Dragon Age 2 : Der Arishock aus Dragon Age 2. Der Arishock aus Dragon Age 2. Der Fall »Avanost« sorgt derzeit für Aufsehen rund um Dragon Age 2 und stellt die Frage auf, ob Mitarbeiter eines Spielentwicklers ein Produkt gut bewerten dürfen. Zunächst ist aber ein wenig Detektiv spielen angesagt.

Beim Bewertungsportal Metacritic hat Dragon Age 2 bei User-Wertungen für die PC-Version derzeit eine Durchschnittswertung von gerade einmal 4,3 Punkten. Leute, die dann eine glatte 10 vergeben, stehen scheinbar unter besonderer Beobachtung durch einige Leute innerhalb der Community. Anders ist nicht zu erklären, wie schnell die Verbindung vom User Avanost zu BioWare geschlagen werden konnte, aber immer der Reihe nach.

Schaut man sich das Profil von Avanost an, ist ein wenig auffällig, dass er lediglich Dragon Age 2 bewertet hat. Gibt man den Namen Avanost bei Google ein, erscheint, neben dem Profil bei Metacritic, auch ein Link zu einer Seite namens Plurk, bei der ein User mit dem gleichen Namen angemeldet ist. Hier stehen auch der echte Name und der Wohnort: Es handelt sich um einen Chris Hoban, der in Edmonton, Canada wohnt. Gibt man nun den Namen zusammen mit dem Suchwort LinkedIn (ein soziales Business-Netzwerk) ein, findet man dort mehrere Chris Hobans, von denen einer in Edmonton wohnt. Dieser ist Applications Engineer bei BioWare; womit der Kreis geschlossen wäre.

» Dragon Age 2 im Test auf GameStar.de

Nun steht natürlich der Verdacht im Raum, dass BioWare seinen Mitarbeiter die Weisung gibt, die hauseigenen Spiele gut zu bewerten, um die Wertungen ein wenig aufzupolieren. Solche Anschuldigungen, nicht nur gegen BioWare, kommen immer wieder auf und beschränken sich dabei nicht nur auf die Spielebranche. Allerdings bleibt auch die Frage offen, ob eine Person, die ein Spiel wirklich gut findet, aber halt bei dem Unternehmen arbeitet, das das Spiel entwickelt hat, dieses gut bewerten darf, ohne als befangen zu gelten. Eine Stellungnahme von BioWare steht derzeit noch aus.

Update (13:22):
Gegenüber der Webseite Kotaku hat ein Sprecher von Electronic Arts ein Statement abgegeben:

Natürlich bewerten die Leute, die ein Spiel machen, das eigene Spiel auch. So funktioniert das bei den Oscars, so läuft das bei den Grammys und ich wette, dass Barack Obama bei der letzten Wahl für sich gestimmt hat.