Desperados im Test
Cleverer Commandos-Klon im Wilden Westen
Fazit der Redaktion
Der König ist tot, es lebe der Gringo!
Zeit wurde es längst, jetzt steht die Thronfolge fest. Desperados hat sich den Spitzenplatz der Echtzeit-Taktikspiele redlich verdient -- es macht alles besser und schöner als das zwei Jahre alte Commandos. Die Bedienung ist komfortabel, die Grafik wunderhübsch, die Fähigkeiten der Helden originell. Besonders beeindruckt hat mich das vielseitige Verhalten der Gegner, die oft verdammt schwer auszutricksen sind. Gut so, denn umso größer ist das Erfolgserlebnis, wenn man die harten Burschen endlich im Sack hat.
Speichern, Sterben, Laden
Eine wichtige Einschränkung muss aber sein: Desperados ist ein reinrassiges Trial-and-Error-Spiel. Sie müssen die gleiche Stelle im Extremfall dutzendfach wiederholen, bis Sie endlich Erfolg haben. Das wird zwar nicht langweilig (man probiert's mit immer wieder anderen Taktiken), zehrt aber an den Nerven ungeduldiger Spieler. Zudem hat Spellbound mit leichter Hand wahre Gegnermassen auf den Karten verteilt, durch die Sie sich gegen Levelende oft nur noch mit Routineaktionen schießen -- weniger wäre hier mehr gewesen. Desperados ist nicht leichter als Commandos, aber mindestens genauso spannend und deutlich schöner. Ehrgeizige Spieler können sofort los zu ihrem örtliches Software-Händler reiten.