Dungeon Keeper : Das Debakel um den Mobile-Ableger von Dungeon Keeper beschäftigt Electronic Arts auch weiterhin. Laut Mobile-Chef Frank Gibeau hat man das Spiel mit zu vielen Veränderungen im Vergleich zum Original belegt. Das Debakel um den Mobile-Ableger von Dungeon Keeper beschäftigt Electronic Arts auch weiterhin. Laut Mobile-Chef Frank Gibeau hat man das Spiel mit zu vielen Veränderungen im Vergleich zum Original belegt.

Mit dem Mobile-Ableger des Spiele-Klassikers Dungeon Keeper hat der Publisher und Spielentwickler Electronic Arts Anfang des Jahres einiges dazu beigetragen, den eigenen Ruf zu ramponieren. Das Spiel wurde seinerzeit massiv für das verwendete Free2Play-Modell kritisiert, das zahlungsunwilligen Spielern mitunter unerträgliche Wartezeiten aufbürdete.

So ganz verarbeitet zu haben scheint man den massiven »Shitstorm«, der auf die Veröffentlichung des Mobile-Games folgte, bei Electronic Arts aber wohl noch nicht. Nachdem zuletzt erst der EA-CEO Andrew Wilson mit einem Schuldeingeständnis an die Öffentlichkeit ging und das Spiel im Nachhinein als beschämend bezeichnete, sah sich nun auch Frank Gibeau als Chef der Mobile-Sparte bei Electronic Arts zu einer abschließenden Stellungnahme berufen.

Einen Schlussstrich zieht Gibeau bedauerlicherweise aber nicht unter die Geschichte. Im Gegenteil: Seine Aussagen dürften die mittlerweile wieder abgeklungene Kritik wohl erneut befeuern. Wie der Mobile-Games-Chef nämlich gegenüber gamesindustry.biz zum Besten gab, hält der den Mobile-Ableger von Dungeon Keeper für mit zu vielen Neuerungen und Veränderungen versehen, als dass dieser hätte erfolgreich sein können:

»Dungeon Keeper ist an mehreren Dingen gescheitert. Ich denke, dass wir insbesondere keine gute Arbeit darin gemacht haben, mit den Fans über ihre Erwartungen bezüglich dessen zu sprechen, was Dungeon Keeper am Besten sein sollte. Marken haben eine gewisse Schmerzgrenze, bis zu der man Änderungen an ihnen vornehmen kann und ich denke, dass wir einfach zu viel verändert oder einfach zu viele verschiedene Dinge probiert haben, für die die Leute noch nicht bereit waren.«

Electronic Arts müsse nun versuchen, sich an Unternehmen wie Supercell, King, Gungho und dergleichen zu orientieren. Sie alle hätten es geschafft, ihre Spiele über äußerst lange Zeiträume am Laufen zu halten. Nur so könne man im Mobile-Bereich wettbewerbsfähig sein.

Ob ausgerechnet King jedoch als Vorbild für Electronic Arts taugt, darf wohl bezweifelt werden. Zwar generierte das Unternehmen mit Candy Crush Saga im ersten Quartal 2014 641 Millionen US-Dollar Umsatz, allerdings sorgte es Anfang des Jahres für reichlich negative Publicity, indem es sich unter anderem die Markenrechte an allgemeinen Begriffen wie Candy und Saga sicherte und dann diverse kleinere Entwickler verklagte - darunter auch Stoic Games für deren Spiel The Banner Saga.

Immerhin steht Gibeau mit seiner Sicht der Dinge bei Electronic Arts aber nicht alleine da: Der EA-COO Peter Moore warf Core-Gamern erst kürzlich vor, keine Veränderungen zu mögen - und zielte mit dieser Aussage wohl unter anderem auch auf Dungeon Keeper ab. Und Andrew Wilson ließ bereits im vergangenen März bezüglich der Launch-Probleme bei Battlefield 4 und SimCity wissen, dass man vor lauter Innovationen einige andere Dinge versäumt habe.

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