Darksiders 2 - PC

Action-Adventure  |  Release: 17. August 2012  |   Publisher: THQ Entertainment
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Report: Aufstieg und Niedergang eines Publishers

Die THQ-Story

Den ehemals viertgrößten Spiele-Publisher gibt's nicht mehr. Wir zeichnen den Niedergang THQs anhand der wichtigsten Stationen nach und zeigen, wie es zu der Katastrophe kommen konnte.

Von Petra Schmitz |

Datum: 24.01.2013


Aufstieg und Niedergang eines Publishers : Aufstieg: THQ feiert mit Dawn of War, Company of Heroes & Co Erfolge.

THQ Aktienkurs 2003 - 2007
Aufstieg: THQ feiert mit Dawn of War, Company of Heroes & Co Erfolge.

Zum Thema » THQ zerschlagen - News Wer bekommt welche Marken? » Der bunte Rebell - Report Rückblick: Die CDV-Story Ende Dezember 2012 steht eine Zahl im Raum. 60 Millionen Dollar. Weniger als die Hälfte dessen, was die Deutschen am vergangenen Silvester 2012 in den Himmel geblasen haben, der (ungefähre) aktuelle Marktwert von Mario Götze (Borussia Dortmund), ein Sümmchen, wie ein Sandkorn in der Wüste des amerikanischen Haushaltsdefizits. Für THQ allerdings der Betrag, der die Rettung bringen soll. Mehr soll die Firma nicht mehr wert sein. Der einstmals viertgrößte Publisher der Welt hat im Dezember 2012 nach längerem Siechtum freiwillig Insolvenz angemeldet. Allein die WWE (World Wrestling Entertainment) will 45 Millionen Dollar Lizenzgebühren von THQ. Insgesamt soll sich der Schuldenstand auf weit über 100 Millionen Dollar belaufen.

Auftritt der Investment-Firma Clearlake. Mit der führt THQ schon seit Oktober 2012 Verhandlungen. Wobei Clearlake jedoch angeblich nur als Mittler fungieren soll, der eigentliche Investor mit 60 Millionen Rettungsdollar im Gepäck wird namentlich nie genannt. Ziel des Deals ist es, den Publisher zu erhalten und nicht in Teile aufzuspalten, um diese dann einzeln zu verkaufen.

Aufstieg und Niedergang eines Publishers : THQ gibt's nicht mehr, der Publisher wurde in einer 22stündigen Auktion aufgelöst. THQ gibt's nicht mehr, der Publisher wurde in einer 22stündigen Auktion aufgelöst.

Doch der Plan von Clearlake beziehungsweise THQ, genau das zu vermeiden, scheitert. Die Gläubiger (darunter die WWE, Mattel und Viacom) geben zu bedenken, dass der Verkauf »am Stück« an Clearlake niemals so viel Kapital einbringen würde wie eine häppchenweise Veräußerung. Die zuständige Richterin spricht den Gläubigern am 7. Januar 2013 Recht zu; die einzelnen Marken, Lizenzrechte, technischen Anlagen sowie die Teams sollen an die Meistbietenden verteilt werden. Ubisoft und Electronic Arts sowie Warner melden früh Interesse an. Käme allerdings beim stückweisen Verkauf weniger als die minimal anvisierten 60 Millionen Dollar zusammen, ginge der Publisher doch in Clearlakes Hände beziehungsweise in die des anonymen Investors.

23. Januar 2013: In einer 22stündigen Auktion werden Studios und Marken des Unternehmens versteigert, etwa 100 Millionen Dollar kommen dabei zusammen. Eine Summe, die weit über dem Mindestgebot Clearlakes liegt. Damit ist das Schicksal von THQ besiegelt. Mitarbeiter, die nicht zu den übernommenen Unternehmen gehören, werden entlassen. Lediglich eine kleine Mannschaft bleibt übrig, bis die Übernahmen abgewickelt sind.

Aber wie kann es soweit kommen, dass ein großer Publisher wie THQ in der heutigen Zeit Pleite geht, wenn man doch allenthalben davon hört, dass die digitale Unterhaltung das Filmgeschäft längst weit hinter sich gelassen hat? Wo hat THQ die entscheidenden Fehler gemacht? Wo sind die wahren Gründe für das Aus des Publishers?

Spiele-Hauptquartier goes hardcore

THQ beginnt Ende 1989 als Toy Head Quarters (»Spiele-Hauptquartier«) mit dem Vertrieb von klassischem Spielzeug, in den frühen 1990ern startet die Firma auch den Vertrieb von Videospielen, 1994 wird der Handel mit »analogem« Spielzeug dann endgültig eingestellt. THQ hat sich in seinen Anfangstagen darauf spezialisiert, Lizenztitel zu Filmen oder Serien zu veröffentlichen. Home alone (Kevin allein Zuhaus), Wayne’s World oder The Adventures of Rocky and Bullwinkle and Friends (basiert auf einer Comic-Serie) werden zwar von eingefleischten Spielern bestenfalls müde belächelt, aber die Produktionskosten liegen damals noch weit unter den heutigen Budgets und die (oft uninformierte) potenzielle Kundschaft wächst explosionsartig, zu diesem Zeitpunkt verkauft sich so gut wie jedes PC- und Videospiel. Kurz: Die Lizenzversoftungen von THQ finden ihre Abnehmer.

Doch wer wachsen will, muss wagen, muss investieren, muss Neues ausprobieren und sich neuen Märkten öffnen. Den so genannten Hardcore-Markt fasst THQ etwa zur Jahrtausendwende ins Auge. 2000 kauft man den Entwickler Volition, der sich zuvor mit den großartigen Descent- beziehungsweise Freespace-Spielen einen Namen gemacht hat. Von den drei großen Volition-Marken ist allerdings nur noch eine und zwar die jüngste übrig: die anarchische Saints Row -Reihe (der erste Teil erschien 2006 und ausschließlich für die Xbox 360).

Saints Row: The Third
Im Laufe des Spiels können wir mehrere Hauptquartiere für die Saints anlegen. Diese lassen sich sogar stufenweise ausbauen.

Das Rollenspiel Summoner bleibt zumindest auf dem PC hinter den Erwartungen. Mit dem nur kurz zuvor erschienenen Baldur’s Gate 2 (24. September 2000) kann Summoner (26. Oktober 2000) nicht konkurrieren. Auf der Playstation 2 läuft’s besser, was -primär daran liegt, dass der Titel im Erscheinungsjahr in seinem Genre nahezu konkurrenzlos auf der Plattform bleibt. So erscheint der zweite und letzte Teil der Reihe dann auch nur noch auf Konsolen (PS2 und Gamecube), allerdings ohne dass die Verkäufe einen dritten Teil rechtfertigen. Die anfänglich erfolgreiche Red Faction-Reihe bietet auch im letzten Teil ( Red Faction: Armageddon von 2011) Actionspaß in zerstörbaren Umgebungen, tritt ansonsten aber auf der Stelle und heimst durchwachsene Kritiken ein. THQ stellt die Serie 2011 ein.

Kriegshammer und Disney-Spiele

Der zweite große Einkauf, den sich THQ leistet, ist Relic Entertainment. Der Entwickler hat sich vor allem bei den Hardcore-Spielern mit der Homeworld -Reihe (1999-2003) einen guten Ruf erworben. Gut für THQ: Relics erster großer Wurf für die Firma ist bei der Übernahme 2004 schon so gut wie fertig: Warhammer 40.000: Dawn of War (2004). Ein Kritikerliebling und auch bei den Spielern hoch im Kurs. Gleiches gilt für den Nachfolger Warhammer 40.000: Dawn of War 2 (2009), und auch Relics Company of Heroes (2006) begeistert Fachpresse und Echtzeit-Taktiker weltweit. Trotzdem sind die Titel keine Megaseller, die Beschränkung auf den PC als einzige Plattform verhindert weltweit riesige Abverkäufe.

Dawn of War 2 - The Last Stand

Der Serien- beziehungsweise Filmmarkt bleibt für THQ trotz der Neuausrichtung auf Hardcore-Spiele zunächst eine gute Einnahmequelle. THQs Deal mit Disney/Pixar spült ordentlich Geld in die Kassen. Die Versoftungen von beispielsweise The Incredibles (2004) und Cars (2006) verkaufen sich plattformübergreifend hervorragend. Und auch die Nickelodeon-Serienumsetzungen gehen nach wie vor gut. Allein SpongeBob’s Atlantis SquarePantis verkauft sich 2007 über 2,5 Millionen Mal. Disney jedoch beginnt nach und nach damit, die auf eigenen Filmmarken basierenden Titel unter dem Label Disney Interactive selbst zu veröffentlichen. Und auch THQs Serienversoftungen nehmen an Reichweite ab. Kinder wenden sich mehr und mehr den Free2Play-Angeboten im Internet zu. SpongeBob Squiggle Pants von 2011 findet gerade mal noch eine halbe Million Abnehmer weltweit.

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Avatar Saschisch
Saschisch
#1 | 24. Jan 2013, 15:20
Ein sehr guter Publisher, der ein äußerst unbefriedigendes Ende gefunden hat. Echt schade. Warum sie um's Verrecken auf die Draw-Peripherie eingehen mussten, versteh ich allerdings bis heute nicht.
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Avatar DestinationChaos
DestinationChaos
#2 | 24. Jan 2013, 15:25
Echt traurig, dass man heutzutage nur mit 0815-Mordern-Battlefield-Warfare-Shootern Teil 1337 rausbringen muss um erfolg zu haben.
Die Spiele waren fast allesamt gut, nur die breite Masse hat es nicht interessiert ...
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Saschisch
#3 | 24. Jan 2013, 15:26
Zitat von der.geile.kevin:
Für mich ist hier die PC Community schuld! Fast nur noch Raubkopierer unterwegs. Darksiders hatte Erstklassige Wertungen, aber schlechte Verkaufszahlen.
Komischerweise hat das Game aber fast jeder gespielt... hmmm....

Sorry Ihr macht euch euer eigenes Hobby kaputt, arme Würste seids...


Empfand ich früher als weitaus schlimmer verbreitet. Aber auch die kopierenden kommen irgendwann aus der Schule/Uni/FH/DH/whatever und verdienen Geld, um sich Spiele kaufen zu können ;)
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Avatar Peacebob
Peacebob
#4 | 24. Jan 2013, 15:27
Zitat von der.geile.kevin:
Für mich ist hier die PC Community schuld! Fast nur noch Raubkopierer unterwegs. Darksiders hatte Erstklassige Wertungen, aber schlechte Verkaufszahlen.
Komischerweise hat das Game aber fast jeder gespielt... hmmm....

Sorry Ihr macht euch euer eigenes Hobby kaputt, arme Würste seids...


Dann doch besser Steam ftw oder was?
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Avatar Saschisch
Saschisch
#5 | 24. Jan 2013, 15:31
Zitat von Peacebob:


Dann doch besser Steam ftw oder was?


Ach, es wird immer Nörgler geben.
Der beste Kopierschutz waren immer noch die LucasArts Drehscheiben oder die Wortzitate in den dicksten Handbüchern ;)

Mein Aufregen über Kopierschutzsysteme begann erst mit SecuRom ;)

Steam ist mir da wesentlich lieber als Hardwaremissachter/-zerstörer ;)
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Avatar qwertzoi
qwertzoi
#6 | 24. Jan 2013, 15:36
Zitat von der.geile.kevin:
Für mich ist hier die PC Community schuld! Fast nur noch Raubkopierer unterwegs. Darksiders hatte Erstklassige Wertungen, aber schlechte Verkaufszahlen.
Komischerweise hat das Game aber fast jeder gespielt... hmmm....

Sorry Ihr macht euch euer eigenes Hobby kaputt, arme Würste seids...

Also Darksiders 2 hab ich mir z.b. im SteamSale gekauft und war ziemlich enttäuscht. Die Steuerung ist eine Katastrophe mit Maus und Tastatur. Und ein anderes Gamepad als das drecks XBox360 wird nicht unterstützt. Typischer, schlechter Konsolenport.
Von CoH hab ich alle 3 Titel (Hauptspiel + 2 AddOns) und bin wirklich begeistert gewesen. Das ressourcensystem war damals eine kleine revolution.
Unterm Strich: Wirklich schade um so einen Publisher - aber alles den Raubkopierer in die Schuhe zu schieben ist einfach sehr naiv.
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Avatar Srefanius
Srefanius
#7 | 24. Jan 2013, 15:39
Zitat von der.geile.kevin:
Für mich ist hier die PC Community schuld! Fast nur noch Raubkopierer unterwegs. Darksiders hatte Erstklassige Wertungen, aber schlechte Verkaufszahlen.
Komischerweise hat das Game aber fast jeder gespielt... hmmm....

Sorry Ihr macht euch euer eigenes Hobby kaputt, arme Würste seids...
Naja, was heißt "PC Community"? Ich zähle mich dazu und kaufe mir alle meine Spiele selbst und ich hab nicht mal viel Geld als Student. Dafür ist es mir halt nicht so wichtig mich irgendwo zuzusaufen und dann geht das schon. Tausch das Wort gegen Raubkopierer, dann kommts eher hin. Gerade wenn Leute Titel von kleinen Entwicklern, die jedes Geld brauchen, raubkopieren, tut einem das in der Seele weh. Selbst Adventures von Daedalic, die komplett ohne Kopierschutz kommen werden da kopiert. Wenn schon macht das bei CoD und spart euch für Titel kleiner Studios ein bisschen was an.

@peacebob Steam ist einer der Gründe, warum immer mehr kleine Entwickler eine Chance haben.
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Avatar Thyariol
Thyariol
#8 | 24. Jan 2013, 15:42
Informativer Text. Schade um THQ.

"Gerade die viel zu hohen laufenden Produktionskosten und die einsetzende Rezension treffen die Firma so hart,..."

'Rezension' soll hier wohl eher 'Rezession' heißen, oder?
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Avatar churchymayer
churchymayer
#9 | 24. Jan 2013, 15:43
Zitat von Saschisch:


Empfand ich früher als weitaus schlimmer verbreitet. Aber auch die kopierenden kommen irgendwann aus der Schule/Uni/FH/DH/whatever und verdienen Geld, um sich Spiele kaufen zu können ;)


Ich sags ja nur ungern, als ich ein kleiner Racker war hab ich auch Spiele gezogen, aber jetzt hab ich Geld und kauf mir die Spiele. Mein Ziel war es nie zu sagen: Haha, ich hab jetzt euer Spiel für nichts bekommen. Ich wollte sie immer kaufen, und das mach ich jetzt. (Damn Steamsales)

@Topic

Ich kanns nur wieder sagen. Sehr schade. Hat THQ doch immer so tolle Spiele rausgebracht. Hätten sie diese blöden WWE Lizenzen doch früher verkauft, an jemanden der es sich leisten kann. Aber es hilft ja jetzt nichts mehr, leider. Aber vielleicht werden wir in ein paar Jahrzenten wieder Hallo zu THQ sagen. Aber das werden wahrscheinlich nur Träume sein. Apropos: Was ist den mit dem Markennamen THQ? Wird der auch verkauft, oder besteht der weiterhin? Und wenn ja, wem gehört der Name dann??
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Avatar LordBelial
LordBelial
#10 | 24. Jan 2013, 15:44
Guter Artikel.

Jammerschade um THQ. Hab hier nebenbei noch UFC 2013 liegen und kann einfach nicht verstehen, wie ein Top-Sportspiel das in Spielspaß und Komplexität jedes FIFA übertrifft so floppen kann :S THQ hatte viel Pech. An den Games lag es nicht. Das weiß jeder.
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PROMOTION

Details zu Darksiders 2

Plattform: PC (PS3, Xbox 360, Wii U)
Genre Action
Untergenre: Action-Adventure
Release D: 17. August 2012
Publisher: THQ Entertainment
Entwickler: Vigil Games
Webseite: http://www.darksiders.com
USK: Freigegeben ab 16 Jahren
Spiele-Logo: Download
Leserinteresse:
Platz 132 von 5752 in: PC-Spiele
Platz 17 von 1437 in: PC-Spiele | Action | Action-Adventure
 
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