Zum Thema » Interview mit Jay Wilson Blizzard erklärt die Begleiter Diablo 3 ab 13,99 € bei Amazon.de Der Diablo-Fan Daniel rutscht unruhig auf seinem Stuhl hin und her. Jeden Moment wird Jay Wilson anrufen, der Lead Designer von Diablo 3. Das wäre an sich schon aufregend genug, doch der Blizzard-Mann hat auch neue Infos zum potenziellen Hack&Slay-Kracher parat, die er Daniel in einem deutschlandweit exklusiven Interview verraten möchte. Notizblock und Diktiergerät liegen bereit, der GameStar-Redakteur starrt wie gebannt auf das Telefon. Es klingelt. Alles klar Jay, dann lass mal hören.

Die Neuerung: Wirklich so innovativ?

»In Diablo 3 wird es KI-Begleiter geben, die den Spieler bei seinen Abenteuern unterstützen«, verkündet Wilson stolz. Ein wenig konsterniert heben wir die Augenbraue, schließlich gab’s computergesteuerte Söldner schon im Vorgänger Diablo 2von 2001.

Dort konnte man in Städten wie etwa dem Wüstenkaff Lut Gholein aus einer Liste wählen und je nach verfügbarem Budget einen entsprechend ausgestatteten Begleiter rekrutieren. Der KI-Bursche griff uns dann im Kampf unter die Arme, schoss mit Pfeil und Bogen, warf mit Feuerbällen um sich oder haute mit dem Schwert im Nahkampf drauf. Durch getötete Monster sammelten die Begleiter Erfahrung, stiegen im Level auf und wurden so immer stärker.

Was also macht Diablo 3 so elementar neu? Wir sehen förmlich durchs Telefon, wie breit Jay Wilson grinst: »Schluss mit austauschbaren Söldnern. Unsere Begleiter leben!«

Die Begleiter: Mehr als nur Item-Träger

»Wir wollen weg von dem Gefühl, dass man einen generischen Soldaten aus einer Liste auswählt«, erklärt uns Jay. »Stattdessen sollen die Begleiter lebendige, greifbare Figuren sein, deren Vertrauen man sich erst erarbeiten muss. Sie folgen dir nicht in den Kampf, weil du sie bezahlt hast, sondern weil sie an dich glauben.«

Diablo 3 : Lass das mal die KI machen: Während unser Dämonenjäger aus sicherer Entfernung mit Pfeil und Bogen schießt, haut der computergesteuerte Templer Kormac im Nahkampf drauf. Lass das mal die KI machen: Während unser Dämonenjäger aus sicherer Entfernung mit Pfeil und Bogen schießt, haut der computergesteuerte Templer Kormac im Nahkampf drauf. Drei Begleiter wird es in Diablo 3 geben: den Templer Kormac, den Halunken Lyndon und die Zauberin Eirena. Jeder Begleiter bekommt seine eigene Hintergrundgeschichte, die in einer langen Quest-Reihe erzählt wird. Beispielsweise ist Kormac auf der Suche nach einem abtrünnigen Ordensmitglied, das ihn hintergangen und in einen Dungeon gesperrt hat. Schon früh im Spiel treffen wir auf den gepeinigten Templer, befreien ihn aus seinem Kerker und begeben uns mit ihm auf die Suche nach dem Verräter. Hat sich Kormac schließlich gerächt, bietet er uns seine Dienste an und kämpft fortan an unserer Seite.

Anders als etwa in Dragon Age 2dürfen wir aber nicht alle drei Begleiter, sondern immer nur einen mit in den Kampf nehmen. Und anders als beim Bioware-Rollenspiel ist es in Diablo 3 auch nicht möglich, einen der KI-Kollegen zu »verpassen«, weil man etwa eine Quest auslässt oder das entsprechende Gebiet nicht besucht. »Die Begleiter sind Teil der Hauptstory«, schildert Wilson. »Euer Weg wird sich zwangsläufig mit dem ihren kreuzen.« Oder anders ausgedrückt: Diablo 3 wird tatsächlich so linear, wie es viele Fans befürchten.

Wo wir gerade bei Dragon Age sind: Die neuen Diablo-Kameraden unterstützen uns nicht nur bei der Jagd nach Monstern, sondern lassen auch sprichwörtlich mit sich reden. »Jeder Begleiter hat diverse Themen, über die man mit ihnen sprechen kann«, erzählt uns Jay. »Zudem kommentieren sie bestimmte Ereignisse und agieren mit dir, der Welt und anderen Figuren.«

Diablo 3: Die Begleiter-Fähigkeiten des Templers

Kormac etwa ist gar nicht gut auf den Halunken Lyndon zu sprechen, was für heiße Diskussionen sorgen dürfte, wenn wir uns im Lager dazu entschließen sollten, den einen Burschen gegen den anderen zu ersetzen. Ob das für mehr Atmosphäre und Spieltiefe sorgt, muss sich zeigen. Eine Steigerung zu den stummen Klonsöldnern aus Diablo 2 ist das KI-gesteuerte Dreigestirn aber allemal.