Den Publisher THQ gibt es nicht mehr. Bei einer über 22-stündigen Auktion wurden Studios und Marken des US-Unternehmens an den jeweils Höchstbietenden versteigert. In einem Brief an die Belegschaft erklärten THQs CEO Brian Farrell und THQs Präsident Jason Rubin, wohin die einzelnen Bereiche des Konzerns gehen:

  • Ubisoft kauft THQ Montreal für 2,5 Mio. US-Dollar. THQ Montreal ist das Studio des Ex-Assassin's-Creed-Designers Patrice Desilets. Dort sind zwei Projekte in Arbeit: 1666 und Underdog.

  • Außerdem kauft Ubisoft für 3,26 Mio. US-Dollar die Rechte an South Park: Der Stab der Wahrheit vom Entwickler Obsidian Entertainment. Ob der Deal zustandekommen kann ist aber noch offen, da die South Park Digital Studios vor einem Konkursgericht Einspruch gegen den Verkauf eingelegt haben (wir berichteten)

  • Take-Two, der Mutterkonzern von Rockstar Games und 2K Games, übernimmt Turtle Rocks ( Left 4 Dead ) Spiel Evolve für 10,9 Mio. US-Dollar.

  • Volition ( Saints Row -Reihe, Red Faction -Reihe) geht für 22,3 Mio. US-Dollar an den deutschen Publisher Koch Media.

  • Koch Media kauft auch die Rechte an den Metro-Spielen Metro: 2033 und Metro: Last Light . Kostenpunkt: 5,9 Mio. US-Dollar. Der Kauf schließt die Rechte an Metro 2034 mit ein.

  • Die Marke Homefront geht für 544.000 US-Dollar an das deutsche Entwicklerstudio Crytek, das bereits an Homefront 2 arbeitet.

  • Für das Entwicklerstudio Vigil Games ( Darksiders -Reihe) gab es keinen Bieter. Umso bitterer, war der mangelnde Kassenerfolg des hervorragenden Darksiders 2 mit Schuld am Niedergang der Publishers THQ. Platinum Games ( Bayonetta , Metal Gear Rising: Revengeance ) zeigte sich interessiert an dem »Schnäppchen«, es ist allerdings nicht klar, ob das Interesse ernst gemeint war.

  • Die Lizenz an der Wrestling-Liga WWE ist noch nicht verkauft, die Webseite IGN behauptet aber, die WWE-Lizenz werde vom Publisher Take-Two (2KSports) übernommen. Im Twitter-Feed der WWE ist zu lesen, dass es auf jeden Fall weiter WWE-Spiele geben werde und Details dazu bald bekannt gegeben würden.

Insgesamt wurden etwa 100 Millionen US-Dollar erlöst. Die Summer der Einzelverkäufe übersteigt das Angebot der Investorengruppe Clearlake Capital Group von 60 Mio. US-Dollar für den gesamten Konzern bei weitem.

THQ zerschlagen : R.I.P. THQ R.I.P. THQ Die THQ-Führung erwartet, dass die meisten Mitarbeiter der verkauften Studios von den jeweiligen neuen Publishern übernommen werden, könne dafür aber nicht die Hand ins Feuer legen, da Übernahmen auch Restrukturierungen und Entlassungen mit sich bringen können.

Bis auf eine Rumpfmannschaft, die die Zerschlagung THQ abwickelt, werden alle Mitarbeiter, die nicht in einem der übernommenen Unternehmen arbeiten, entlassen. THQ bemüht sich aber um Abfindungsregelungen.

Die THQ-Führung sagt, sie sei »stolz, was wir erreicht haben, den Ergebnissen des Tages zum Trotz.« und dass sie »erfreut« sei, dass der Großteil der Studios und Spiele neue Besitzer gefunden habe.

Bei Twitter sagte THQ-Präsident Jason Rubin:

»Es tut mir aufrichtig leid, dass die THQ-Mitarbeiter ihre Jobs verlieren. Ihr sollt wissen, dass ich alles getan habe, was ich konnte und euren Schmerz verstehe.« und »Viel Glück an Volition, Relic, THQ Montreal, Obsidian, Crytek, Turtle Rock und 4A. Mit euch zu arbeiten, war eine Ehre. Meine 60 Dollar habt ihr.«

Quelle: Kotaku