browser kunterbunte Werbung für DLCs und für andere EA-Produkte machen (die dann vielleicht die gleiche Technik nutzen werden). Das Zauberwort heißt »Kundenbindung«. Eine gemeinsame Plattform für alle Battlefield-Spieler hat es nie gegeben, sie tummeln sich auf Dutzenden Fansites und in Dutzenden Foren. Der Wunschtraum aller Hersteller ist, diese zerfaserte Community, ihr Feedback und natürlich ihre Kaufkraft zu bündeln. Deshalb strickt Dice das Battlelog, und deshalb feilt auch Activision an Call of Duty Elite.

Battlefield 3
Ein hochgerüsteter schwerer Kampfhubschrauber ist der Schrecken aller Panzer. Und Infanteristen. Und Jets. Ein großer Schrecken halt.

Gegen das System an sich gibt’s dabei erstmal wenig zu sagen: Wenn das Battlelog und sein Serverbrowser reibungslos funktionieren, soll’s mir doch recht sein. Einerseits. Andererseits gibt’s, von der Kundenbindung abgesehen, keinen Grund, den Serverbrowser auszulagern. Da können die Alpha-Tester noch so viel erzählen, dass das super funktioniert und dass das Spiel nach dem Klick auf »Beitreten« innerhalb von 0,15 Sekunden (übertrieben) startet: Ein externer Serverbrowser ist umständlicher als ein eingebauter. Von daher kann ich auch die Beschwerden der Spieler verstehen.

Was mich dabei am meisten fuchst, ist aber die Sache mit dem Online-Zwang. Ich bin zwar sowieso immer online, aber es gibt noch so viele Spieler da draußen, die eben nicht die fette Leitung haben, die eben nicht ständig mit Gott und der Welt verbunden sind. Die schauen bei Battlefield 3 trotz Solokampagne in die Röhre. Und welchen Einfluss Origin und Browser auf die Performance haben, muss sich ebenfalls erst noch zeigen. Battlefield 3 alleine wird schon reichlich Ressourcen verschlingen. Wenn dann auch noch zwei Zusatzprogramme laufen müssen, um es spielen zu können … nun ja, abwarten.