Zum Thema » Fallout 4 im Test Ein heikler Deal Fallout 4 ab 14,48 € bei Amazon.de Fallout 4 für 29,99 € bei GamesPlanet.com Die (einzige) gute Nachricht zuerst: Die Kämpfe von Fallout 4 gehen mit der Maus deutlich angenehmer von der Hand als mit dem Gamepad. Logisch, mit dem Nager verpassen wir Ödland-Halunken eben gezieltere Kopfschüsse und V.A.T.S. spielt sich um einiges flüssiger, wenn wir das gewünschte Körperteil direkt anklicken können, statt mit den Gamepad-Sticks durchzuschalten.

Die schlechte Nachricht: Sämtliche Menüs sind direkt aus der Konsolenfassung übernommen. Sie unterstützen zwar die Maus, sind vom Layout her aber in keiner Hinsicht darauf ausgelegt, von ihr zu profitieren. Im Gegenteil, Bethesda hat an vielen Stellen fast schon grotesk an den Bedürfnissen des PCs vorbeientwickelt.

Fallout 4 : Die Charakterstellung steuern wir über seltsam gewählte Hotkeys. Die Charakterstellung steuern wir über seltsam gewählte Hotkeys.

Schon bei der Charaktererstellung wird klar: Die Menüs von Fallout 4 sind dafür konzipiert, mit den Buttons eines Controllers navigiert zu werden. Der Cursor ist nur ein Hilfsmittel. So fahren wir mit dem Zeiger über die Gesichtspartien unserer Spielfigur und drücken dann etwa C, um die Farbe unserer Haare zu verändern und S, um die Frisurenliste zu öffnen. Zeigen wir auf den Mund, ruft ein Druck auf T verschiedene Mundformen auf. Hinter diesen scheinbar willkürlich verstreuten Tasten steckt tatsächlich ein System, nur ein reichlich unsinniges: Sie stehen für das englische »Color«, »Shape« und »Type«. Ja, auch in der deutschen Version.

Für Ödland-Neulinge: Einsteiger-Guide zu Fallout 4

Und warum ist nicht alles per Mausklick machbar? Weil die Buttonsteuerung mit dem Gamepad einfacher ist, als wenn man alles per Cursorklick steuern müsste. Und klar, man wurstelt sich auch auf dem PC durch. Hat dabei aber immer das Gefühl, dass das doch eigentlich bequemer gehen müsste. Bequem zwischen Maus und Gamepad wechseln wie in The Witcher können wir übrigens auch nicht. Dort reicht einfach ein Druck auf eine Taste des gewünschten Bedieninstruments, damit das Spiel darauf umstellt. In Fallout 4 müssen wir das immer im Optionsmenü ändern.

Shooterstandard? Nicht ganz

Im Kampf steuert sich Fallout 4 auf PC und Konsolen grundlegend so, wie man es von einem Shooter erwarten würde und funktioniert auf allen Plattformen gut. PC-Schützen haben mit der Maus einen Präzisionsvorteil und dürfen im V.A.T.S. direkt auf Körperteile klicken, während Konsoleros etwas umständlicher mit den Schultertasten von einem zum nächsten wechseln. Dafür verknoten sich am Gamepad weniger die Finger, als wenn man mitten im Feuergefecht mit Alt einen Nahkampfschlag ausführen will. Wobei sich ja die Hotkeys frei neu belegen lassen, also alles in Ordnung - oder?

Fallout 4 : Mit dem Gamepad schalten wir per Stick zwischen verschiedenen V.A.T.S.-Zielen um. Das kann schonmal wertvolle Zeit kosten, nachdem dabei in Fallout 4 nicht mehr pausiert wird.

V.A.T.S. auf Konsolen...
Mit dem Gamepad schalten wir per Stick zwischen verschiedenen V.A.T.S.-Zielen um. Das kann schonmal wertvolle Zeit kosten, nachdem dabei in Fallout 4 nicht mehr pausiert wird.

Nicht ganz, das gilt nämlich nicht für alle Buttons. Ausgerechnet eins der wichtigsten Menüs bleibt außen vor: Der Item-Schnellzugriff. Und der ist offensichtlich für Gamepads gemacht. Wir belegen 12 kreuzförmig angelegte Slots mit Waffen oder Stimpacks und drücken dann etwa zweimal auf dem D-Pad nach unten, um den zweiten unteren Slot anzusteuern. Das geht völlig problemlos.

Fallout 4 : Auf Konsolen steuern wir die Schnellzugriff-Slots per D-Pad an, was problemlos funktioniert.

Schnellzugriff auf Konsolen...
Auf Konsolen steuern wir die Schnellzugriff-Slots per D-Pad an, was problemlos funktioniert.

Auf dem PC rufen wir das gleiche Kreuzmenü mit F auf und wählen dann mit WASD unseren Slot - was bedeutet, dass wir nicht gleichzeitig unseren Charakter bewegen dürfen, während wir uns unter schwerem Beschuss und mit rapide ausblutenden Lebenspunkten zum Medikit hämmern. Nun hat der PC natürlich genug Buttons, um auf jeden einzelnen Slot direkt per Hotkey zuzugreifen, aber auch das will uns Fallout 4 nicht zu einfach machen: Es gibt uns fest die Zifferntasten vor.

Blöd nur, dass die auf der Tastatur nicht kreuzförmig angeordnet sind und deswegen längst nicht so intuitiv zu den Schnellzugriff-Buttons passen wie das D-Pad. Und dass es nicht genügend Zifferntasten für alle 12 Slots gibt und die letzten beiden daher auf + und - fallen. Luxus wie ein eigens für den PC gemachtes Schnellzugriffsmenü oder gar die Möglichkeit, mit dem Mausrad zwischen unseren Waffen zu wechseln wie in fast jedem Shooter üblich, suchen wir im Ödland vergebens.